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Original im Internet

Charakter durch Wachstum in der Gnade verbessert

Aus der Januar 2020-Ausgabe des Herolds der Christlichen Wissenschaft

Dieser Artikel erschien ursprünglich am 24. Oktober 2019 im Internet.


Während der Sommerferien 2018, nach meinem ersten Jahr als Lehrerin, traten Erinnerungen vergangener Fehler in den Vordergrund, und Schuldgefühle überwältigten mich. Es hatte Zeiten gegeben, in denen ich schnell aus der Haut fuhr und Konflikte nur schlecht handhaben konnte. Eine friedliche Streitbeilegung gehörte nicht zu meinen Stärken. Ich fühlte mich besonders durch Erinnerungen daran belastet, wie ich einen Kollegen an einem früheren Arbeitsplatz behandelt hatte, wo ich unglücklich und gestresst gewesen war. Es hatte mehrere Auseinandersetzungen gegeben und ich hatte ihn schlecht behandelt. Zwar hatte ich mich jedes Mal entschuldigt, doch unsere Beziehung wurde nie wieder normal.

Nun waren mehrere Jahre vergangen und die Erinnerungen quälten mich. Ich wollte Vergebung erlangen, dachte aber, dass es unmöglich war und ich es auch nicht verdiente. Ich hatte seit der Zeit Fortschritt gemacht, doch ich empfand Scham und Missbehagen angesichts der schmerzlichen Erinnerungen. Schließlich beschloss ich, ernsthaft darüber zu beten.

Als ich betete, erkannte ich, dass meine Schuldgefühle sich nicht gänzlich um das Wohl des Mannes drehten, sondern das Ergebnis meiner stolzen und egozentrischen Denkhaltung waren. Mein Verhalten war mir peinlich und ich sorgte mich darüber, wie andere Leute im Büro an mich zurückdenken mochten. Ich hatte erwogen, den Mann zu kontaktieren, doch nun erkannte ich, dass es mir dabei um meinen beschädigten Ruf ging, nicht etwa um reine Liebe.

Also betete ich darum, meine Motive zu reinigen und zu verstehen, dass Gott aus ganzem Herzen, ganzer Seele und ganzem Gemüt zu lieben – das erste und größte Gebot, wie Jesus es nannte (siehe Matthäus 22:38) – das einzig wahre Motiv ist, wenn man Heilung anstrebt. Ich konnte nicht durch ein persönliches Ego belastet sein, da Gott das einzige Ego, das einzige Gemüt, ist.

Zwei Verse aus der Bibel halfen mir sehr, Herrschaft über die Erinnerungen zu erlangen, die mir so zu schaffen machten: „Wenn der Feind kommen wird wie ein Strom, wird der Geist des Herrn eine Fahne gegen ihn erheben“ (Jesaja 59:19, nach der King James Bibel) und „Es wird in [das heilige Jerusalem] nichts Unreines oder wer Gräuel und Lüge ausübt hineinkommen“ (Offenbarung 21:27). Ich erweiterte meine Gebete auf alle, die sich in Schuldgefühlen gefangen fühlten, und dieser Gedanke aus Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift von Mary Baker Eddy war mir von besonderer Hilfe: „Unschuld und Wahrheit überwinden Schuld und Irrtum“ (S. 568).

Ich musste auch den unangenehmen Gedanken angehen, dass es zu spät war, meine Fehler zu berichtigen. Es war deutlich geworden, dass eine Kontaktaufnahme mit der Person, die ich schlecht behandelt hatte, nicht der richtige Weg war, und ich war dankbar für diese Führung, obwohl ich auch etwas frustriert war. Ich betete weiter, um Gott und meine Beziehung zu Ihm besser zu verstehen, damit ich mein Denken über die Ereignisse berichtigen konnte. Und ich betete darum, diesen Menschen als Gottes vollkommenen Ausdruck zu erkennen und zu verstehen, dass eine Disharmonie zwischen uns „wie ein Geschwätz“ war (Psalm 90:9). Jegliche Nachwirkung vergangener negativer Erfahrungen, ob Schuldgefühle, Ressentiments usw., können durch Reformation und das geistige Verständnis geheilt werden, dass in Gott, der göttlichen Wahrheit, stets nur Harmonie souverän regiert.

