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Original im Internet

Frieden verloren und wiedergefunden

Aus der Januar 2020-Ausgabe des Herolds der Christlichen Wissenschaft

Dieser Artikel erschien ursprünglich am 24. Oktober 2019 im Internet.


Ich habe in meinem Leben gelernt, dass man trotz schmerzlicher und problematischer Vergangenheit ein gesundes, friedvolles Leben ohne Sorge oder Schande führen kann, wenn man die anhaltende Güte Gottes, der göttlichen Liebe, erkennt und nicht loslässt.

Jeder macht Fehler. Wenn er dann weitermacht und vielleicht sehr an Dingen festhält, die er bereut, mag ein Flügel schlagen, während der andere gebrochen ist und den Menschen herabzieht. Damit wir den Himmel, die Harmonie, erreichen können, muss der gebrochene Flügel heilen, damit beide Flügel im Einklang schlagen und uns gen Himmel tragen können.

Viele von uns versuchen vielleicht, den gebrochenen Flügel zu verbergen, damit andere nicht sehen, dass wir einen persönlichen Sturm aus Einsamkeit, Zweifel und Dunkelheit durchmachen. Doch ich habe entdeckt, dass es selbst in diesem Sturm einen Ort der Ruhe im Bewusstsein gibt, wo wir Frieden finden können. Diese Ruhe ist wie ein Schatz, der im Chaos verborgen sein mag, doch jederzeit auffindbar ist.

Gott, unser göttlicher Hirte, ist immer für uns da, die, Lämmern gleich, manchmal vom Weg abkommen. Was macht Gott, wenn diese Lämmer endlich ihren Weg wiederfinden und Ihm folgen? Er freut sich! Wir wissen von Christus Jesus, dass das stimmt – und dass Gott uns nicht einfach wieder in die Herde zurückschickt. Das war der Kern von Jesu Antwort an seine Gegner, die ihn fragten, wieso er Sünder willkommen hieß und mit ihnen aß:

„Welcher Mensch ist unter euch, der hundert Schafe hat und, wenn er eines von ihnen verliert, nicht die neunundneunzig in der Wüste lässt und dem verlorenen nachgeht, bis er es findet? Und wenn er es gefunden hat, dann legt er es mit Freuden auf seine Schultern. Und wenn er heimkommt, ruft er seine Freunde und Nachbarn und sagt zu ihnen: ‚Freut euch mit mir; denn ich habe mein Schaf gefunden, das verloren war.‘ Ich sage euch: So wird auch im Himmel Freude sein über einen Sünder, der Buße tut, mehr als über neunundneunzig Gerechte, die keine Buße brauchen“ (Lukas 15:4–7).

Warum herrscht solche Freude im Himmelreich? Weil wir gute Christen werden, wenn wir die Botschaft der göttlichen Liebe hören – wenn wir uns von Sünde abwenden und sie zurückweisen und die Wahrheit annehmen und leben, dass wir auf ewig die geliebten und unschuldigen, geistigen Kinder Gottes sind – gute, Christen, die Gott aus ganzem Herzen, ganzer Seele und ganzem Gemüt lieben und andere so lieben wie uns selbst.

Gott, unser göttlicher Hirte, ist immer für uns da, die, Lämmern gleich, manchmal vom Weg abkommen.

Wenn wir Gottes geistige Idee, den Christus, verstehen lernen, dann füllt der Christus unser Herz mit Freuden. Mary Baker Eddy, die Entdeckerin der Christlichen Wissenschaft, schrieb über Christus Jesus: „Durch die Größe seines menschlichen Lebens demonstrierte er das göttliche Leben. Aus der Fülle seiner reinen Neigungen definierte er Liebe“ (Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift, S. 54). Jesus definierte diese Liebe, Gott, für uns alle. Wenn wir die göttliche Liebe durch Gebet fühlen, empfangen wir Gottes Gnade, die wir als Gottes wertvolle, geistige Kinder alle liebevoll erhalten.

