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Original im Internet

Demut erhebt uns

Aus der Januar 2022-Ausgabe des Herolds der Christlichen Wissenschaft

Dieser Artikel erschien ursprünglich am 26. Juli 2021 im Internet.


Unlängst beschloss ich, mein Denken auf Demut hin zu prüfen. Als Definition von Demut las ich „nicht stolz oder hochtrabend, nicht arrogant oder selbstbewusst“ und „einen Geist der Achtung bzw. Ehrerbietung widerspiegeln, ausdrücken oder offerieren“.

Ich hatte vor Jahren eine eigene Firma, und dazu gehörte, auf positive Weise selbstbewusst zu handeln, um als Geschäftsfrau Erfolg zu haben. Ich betrachtete Selbstbewusstsein nicht als eine schlechte Charaktereigenschaft. Doch stolz? Hochtrabend? Arrogant? Ich hatte durchaus Antworten auf Fragen in Bezug auf Kirchenführung und fürchtete nicht, sie auszusprechen. Waren diese Antworten lautstarke Meinungen statt aus Achtung heraus gemachte Vorschläge? Nun prüfte ich meine Motive.

Ich war in meiner Kirche zur Ersten Leserin gewählt worden. War ich stolz oder demütig dankbar, dass die Wahl auf mich gefallen war? Trug ich der Gemeinde meine Ansicht der Lektionspredigt vor oder übermittelte ich die klare göttliche Botschaft von Gott an Seine Kinder? Ich wusste, dass ich nur ein Instrument bin und nicht der Pastor. Mary Baker Eddy, die Gründerin unserer Kirche, hat die Bibel und das Lehrbuch der Christlichen Wissenschaft, ihr Buch Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift, zum Pastor ernannt.

König Nebukadnezar in der Bibel betrachtete sich selbst als Urheber seiner Errungenschaften. Als er durch seinen Palast ging, sagte er: „Ist das nicht die große Babel, die ich erbaut habe zum königlichen Palast durch meine große Macht, zu Ehren meiner Herrlichkeit?“ (Daniel 4:27). Ihm wurde sein Reich augenblicklich weggenommen und er wurde zu den Tieren aufs Feld verbannt, bis er lernte, dass er ohne Gott nichts bewirken konnte. Am Ende erkannte er Gottes Hoheit und erklärte: „Darum lobe ich, Nebukadnezar, und ehre und preise den König des Himmels; denn all sein Tun ist Wahrheit, und seine Wege sind recht, und wer stolz ist, den kann er demütigen“ (Daniel 4:34).

Sind wir moderne Nebukadnezars, die es versäumen, Gott das Lob für alle unsere Errungenschaften zuzusprechen, und uns selbst erhöhen, statt Gott zu danken und zu loben?

Die Bibel bezieht sich an vielen anderen Stellen auf Demut, darunter an mehreren, in denen sie die rettende, erhebende Macht dieser Eigenschaft verdeutlicht. Jakobus sagt beispielsweise: „Demütigt euch vor dem Herrn, dann wird er euch erhöhen“ (4:10).

Die Verbindung zwischen Demut und einer Erhöhung wird im Artikel mit dem Titel „Der Weg“ in Vermischte Schriften 1883–1896 von Mrs. Eddy weiter ausgeführt. Wir erfahren, wie wichtig diese Eigenschaft zusammen mit Selbsterkenntnis und Liebe für die Praxis der Christlichen Wissenschaft ist. Unsere Führerin schreibt dort: „Die zweite Stufe der inneren Entwicklung ist Demut. Diese Tugend siegt über das Fleisch; sie ist der Genius der Christlichen Wissenschaft. Man kann niemals aufsteigen, ehe man in seiner eigenen Wertschätzung herabgestiegen ist. Die Demut ist Linse und Prisma für das Verständnis des Gemüts-Heilens; man muss sie besitzen, um unser Lehrbuch zu verstehen; sie ist unerlässlich für das persönliche Wachstum, und sie weist auf den Plan ihres göttlichen Prinzips und Gesetzes der Ausübung hin“ (S. 356).