Ich kam nach und nach zu der Überzeugung, dass die Umwandlung, die sich in meinem Denken vollzog, wichtiger war als ein Zusammentreffen mit dem Mann. Ich fing an, den ehrlichen Wunsch zu hegen, Gott zu dienen und mein Denken konstant zu prüfen. Schon bald dachte ich immer weniger daran, und wenn sich eine Erinnerung zeigte, erkannte ich sofort, dass sie unwirklich und machtlos war.

Als ich im Herbst mein zweites Jahr als Lehrerin antrat, begriff ich, dass ich eine Heilung erlangt hatte – ich wurde nicht nur von Schuldgefühlen und Reue befreit, sondern war in der Gnade gewachsen und hatte eine charakterliche Umwandlung erfahren. In meinem ersten Jahr als Lehrerin, das sehr positiv gewesen war, hatte mich das Verhalten von Schülern gelegentlich frustriert, und ich war nicht gut damit fertiggeworden. Doch als das zweite Jahr anfing, konnte ich die Schüler geduldiger und freundlicher behandeln. Ich war auch bei alltäglichen Dingen wie dem Autofahren oder meinen Hundespaziergängen liebevoller. Gleichzeitig baten mich Leute häufiger um Hilfe, und diese Chancen brachten Segen mit sich.

Mein falsches Identitätsgefühl, zu dem Wut und überfliegende Emotionen gehört hatten, wurde durch die Gewissheit von dem ersetzt, was ich schon immer gewesen war: Gottes geistiger Ausdruck. Ich erkannte, dass es nicht zu spät war, vergangene Fehler zu berichtigen, denn durch Gebet und das Bemühen, es besser zu machen, wurde ich ganz erneuert und von Fehlern der Vergangenheit reingewaschen. Und ich konnte Gott und meinen Schülerinnen und Schülern besser dienen.

Gott kennt uns nur als Seine vollkommene Widerspiegelung und Seinen Ausdruck. Er sieht uns nie als fehlerhafte Sterbliche, die von schlechten Charaktereigenschaften geplagt sind. Die Wahrheit über diese Situation ist, dass Wut und Empfindlichkeit mir als Gottes Widerspiegelung nie zu eigen gewesen waren. Ich war jetzt und schon immer Gottes Kind. Allerdings musste ich bereit sein, mich zu ändern und zuzugeben, dass es nicht richtig ist, andere zu verletzen. Als ich das tat, erkannte ich auch, dass meine Wutausbrüche nie ein Teil von mir gewesen waren. Sie waren nichts anderes als „ein Bericht über Träume“ (Mary Baker Eddy, Rückblick und Einblick, S. 21). Ich arbeite weiter am Vervollständigen des Verständnisses meiner wahren geistigen Identität und kann nicht behaupten, dass ich nicht gelegentlich frustriert bin. Doch ich bin dankbar für erheblichen Fortschritt und dass ich jetzt von der Art Wut frei bin, die ich meinem ehemaligen Kollegen gegenüber zum Ausdruck gebracht hatte.

Es ist nie zu spät oder zu schwer, Gottes Hilfe zu erhalten; kein Fehler ist irreversibel. Es mag schwer erscheinen, Gottes heilende Liebe anzunehmen, doch wir können bestätigen und bekräftigen, dass Gottes heilende Gegenwart, der Christus, hier bei uns ist. Gott schickt uns Seine Botschaften der Liebe, und diese geistigen Ideen werden uns immer auf den richtigen Pfad zurückbringen. Es gibt bei der Allmacht Gottes keine Ausnahmen. Und es gibt keine Fehler, die Gott nicht vergeben kann.

Emily Wickham
Gypsum, Colorado, Vereinigte Staaten

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