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Original im Internet

Habsucht bringt nichts

Aus dem Herold der Christlichen Wissenschaft. Online veröffentlicht am 21. Oktober 2019


Einer meiner Brüder erzählt gern, wie unser Vater, ein Farmer mit sechs Kindern, einmal einen Mann behandelt hat, dem er ein Arbeitsgerät abkaufen wollte. Nachdem der Händler seine Preisvorstellung geäußert hatte, fragte unser Vater nach, ob dieser Preis wirklich fair war – fair für den Händler.

In der Finanzwelt beziehen sich „Verzichtskosten“ auf den Verlust eines potenziellen Gewinns zugunsten einer anderen Alternative. Beschließt man zum Beispiel, kein Geld zu investieren, dann beziehen sich die Verzichtskosten auf das Investitionseinkommen, das man aufgrund dieser Wahl nicht einnimmt.

Für mich illustriert das Beispiel meines Vaters, wie dieses Konzept über Geld hinausgehen kann. Es entstehen beispielsweise Verzichtskosten, wenn wir Habsucht über die besten Eigenschaften des Menschen stellen: Großzügigkeit und Großherzigkeit.

Wenn man um jeden Preis Erträgen nachjagt – ob es um das größere Stück Schokolade, einen Reibach im Geschäft oder ein Familienerbe geht –, wird man nicht reicher an Substanz. Habsucht mag uns mehr Dinge bescheren, führt aber nie zu der Art Zufriedenheit, die wir fühlen, wenn wir unseren Geschäftspartner oder das Familienmitglied ehrbar behandelt und die Beziehung gestärkt haben.

Großzügigkeit bereichert uns auf machtvolle Weise. Die Bibel berichtet von einem Mann namens Abraham und seinem Neffen Lot, die ein Gebiet aufteilten, um genug Weideland für ihre Schafe und Rinder zu erhalten. Abraham überließ Lot die Wahl, und Lot suchte sich das vermeintlich bessere Stück aus. Abraham war einverstanden und erlebte dann viel mehr Segen als sein Neffe – und gab diesen Segen schließlich noch an andere weiter (siehe 1. Mose 13:1–17).

Jesus zeigte seinen Nachfolgern den Wert, den Großzügigkeit mit sich bringt. Als eine arme Witwe ihrer Synagoge einen winzigen Betrag spendete, bemerkte Jesus, dass sie in Relation zu ihrem Hab und Gut viel mehr gegeben hatte, als alle anderen Spender (siehe Markus 12:41–44). Was für eine Freigiebigkeit! Mary Baker Eddy, die Entdeckerin der Christlichen Wissenschaft, schrieb in ihrem Hauptwerk, Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift: „Geben im Dienst unseres Schöpfers macht uns nicht arm, ebenso wenig bereichert uns Zurückhalten“ (S. 79).

Es fühlt sich gut an, den ehrbaren Weg zu gehen, wie Abraham dies tat, denn als Kinder Gottes liegt es in unserer Natur, großzügig und liebevoll und nicht ängstlich und habgierig zu sein. Wir alle wurden in unserer wahren Natur als Gottes geistige Nachkommen zu Gottes Bild und Gleichnis geschaffen – liebevoll, großherzig und im Besitz alles dessen, was wir brauchen, denn wir erhalten es von unserem unendlich gnädigen und allmächtigen Vater-Mutter-Gott. Also müssen wir Situationen oder Menschen nicht manipulieren, um mehr Gutes zu erhalten. Wir bekommen alles, was wir brauchen, als Gottes freigiebige Gabe, ein Geschenk, das wir nur entdecken müssen.

Ich hatte einmal eine Erfahrung, die mir zeigte, wie eine von Gott inspirierte innere Großzügigkeit Segen für alle Beteiligten mit sich bringt. Ein Kommilitone aus meinem akademischen Programm an einer relativ kleinen Universität bewarb sich gleichzeitig mit mir auf ein Praktikum beim kanadischen Parlament. Jährlich wurden landesweit nur zehn Bewerber angenommen.

Statt das Auswahlverfahren aggessiv mit dem Gedanken anzugehen, dass nur wenige Leute davon profitieren würden, betete ich um die Erkenntnis, dass jeder der vielen Hundert Bewerber von Gott versorgt war und dass wir daher alle unseren richtigen Platz hatten, zu dem reichhaltiges Gutes gehörte, ob dieser Platz das Praktikum war oder nicht. Ich zeigte meinem Kommilitonen mehrere Bibelverse, mit denen ich betete, wofür er sich bedankte. Ich war ganz ruhig, und wir blieben während des Bewerbungsverfahrens Freunde.

Ungefähr drei Wochen später erfuhren wir, dass wir beide ausgewählt worden waren. Wir teilten uns eine Wohnung und verbrachten ein sehr gutes Jahr zusammen. Das ist Jahrzehnte her und wir sind weiterhin befreundet.

Jeder von uns kann sich von Gott inspirieren lassen, höhere, selbstlosere Ziele als das konzentrierte Streben nach Geld, nach einem konkreten Plan oder einer bestimmten Gelegenheit zu verfolgen. In welcher Situation wir uns auch befinden mögen, wir erlangen die größte und beständigste Zufriedenheit, wenn wir andere fair behandeln und in Übereinstimmung mit unserer geistigen, großzügigen Natur als Kinder Gottes leben. Und damit erleben wir Freiheit und die reine Freude, anderen zu helfen – als Ausdruck Gottes, der uns allen hilft.

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Die Mission des Herold

Der Herold der Christlichen Wissenschaft ist dazu da, die gute Nachricht zu verkünden, daß Gott tatsächlich Himmel und Erde erfüllt. Als „Herold“ trompetet er die herrlichen Tatsachen des Lebens hinaus — er bringt die Botschaft von der Schönheit und Unschuld des geistigen Universums Gottes. Diese Tatsachen *müssen* berichtet werden. Und wenn freudig, mutig und mit Überzeugung über sie berichtet wird, heilen sie. Sie erlösen. Sie erquicken das Leben.

Mary Metzner Trammell, Der Herold der Christlichen Wissenschaft, Januar 1996

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