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Original im Internet

Auswirkungen eines Spinnenbisses umgekehrt

Aus dem Herold der Christlichen Wissenschaft. Online veröffentlicht am 22. Juni 2026


Die Bibel und Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift von Mary Baker Eddy enthalten symbolische Hinweise auf „Drachen“ und warnen uns, wie sehr Drachen uns täuschen können. Immer wenn ich solch eine Stelle lese, muss ich an eine Geschichte denken, die mich seit vielen Jahren begleitet, weil sie so klar zeigt, wie Angst wirkt – und dass Angst ihre scheinbare Macht verliert, wenn wir aufhören, ihrer Botschaft zu glauben.

Laut der Geschichte hatte eine Frau Nacht für Nacht denselben Traum: Sie wurde von einem großen roten Drachen gejagt, dem sie nicht entkommen konnte. Sie begann, sich vor dem Zubettgehen zu fürchten, denn sie wachte jeden Morgen erschöpft von der Belastung auf.

Eines Nachts sah sie in dem Traum eine Bank, rannte hin und setzte sich entkräftet und nach Atem ringend darauf. Schon bald kam der Drache angerannt und setzte sich direkt neben sie. Starr vor Angst wandte sie sich zu ihm hin und fragte ihn, was er als Nächstes tun wolle. Der Drache antwortete: „Keine Ahnung, gute Frau. Das ist ja Ihr Traum.“

Die Pointe sagt etwas Wichtiges aus. Angst hat so lange Macht über uns, wie wir die Geschichte, die sie uns erzählt, als unabwendbare Wirklichkeit akzeptieren. Solange wir vor ihr wegrennen oder auf sie reagieren, scheint Angst Autorität zu haben. Doch wenn wir anhalten und auf sie zugehen, entdecken wir, dass sie keine Macht hat.

In der Christlichen Wissenschaft ist der „Drache“ nichts Externes oder Körperliches. Er repräsentiert aggressive mentale Suggestionen – Gedanken, die behaupten, wir seien materiell, angreifbar und unterlägen Kräften, die außerhalb der Kontrolle Gottes, des Guten, sind. Diese Suggestionen können hartnäckig sein und überzeugend wirken, doch sie sind nicht göttlich autorisiert. Sie kommen nicht von Gott und haben daher weder Wirklichkeit noch Macht.

Ich hatte einmal einen eigenen „Traum“, aus dem ich erwachen musste. Etwas hatte mich in den Zeh gebissen, woraufhin sich dieser sehr schnell dunkelblau färbte. Da in unserer Umgebung viele Spinnen waren und der Zeh alarmierend aussah, nahm ich an, dass ich von einer giftigen Spinne gebissen worden war.

Obwohl ich innig betete und mein Mann, ein Praktiker der Christlichen Wissenschaft, mit mir betete, verschlimmerte sich die Situation Tag für Tag – erst war mein Bein betroffen und dann weitere Bereiche meines Körpers. An einem Abend hatte es den Anschein, als würde mein Körper seine Funktionsfähigkeit verlieren. Mir fiel das Atmen schwer. Ich konnte nur mit Mühe schlucken. Sprechen war fast unmöglich. Es war furchterregend.

In Augenblicken wie diesem spricht Angst mit sehr lauter Stimme. Sie insistierte bei mir, dass die Lage ernst war und dass ich die Kontrolle über meinen Körper verlor. Doch als ich weiter betete, durchschaute ich diese Gedanken – ich erkannte, dass sie drachenähnliche Suggestionen waren, die verlangten, geglaubt zu werden.

Ich verstand, dass ich nicht länger darauf reagieren musste. Ich konnte aufhören, vor ihnen wegzulaufen, und stattdessen zulassen, dass mein Denken zu dem erwachte, was geistig wahr war.

In solchen Situationen würden viele Menschen sofort medizinische Hilfe in Anspruch nehmen. Doch ich bin eine langjährige Christliche Wissenschaftlerin, die Gesundheit und Harmonie durch die Allerhabenheit von Gottes Gesetz erlangt hat, und mein Denken wandte sich völlig selbstverständlich Gott zu, wurde ruhiger und empfänglicher für das, was die göttliche Wahrheit offenbarte.

Und dann kamen mir diese Worte von Christus Jesus sehr klar in den Sinn (Lukas 10:19): „Seht, ich habe euch Vollmacht gegeben, auf Schlangen und Skorpione zu treten, und über die ganze Macht des Feindes; und nichts wird euch schaden.“ Dieses Versprechen half mir zu erkennen, dass es nicht um einen Kampf mit einem körperlichen Zustand ging, sondern ich musste den Glauben loslassen, dass etwas anderes als Gott, Geist, Autorität über die Schöpfung des Geistes haben könnte.

Ich fing an, an dem festzuhalten, was geistig und wissenschaftlich wahr ist – dass Gottes Gesetz der Harmonie jede Funktion meines Seins regiert. Ich war keine verletzliche Sterbliche, die eine Reaktion auf Gift erlebte. Ich war Gottes geistiger Ausdruck – vollständig, rein und unberührt von allem, das der göttlichen Liebe fremd war.

Das bedeutete, mich zu weigern, die Wirklichkeit von dem beängstigenden körperlichen Bild definieren zu lassen. Immer wenn ich in Versuchung war, mich von Angst übermannen zu lassen, rüttelte ich mich mental wach, indem ich die Allerhabenheit des Geistes und die Unversehrtheit meiner wahren Identität als Gottes Ebenbild bekräftigte.

In dem Maße, wie mein Verständnis dieser geistigen Tatsachen wuchs, lockerte sich der Griff, mit dem die Angst mich im Zaum hielt. An demselben Abend löste sich etwas in meinem Hals und wurde durch den Mund ausgeschieden. Nun konnte ich wieder normal atmen, schlucken und sprechen, und das Problem verschwand.

Ich bin tief dankbar für diese Heilung – nicht nur für die körperliche Wiederherstellung, sondern auch für die geistige Klarheit, die damit einherging. Sie erinnerte mich daran, dass Herausforderungen keine echte Macht enthalten. Wie der Drache im Traum sind sie nur dann furchterregend, wenn wir die Geschichte, die die Angst uns einredet, auch glauben.

Jede Herausforderung ist eine Gelegenheit, aufzuwachen – Gottes Allheit klarer zu erkennen, Seiner Regierung umfassender zu vertrauen und die geistige Autorität zu beanspruchen, die uns immer zu eigen ist.

Roxanne Baker
Laguna Hills, Kalifornien, Vereinigte Staaten

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