„Isst du nichts?“
Diese Frage wurde mir in der Oberstufe ständig gestellt. Ich hatte immer Angst davor, vor allem, weil ich kaum in Worte fassen konnte, wie schwer etwas so Einfaches wie essen für mich geworden war.
Mit etwa vierzehn gefiel mir auf einmal das Mädchen nicht mehr, das ich im Spiegel sah. Ich mochte nicht mehr zur Schule gehen, wo ich von Leuten mit „perfekter“ Figur oder Schönheit umgeben war, was mich mit Neid erfüllte, weil ich sie auch sehr gern gehabt hätte. Ich dachte, es würde besser werden, wenn ich abnähme − dann würde alles in Ordnung kommen. Also hörte ich auf zu essen. In kurzer Zeit entwickelte sich daraus eine starke Essstörung.