Kindesmißhandlung ist ein Problem, von dessen Ausmaß die meisten von uns wahrscheinlich überrascht sind. Das jämmerliche Leben, das solche Kinder führen, berührt uns alle zutiefst. Wir haben Mitleid — aber das reicht nicht, um diese tragischen Situationen zu heilen. Was wohl am meisten vonnöten ist, ist eine geistige Reaktion, die uns in stärkerem Maße instand setzt zu helfen.
Mir wurde das vor vielen Jahren klar, als ich eine schwierige Stelle an einer Schule für benachteiligte Kinder annahm. Ich unterrichtete die Anfängerklasse von Fünf- und Sechsjährigen. Diese Kinder waren alle wegen schlimmer Familienverhältnisse ins Heim gekommen. Viele waren mißhandelt worden, und die Narben der mentalen und körperlichen Entbehrungen, die sie erlitten hatten, waren mitleiderregend.
Zuerst war ich von der Aufgabe, diesen Kindern auch nur die einfachsten Lektionen beizubringen, überwältigt. Sie nahmen mein menschliches Mitgefühl und meine Liebe (und Geduld!) voll in Anspruch, aber das genügte nicht, um Ruhe und Ordnung in der Klasse zu schaffen, damit sie auch etwas lernten. Da ich Christliche Wissenschafterin bin, wandte ich mich in demütigem Gebet an Gott. Jeden Tag bemühte ich mich, in Gedanken an der Tatsache festzuhalten, daß Gott Vater und Mutter Seiner ganzen Schöpfung ist und daß Seine geistigen Kinder in Seiner zärtlichen Umarmung geborgen sind. Trotzdem war ich am Ende des Tages immer erschöpft.
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