Diese Gnade half mir, Gottes Liebe zu einer Zeit zu fühlen, als mein Leben völlig turbulent war. Ich befand mich in einem inneren „Sturm“, der von außen nicht sichtbar war, so meinte ich. Vieles hatte zu dieser schlimmen Situation beigetragen, und ich wusste nicht, wie ich ihr entkommen sollte.

Da ich als Kind missbraucht worden war, hielt ich mich von Männern fern. Als ich einen Heiratsantrag bekam, betete ich um Antwort. Ich fühlte mich dazu geführt, den Mann nicht zu heiraten, war aber unweise und tat es aber trotzdem. Obwohl er mich liebte, hatte er, wie ich feststellte, eigene Stürme zu bewältigen, die er allein durchlitt. Er wurde untreu, aggressiv und Alkoholiker. Ich glaubte nicht, fähig zu sein, unsere vier Kinder und mich allein durchzubringen, also blieb ich bei ihm.

Als zwei unserer Kinder ausgezogen waren, wusste ich eines Tages, dass es so nicht mehr weiterging. Ich weinte vor Selbstmitleid. Bis dahin hatte ich mich mit dem Gedanken getröstet, dass meine Ehe zwar sehr schwierig war, ich aber wenigstens meine wundervollen Kinder hatte. Doch an dem Tag schien meine Ehe so zerrüttet und das Familienleben so belastet, dass selbst dieser Gedanke kein Trost mehr war. Zum ersten Mal dachte ich: „Wenn ich die Wahl hätte zwischen diesen vier Kindern mit ihrem Vater oder einem Leben ohne den Mann und die Kinder, würde ich letzteres wählen.“ Das war ein beschämender Gedanke.

Ich hatte alle meine inneren Mittel erschöpft. Doch selbst da hatte ich Gottes Hilfe. Bei dem Gedanken, ich sei gänzlich ohne Mittel, fiel mir eine Übersetzung von Matthäus 5:3 in die Hände: „Glücklich zu preisen sind die, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich“ (Neue Genfer Übersetzung).

Ich stieß ein Gebet hervor: „Vater, ich glaube an das ewige Leben und weiß, dass diese Kinder ohne ihren Vater und mich trotzdem als Deine geistigen Ideen existieren würden. Ich kann nicht mehr. Ich gebe Dir diese Kinder zurück.“

Dann hielt ich inne und lauschte still. Ich erhielt folgende Botschaft: „Geliebtes Kind! Sie waren noch nie deine Kinder. Sie sind Meine Kinder, genau wie du und genau wie er.

Ich schluckte und schnappte nach Luft, ähnlich wie Jona, als er endlich auf Gott hörte. Ich fühlte mich, als wäre ich aus dem Leib des Fisches an Land gespien worden (siehe Jona, Kapitel 2).

In den folgenden Jahren kam ich Gott näher. Ich wusste, dass Gott als Urheber der Kinder anzuerkennen nicht bedeutete, dass ich ihnen gegenüber keine Verantwortung hatte, doch die Botschaft, die mir sagte, dass auch mein Mann Gottes Kind ist, war mir zuerst nicht recht. Ich hatte gedacht, ich sei das Opfer und er der Übeltäter. Es war leichter zu glauben, dass alles seine Schuld war und ich nichts ändern konnte.

Doch nach und nach gab ich zu, dass ich meinen Mann so sehen musste, wie Gott ihn sieht, in seinem wahren, geistigen Wesen als geliebtes Kind Gottes, frei von zerstörerischem Verhalten. Das bedeutete, dass ich mir gestatten musste, meine geistige Sichtweise von meinem Mann von dem schlechten Verhalten zu trennen, das nicht zu seiner wahren, geistigen Identität gehörte. Ich fing an, ihn wirklich als die wahre Idee Gottes zu sehen, als geistig und sündlos.

