Geh und lies den 91. Psalm! Das sagte die Ausüberin der Christlichen Wissenschaft zu mir.
Meine Eltern hatten sich scheiden lassen; ich kannte meinen Vater nicht. Viele Familienangehörige waren krank gewesen oder waren krank; und Sorge und Kummer lasteten auf der Familie. Ich sehnte mich danach, sie trösten zu können. Aber gleichzeitig fühlte ich mich allein gelassen und einsam und zog mich von Menschen zurück. Später litt ich an Magersucht. Ich rauchte und war sehr ehrgeizig.
Ich suchte Lösungen für meine Probleme und wünschte, ich könnte Gott verstehen. Ich wurde medizinisch-technische Assistentin und begann das Medizinstudium, denn ich wollte helfen, Krankheiten zu beseitigen, und den Menschen geben, was sie meines Erachtens suchten: Liebe.
Dann wurde ich sehr krank. Ich lag acht Monate im Krankenhaus, fand aber keine Besserung; dann gab ich auf. Mir erschien es wie das Ende. Eine Freundin nahm mich auf und versorgte mich. Es war das letzte Mal, daß ich in einem Krankenhaus war. Ungefähr zur selben Zeit begann meine Mutter, die Christliche Wissenschaft
Christian Science (kr’istjən s’aiəns) zu studieren. Ich wußte wenig über diese Wissenschaft und hatte sie für mich als Weg abgelehnt. Dann kam das Telefongespräch mit der Ausüberin der Christlichen Wissenschaft, in dem sie mich aufforderte, den 91. Psalm zu lesen. Ich las den Psalm und spürte den göttlichen Schutz und die Geborgenheit, von der er spricht. Ich wußte, daß ich mich nie mehr zu fürchten brauchte, weil Gott, Liebe, immer bei mir, bei jedem ist! In dem Psalm heißt es (Vers 4): „Er wird dich mit seinen Fittichen decken, und Zuflucht wirst du haben unter seinen Flügeln. Seine Wahrheit ist Schirm und Schild.“ Und im Lehrbuch der Christlichen Wissenschaft, Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift, erklärt Mary Baker Eddy (S. 494): „Die göttliche Liebe hat immer jede menschliche Not gestillt und wird sie immer stillen.“ Am nächsten Morgen stand ich fröhlich und gestärkt auf und fuhr sechshundert Kilometer mit dem Auto nach Hause.
Die Folge davon war, daß ich mein Medizinstudium aufgab, aber vor allem ließ ich meine irrigen Annahmen über Gott und den Menschen fahren. Über ein Jahr widmete ich mich dem Studium der heilenden Lehren der Christlichen Wissenschaft. Mein Vater und ich wurden wieder vereinigt, und er bot sich liebevoll an, mich während dieser Zeit des Gebets und Studiums finanziell zu unterstützen. In Wissenschaft und Gesundheit fand ich Antworten auf meine Fragen, die lange unbeantwortet geblieben waren. Ich wurde wieder ganz gesund und rauchte auch nicht mehr. Im Lehrbuch lesen wir (S. 454): „Das Verständnis der göttlichen Allgewalt, sogar nur in geringem Grade, zerstört die Furcht und stellt die Füße auf den rechten Pfad — den Pfad, der zu jenem Hause führt, das nicht mit Händen gemacht ist, sondern, ewig. .. im Himmel' ist.“ Die dunklen Schatten lösten sich auf, als das immergegenwärtige Licht der Wahrheit und Liebe mein Denken erfüllte.
Ich bin so dankbar für die wundervollen Wahrheiten der Christlichen Wissenschaft; sie haben mich befreit. Ich danke unserem Vater-Mutter Gott für Seine liebevolle Führung.
Reichelsheim, Bundesrepublik Deutschland
