Meine Kindheit war sehr traurig. Meine Mutter, die letzte der fünf Frauen meines Vaters, hatte vier Kinder. Sie starb, als ich sechs war, und als ich zwölf war, starb unser Vater, also mussten meine Halbgeschwister für mich sorgen. Das war nicht leicht, denn als ich in der zweiten Klasse war, bekam ich eine merkwürdige Krankheit, die dazu führte, dass ich linksseitig gelähmt war. Die Ärzte im Krankenhaus konnten mir nicht helfen. Zu Hause konnten mir Stammesheiler und Naturheilkundige auch nicht helfen. Ich konnte nur weinen und zu Gott singen, der, so betete ich, helfen würde.
Einige Jahre später besuchte ich die Gottesdienste einer Religionsgemeinschaft, die lehrt, dass Visionen und Träume helfen können, uns mit Gott zu verbinden, und dass wir durch die Gebete der Propheten dieser Kirche geheilt werden. Ich wurde von der Lähmung geheilt – ein Wunder, so dachte ich –, also blieb ich in dieser Kirche. Ich verbrachte meine Zeit damit, die Bibel zu lesen.
Und ich hatte ein weiteres Problem: Meine Menstruation war praktisch völlig versiegt. Jahrelang fand sie nur einmal im Jahr statt. Es wurde geredet, dass niemand mich heiraten würde, da ich wohl keine Kinder bekommen könnte. Auch diesmal konnten die Ärzte im Krankenhaus und die Naturheilkundigen mir nicht helfen. Ein Oberarzt sagte mir nach einer Untersuchung, dass ich kein Kind zur Welt bringen würde. Ich weinte, bis ich keine Tränen mehr hatte, und fand mich dann damit ab.
Ein Prophet in unserer Kirche versuchte mich zu heilen und forderte mich auf, mit sieben Packungen Kerzen zu fasten und zu beten. Er wies mich an, sieben Jahre lang in sieben Monaten jeweils sieben Tage hintereinander zur Kirche zu gehen. Dort sollte ich niederknien und sieben Kerzen anzünden, und er würde für mich beten.
Aber auch nach sieben Jahren war ich nicht geheilt. Doch ich arbeitete weiter in dieser Kirche mit und half einigen Menschen zu beten und las anderen aus der Bibel vor.
Eines Tages sagte mir ein Mann aus einer anderen Kirche dieser Glaubensgemeinschaft, der zu Besuch war, wie sehr er meinen Einsatz für die Kirche schätzte. Da erzählte ich ihm von meinem Leben. Er sagte mir, ich solle keine Angst haben, und versicherte mir überzeugend, dass Gott mich heilen würde. Er gab mir Hoffnung. Er sagte, dass Gott der einzige Schöpfer ist und niemandem Böses oder Krankheit jeglicher Art auferlegt. Böses und Krankheit sind nicht von Gott, dem Guten, und haben weder Wirklichkeit noch Macht. Gott ist göttliche Liebe, sagte er, und gibt uns nur Gutes, denn Seine Liebe zu uns vergeht nicht.
Später erfuhr ich, dass dieser Mann das Buch Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift von Mary Baker Eddy las, das er von einem Freund in Lagos bekommen hatte. Damals war Wissenschaft und Gesundheit noch nicht ins Igbo übersetzt, doch dieser Mann sprach gut genug Englisch, um das Buch zu lesen und die Lehren mit uns zu teilen. Während der Bibelstunde gab er tiefgründige Erklärungen von Bibelgeschichten und dem, was er aus Wissenschaft und Gesundheit über Gott als allgegenwärtige Liebe lernte. Er war ein geistiger Denker, freundlich und sehr liebevoll. Andere Mitglieder und ich fühlten uns von seinen Erklärungen und seiner Überzeugung angezogen, dass Gottes Macht heilt. Er erklärte, dass diese Heilungen nicht Wunder sind, sondern die Wirkung von Gottes Gesetz der Liebe, und dass dieses geistige Gesetz und nicht eine materielle Gesetzgebung uns regiert. Durch die Gebete dieses Mannes wurde ich vollständig geheilt, und meine normale Menstruation kehrte zurück.
Die Mitglieder, die sich wie ich von den Lehren der Christlichen Wissenschaft angezogen fühlten, sowie der Mann, der uns mit ihr bekannt gemacht hatte, wurden aus der Kirche ausgeschlossen. Daraufhin schloss er uns zu einer Gruppe zusammen, denn nun wollten wir die Christliche Wissenschaft studieren. 1998 wurden wir eine Vereinigung der Christlichen Wissenschaft.
Was mich betrifft, so heiratete ich und bekam fünf Kinder. Das älteste ist jetzt in den Zwanzigern. Seit ich die Christliche Wissenschaft kenne, habe ich viele andere Heilungen erlebt, und vor ein paar Jahren nahm ich am Klassenunterricht in der Christlichen Wissenschaft teil.
Nachdem ich Zweite Leserin in meiner Vereinigung der Christlichen Wissenschaft war, fing ich an, Englisch zu studieren, damit ich Wissenschaft und Gesundheit im Original lesen kann. Jetzt bin ich im Verzeichnis der Praktikerinnen und Praktiker der Christlichen Wissenschaft als Praktikerin der Christlichen Wissenschaft eingetragen und helfe anderen durch Gebet, so wie mir geholfen wurde.
Es ist eine Freude, die Christliche Wissenschaft zu studieren, die Mary Baker Eddy entdeckt hat. Ich bin ihr tief dankbar und auch Gott, der eine Zuversicht und „eine Hilfe in den großen Nöten“ für mich war und ist (siehe Psalm 46:2) – in Krankheit, Entbehrung, Verspottung und Verfolgung.
Ich bin so glücklich, so glücklich, dieses Zeugnis abgeben zu können.
Gertrude Ejimadu
Owerri, Nigeria
