Ganz plötzlich ist etwas da – ein Schmerz, eine Bedrohung Ihrer Sicherheit – und Sie bekommen Angst. Es sieht so echt aus.
Dann drängen sich Fragen auf: „Was ist das?“ „Was passiert mir hier?“ Und dann die schlimmste von allen: „Was ist, wenn ...?“
Wir haben die Wahl, wie wir hier reagieren. Was so echt aussieht und erscheint, ist nicht echt, kann es nicht sein.
Die Bibel enthält etliche Beweise dafür, dass das, was verletzlich und zerstörerisch erscheint, durch Gebet zu Gott hinterfragt werden kann. Die Propheten, Jesus und seine Jünger konnten problematische Situationen umkehren, indem sie die Gegenwart und Macht Gottes anerkannten. Dann zeigten sich heilende Lösungen.
Hierzu ein Beispiel. Jakob hatte große Angst, als er hörte, dass sein Bruder mit vierhundert Mann auf dem Weg zu ihm war. Esau hatte gedroht, ihn umzubringen, weil Jakob sein Erstgeburtsrecht angenommen hatte. Die Bibel berichtet: „Da fürchtete sich Jakob sehr, und ihm wurde bange“, und er betete zu Gott: „Errette mich von der Hand meines Bruders, von der Hand Esaus.“ Er und sein Bruder wurden wieder vereint, nachdem Jakob die Gegenwart Gottes erkannt hatte, oder, wie er es ausdrückte: „Ich habe Gott von Angesicht zu Angesicht gesehen, und meine Seele ist gerettet worden“ (1. Mose 32:8, 12, 31). Was zuerst wie eine große Gefahr aussah, entpuppte sich als brüderliche Liebe.
Das Lehrbuch, Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift von Mary Baker Eddy, macht deutlich, dass die scheinbare Wirklichkeit von etwas Gott Unähnlichem angezweifelt werden kann. Sie beschreibt Krankheit, Sünde und sogar Tod mit Begriffen wie Lüge, Unwirklichkeit, Illusion, Täuschung, Traum, Selbsttäuschung und falsche Vorstellung. Und: „Die geistige Wirklichkeit ist die wissenschaftliche Tatsache in allen Dingen. ... Geistige Tatsachen werden nicht umgekehrt; die entgegengesetzte Disharmonie, die keine Ähnlichkeit mit der Geistigkeit hat, ist nicht wirklich“ (Wissenschaft und Gesundheit, S. 207).
Es ist daher unerlässlich zu wissen, was genau die geistige Realität ist – die wahren Fakten über Gott und uns selbst zu kennen. Der erste Schöpfungsbericht in der Genesis sagt uns, dass Gott alles erschaffen hat, darunter den Menschen nach Seinem Ebenbild und Gleichnis. Und der Mensch erhält alles, was er zum Leben braucht. Gottes Schöpfung ist abgeschlossen und vollständig und nach eigener Aussage sehr gut.
Gegen Ende der Bibel, im Ersten Johannesbrief, wird unsere Einheit mit Gott sehr klar beschrieben. Wir lesen zunächst: „Gott ist Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm“ (4:16). Und dann kommt, was aus dieser Einheit folgt: „Alles, was von Gott geboren ist, überwindet die Welt“; „Wer von Gott geboren ist, der sündigt nicht“ und Gott hat uns „das ewige Leben gegeben“ (5:4, 18, 11). Es gibt nichts zu befürchten, denn die allumfassende Liebe Gottes füllt allen Raum.
Wenn wir unsere Bewertungen von dem, was wahr über uns ist, auf diese geistigen Fakten gründen, wird uns nichts beeindrucken oder einschüchtern, das schädlich zu sein scheint. Es kann nicht wahr sein und ist es auch nicht.
Ich hatte vor nicht langer Zeit eine Erfahrung, bei der ich mir sicher war, dass das, was sich mir präsentierte, nicht wahr war. Dieses Verständnis führte zu körperlicher Heilung.