In ihrem geistigen Sinn ist Demut nicht Selbstherabsetzung, Selbstkritik oder ein negatives Selbstverständnis. Vielmehr spricht sie Gott allen Ruhm zu und erkennt die Beständigkeit der göttlichen Gegenwart an; sie lauscht auf Gott und dankt Ihm für alles Gute in unserem Leben. Sie erkennt Gott als unsere Kraft an, unseren Vater und unsere Mutter, den Schöpfer aller. Demut erkennt Gott letztendlich als Alles-in-allem und unser wahres Selbst als eine Widerspiegelung dieses vollkommenen Gottes an.

Als ich diese Ideen erforschte und im Gebet darüber nachdachte, fing ich an, mich unbelastet, gelassen sowie demütiger zu fühlen. Mein Denken wurde vom materiellen Bild von meinem Leben und meinen Aktivitäten zu einer geistigen Sichtweise von ihnen erhoben.

Eines Tages stellte ich eine Lesung aus der Bibel und Wissenschaft und Gesundheit für unsere Mittwochabend-Zeugnisversammlung zusammen, die von Alterslosigkeit handeln sollte. Ich hatte das Gefühl, das Thema Alter war für die ältere Generation wichtig. Ich fand etliche Geschichten in der Bibel zu diesem Thema, und alles passte gut zusammen, bis ich mich Wissenschaft und Gesundheit zuwandte. Es gelang mir nicht, die Stellen aus unserem Lehrbuch auf den Erzählfaden zuzuschneiden, der mir vorschwebte. Ich probierte und probierte und verstand schließlich, dass ich versuchte, die Arbeit zu tun, und mit Mühe etwas zusammenstellte, das ich für einen Bedarf hielt. Ich hatte nicht darauf gelauscht, was Gott zu dem Thema zu sagen hatte.

Ich ließ das Thema fallen und mir kamen wunderschöne Gedanken über Kirche. Diesmal hörte ich zu, und die Ideen flossen nur so in mein Denken ein. Ich fand Stellen aus Wissenschaft und Gesundheit, die ich noch nie verwendet hatte, und das Ergebnis war sehr schön und friedvoll und abgerundet.

Auf dieser Zeugnisversammlung wurde sehr viel Inspiration geäußert. Wir blieben über das Ende hinaus, denn so viele Menschen wollten ein Zeugnis abgeben. Nach der Versammlung fiel ich buchstäblich auf die Knie und dankte Gott für die schönen, heilenden Ideen über Kirche, die Er mir, der gesamten Gemeinde und sogar der Welt gegeben hatte. Es war ein Augenblick großer Demut, und ich war dankbar, ihn erlebt zu haben.

Weiter über dieses Thema nachzudenken inspiriert mich in meiner Arbeit als Erste Leserin. Wenn ich eine Idee für etwas bekomme, das ich in der Kirche lesen kann, lausche ich einige Zeit, um zu erfahren, was der Vater darüber denkt. Wenn es nicht das ist, was der Vater will, lausche ich aufmerksamer und folge Seiner Führung. Das befreit mich von einem falschen Gefühl von Verantwortung als Urheberin und ersetzt jegliche Arroganz mit Demut. Ich bin dankbar für diese Lektion.

Dankbarkeit ist immer ein Schrittstein zur Demut. Gebet ist ein mächtiger Krieger gegen Stolz und Arroganz. In das Zimmer des Gebets zu gehen, die Tür unseres Denkens zu schließen und dann so zum Vater zu beten, wie Christus Jesus es uns aufgetragen hat, führt zu wahrer Inspiration. Durch das Wissen, dass Gott allgegenwärtig und allmächtig ist, sind wir versichert, dass es nichts gibt, das Gottes Wort davon abhalten kann, Seine Kinder zu erreichen. Wie Jesus sagte: „Der Vater, der in mir wohnt, der tut die Werke“ (Johannes 14:10).

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