Ich hielt am Guten fest – an Gottes Güte, die ewig ist und alle geborgen hält.

In Mary Baker Eddy: Christliche Heilerin las ich folgenden Rat in einem Brief von Mrs. Eddy an eine Schülerin: „Wir dürfen unser endliches Urteil niemals auf denjenigen richten, der uns belastet, und uns niemals gegen eine Person verteidigen. Vielmehr müssen wir uns fragen, was uns belastet, und dann dieses Was handhaben“ (Yvonne Caché von Fettweis und Robert Townsend Warneck, Erweiterte Ausgabe, S. 551). Wir stellen uns dem „Was“, indem wir es unpersönlich als etwas identifizieren und handhaben, das keinen Anteil an der wahren Identität eines Menschen, Gottes echter und guter Schöpfung, hat.

Dieser Wahrheitsgedanke nahm mir die Last und wirkte befreiend. Das zerstörerische Verhalten wurde zu dem Nichts, das es bereits war, und verschwand aus meinem Leben. Die Ehe löste sich still und ohne Widerstand auf.

Für mich lag die Schwierigkeit darin, Selbstverdammung zu heilen. Ich behandelte mich schlecht, denn ich hatte vor der Ehe nicht auf Gott gehört. Doch ich wurde daran erinnert, dass das zweite der beiden großen Gebote, die Jesus identifiziert hat, besagt, dass man andere so lieben soll wie sich selbst (siehe Matthäus 22:39). Ich entdeckte, dass ich anderen gegenüber weniger kritisch, sondern liebevoller war, je weniger selbstkritisch ich war und je mehr ich mich selbst liebte. Ich spiegelte göttliche Liebe wider, als ich diese Liebe zu mir und anderen ausdrückte. Das war nicht einfach, sondern erforderte harte Arbeit und Hingabe.

Eines Abends ging ich bei Vollmond mit meinen beiden Hunden spazieren. Auf einmal hielten wir inne. Ich fühlte mich innerlich von der sanftesten, zärtlichsten Liebe – Gottes Liebe – umgeben. Die Hunde schienen es auch zu spüren; sie standen mäuschenstill da. In dieser Liebe war vollkommene Vergebung für mich enthalten, und ich vergab dem Mann, den ich geheiratet hatte. Ich hielt am Guten fest – an Gottes Güte, die ewig ist und alle in ihrer wahren, geistigen Natur geborgen hält. In mir herrschte absoluter Friede.

Mrs. Eddy, die Stürme aus eigener Erfahrung kannte, schrieb in ihrer Autobiografie: „Die menschliche Geschichte bedarf einer Überprüfung, und der materielle Bericht muss daraus gestrichen werden“ (Rückblick und Einblick, S. 22). Ich betrachte meine menschliche Geschichte als überprüft und den materiellen Bericht als gestrichen. Früher schien es mir Vergnügen zu bereiten, all das Leid aufzuzählen, das mir auferlegt worden war. Doch jetzt habe ich die Macht der Art des Lebens erlernt, zu dem Christus uns einlädt. Wir lesen in der Bibel: „Dazu seid ihr berufen, weil auch Christus für uns gelitten und uns ein Vorbild hinterlassen hat, damit ihr seinen Fußspuren folgt ... Denn ihr wart wie irrende Schafe; aber nun seid ihr zu dem Herrn und Wächter eurer Seelen bekehrt“ (1. Petrus 2:21, 25). Zu dieser christlichen Lebensführung gehört, Gottes anhaltende Güte zu kennen, geistige Wirklichkeit zu verstehen und Gott zu gehorchen und zu lieben. Diese Art Leben ist der Schatz des Friedens und der Liebe, den ich nur finden musste.

Ich freue mich zu berichten, dass ich später einen liebevollen und guten Mann geheiratet habe, und die Jahre, die die Heuschrecken gefressen haben, wurden mir erstattet (siehe Joel 2:25).

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