Die Bibellektion im Vierteljahresheft der Christlichen Wissenschaft für jene Woche enthielt die Geschichte von Jesu Begegnung mit einem Mann, dessen Hand verdorrt war. Jesus stellte die Hand wieder her und bewies, dass der Anschein nicht der Wahrheit entsprach. Dann rief eine Freundin an, voller Angst, weil ihre Hand fast gelähmt war. Alles, woran sie denken konnte, war: „Was ist, wenn...?“ Wir beteten. Unsere Gebete stellten den Anschein infrage, indem wir dankbar waren für die geistigen Tatsachen ihrer von Gott geschaffenen, vollkommenen Substanz und Funktion. Später rief sie mich an und sagte, dass ihre Hand beweglich war und sie keine Angst mehr hatte.
Da das Böse auf einer falschen Vermutung beruht, können wir es infrage stellen.
Am nächsten Morgen tat mir beim Aufwachen die Hand weh und ließ sich kaum normal bewegen. Ich war so dankbar, absolut zu verstehen, dass der Augenschein nicht der Wahrheit entsprach. Ja, ich musste lachen. Ich hatte nicht vor zu glauben, dass mir (oder sonst jemandem) etwas passiert war oder passieren könnte. Vielmehr bekräftigte ich im Gebet die Wahrheit und stützte mich dabei auf die folgenden Ideen:
Die Bibel sagt, dass der Teufel oder Satan Gottes Wort verklagt und zum Schweigen bringen möchte, indem er versucht, Gottes Regierung des Menschen zu bekämpfen. Der Verkläger setzt Augenwischerei ein, um uns zu verleiten, an eine böse Macht zu glauben, die Gottes Güte aussetzen und Seiner Schöpfung schaden kann.
Unsere Führerin entlarvt diesen Verkläger und seine Anklagen in Wissenschaft und Gesundheit als unwirklich und somit machtlos, uns zu täuschen, und sagt, dass es nur einen unendlichen Gott und nichts als Gutes in der Unendlichkeit Gottes gibt. Jeder Anspruch einer bösen Macht oder Kraft muss demnach eine Lüge sein. Sie schreibt: „Das Maximum an Gutem ist der unendliche Gott und Seine Idee, der Alles-in-allem. Das Böse ist eine auf einer falschen Vermutung beruhende Lüge.
… Leben und Sein sind von Gott“ (S. 103).
Da das Böse auf einer falschen Vermutung beruht, können wir es infrage stellen. Folgende Botschaft erhielt ich an jenem Morgen von Gott: Ich konnte auf die geistigen Tatsachen über mich vertrauen, statt auf das, was wahr zu sein schien. Ich war nicht verletzt. Ich war die ganze Zeit bei Gott gewesen. Ich war in jedem Augenblick Gottes Bild und Gleichnis. Ich war sicher und beschützt. Wann immer also irgendein Gefühl meine Aufmerksamkeit erregen und mir einreden wollte, dass etwas nicht in Ordnung war, machte ich mir diese geistigen Tatsachen klar. Und ich war dankbar. Die Schmerzen ließen nach, ich konnte die Hand freier bewegen und am nächsten Morgen war sie wieder völlig normal.
An dem Tag lernte ich eine wichtige Lektion. Wenn etwas in unserer Erfahrung schmerzhaft oder bedrohlich erscheint, ist die korrekte Einschätzung von großer Bedeutung. Wir lesen in Wissenschaft und Gesundheit: „Für richtiges Folgern sollte im Denken nur eine Tatsache festgehalten werden, nämlich das geistige Dasein“ (S. 492).
Wenn wir unsere wahre Identität als Gottes Bild und Gleichnis kennen und ihr vertrauen, müssen wir von etwas, das unmöglich ist, nicht beeindruckt sein. Wir müssen uns weder in das Unmögliche hineinziehen lassen, noch müssen wir versuchen, es zu ändern. Die korrekte Reaktion in solch einer Situation ist es, die geistigen Tatsachen zu akzeptieren und mit Überzeugung zu sagen: „Danke, Gott, für meine geistige Vollkommenheit!“ Wenn wir an dem festhalten, was über unsere gottgegebene Identität wahr ist, kommt die richtige Lösung zum Vorschein.
