Vor einigen Jahren merkte ich, dass sich die Kopfhaut an einer Stelle unnatürlich veränderte. Die Stelle wurde so groß, dass man sie manchmal durch die Haare sehen konnte. Ich fühlte mich deswegen sehr unfrei, besonders in Gesellschaft anderer.
Erst hoffte ich, dass die Sache von selbst weggehen würde, aber das passierte nicht. Ich benutzte ein neues Shampoo, aber das half auch nicht. Ich war schon oftmals durch Gebet geheilt und von Problemen befreit worden, deshalb fing ich schließlich an, über diesen Zustand zu beten. Ich bat außerdem eine Praktikerin der Christlichen Wissenschaft, mir eine Behandlung in der Christlichen Wissenschaft zu geben.
Die Praktikerin betete mehrere Wochen lang für mich und wir tauschten Gedanken aus, die uns durch unsere Gebete und das Studium der wöchentlichen Bibellektionen im Vierteljahresheft der Christlichen Wissenschaft kamen. Ein solcher Gedanke war, mir bewusst zu machen, dass meine Identität nicht materiell ist, sondern geistig, da ich die reine, vollkommene und makellose Idee Gottes bin. Ich wusste, dass ich ein materielles, unvollkommenes Selbstverständnis aufgeben musste, aber das fiel mir schwer, denn ich konnte jeden Morgen die unnatürliche Haut auf meinem Kopf sehen und fühlen. Und doch wusste ich, dass Gott etwas ganz anderes in mir sah.
Da keine Heilung eintrat, beschloss ich, das Beten über diese Sache eine Weile aufzugeben. Ich war enttäuscht, studierte die Christliche Wissenschaft jedoch weiter.
Als ich zwei Jahre später mein Studium abgeschlossen hatte, fing ich an, sehr viel über Führung zu beten, weil meine Pläne, im Ausland zu unterrichten, erfolglos geblieben waren. Es schien mir damals, als ob Probleme wie dieses – Sachen, die nicht körperlich sind – einfacher durch Gebet überwunden werden können.
Nachdem ich beschlossen hatte, mich in Deutschland auf ein 18-monatiges Referendariat zu bewerben, wurde ich einer kleinen, abgelegenen Stadt in meinem Bundesland zugewiesen. Für mich bedeutete solch ein Umzug, alles aufzugeben, was mir Spaß machte, darunter das Großstadtleben mit seinen vielen Aktivitäten und Freunden. Ich fühlte mich im Stich gelassen, frustriert und hatte Angst vor Einsamkeit. Als junger Mann wollte ich nicht das Leben verpassen!
Es dauerte ungefähr eine Woche, bevor ich mich von dem Schock erholt hatte und inspiriert genug war, um wieder zu beten. Ich finde die Lieder im Liederbuch der Christlichen Wissenschaft immer sehr tröstlich und las das ganze Liederbuch durch. Die erste Zeile von Lied Nr. 148: „Wo Gottes Liebe führet,/da bleibe ich im Licht“ (Anna L. Waring, Übersetzung © CSBD) gab mir die Hoffnung, dass ich mich auf die Entfaltung des Plans der göttlichen Liebe für mich stützen konnte.
Obwohl ich noch nicht alle Zweifel überwunden hatte, zog ich in die Kleinstadt um. Doch wie befürchtet, verbrachte ich viel Zeit allein. Obwohl ich sie mit der Unterrichtsvorbereitung verbringen konnte, blieb das Gefühl bestehen, dass ich viel verpasste.
In meiner Freizeit las ich zwei Artikel aus den Zeitschriften der Christlichen Wissenschaft besonders gern: „Gottes Berichtigungsgesetz“ (Adam H. Dickey, Herold-Online, April 2019) und „‚Heilige Einsamkeit‘“ (Florence Irene Gubbins, Herold-Online, Dezember 2018). Letzterer spricht davon, dass wir „‚heilige Einsamkeit‘ pflegen“ müssen, und sagt: „In diesem Alleinsein wartet Gott, um mit uns zu sprechen. Solange wir die Gesellschaft anderer Sterblicher begehren, können wir die ‚stille sanfte Stimme‘ nicht hören.“ Es fiel mir schwer, das zu akzeptieren, doch ich erkannte nach und nach, dass all die Stunden, die ich für mich selbst hatte, auch ein Geschenk sein konnten. Das war etwas, das ich bis zur Pensionierung – wann immer das sein würde – vielleicht nicht wieder haben würde.
Meine Frustration löste sich größtenteils auf. Ich abonnierte JSH-Online.com, damit ich alle Zeitschriften der Verlagsgesellschaft der Christlichen Wissenschaft lesen und die Podcasts hören konnte. Das wurde eine meiner Lieblingsbeschäftigungen. Ich entdeckte, dass mein Lebenszweck darin besteht, Gottes Liebe auszudrücken. Geistiges Wachstum wurde mir viel wichtiger als berufliche Errungenschaften. Ich fing endlich an, mich durch die Linse des geistigen Sinnes zu betrachten, und erkannte, dass ich das geliebte und behütete Kind Gottes war.
Ich weiß nicht, wann die Heilung eintrat, doch irgendwann bemerkte ich, dass die Haut auf meinem Kopf normal war – glatt und rein. Der unnatürliche Zustand der Haut war verschwunden. Mir wurde klar, dass mein Umdenken, die Bereitschaft, das menschliche Folgern und Planen aufzugeben und auf Gottes Führung zu vertrauen, zu dieser körperlichen Heilung geführt hatte.
Rückblickend bin ich sehr dankbar für diese Erfahrung, denn allein zu leben befähigte mich, Frieden mit mir selbst zu schließen. Als ich schließlich wieder in eine Großstadt zog, merkte ich, dass ich meine Furcht vor dem Alleinsein überwunden hatte, obwohl ich weiterhin gern mit anderen zusammen bin. Ich habe außerdem den Beweis gesehen, dass Heilungen wie die, die wir in der Bibel lesen, auch heute stattfinden.
Stefan Hösgen
Köln, Deutschland
