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Aktive Kirche

„Hier ist gut sein!“

Aus dem Herold der Christlichen Wissenschaft. Online veröffentlicht am 22. Juni 2026


Als ich mich an einem Sonntagmorgen auf den Gottesdienst in unserer Zweigkirche der Christlichen Wissenschaft vorbereitete, drängte sich mir diese Frage auf: „Was ist, wenn sonst niemand kommt?“ Ich hatte für unseren Gottesdienst gebetet, aber in diesem Augenblick schien es, als ob meine Gebete infrage gestellt wurden.

Ein paar Augenblicke des Gebets später erhielt ich eine Antwort von Gott, die diese Angst beruhigte: „Gott leitet Seine Kinder dahin, wo sie hingehören.“ Ich war dankbar für diese Versicherung und empfand Frieden, als ich mich weiter auf den Gottesdienst vorbereitete.

Doch auf dem Weg zur Kirche kam mir eine weitere Frage in den Sinn: „Wenn Gott derjenige ist, der Seine Kinder zur Kirche bringt, was ist dann unsere Aufgabe?“ Und die Antwort folgte auf dem Fuße: „Du tust deine Arbeit und Gott tut Seine.“

Das vertrieb nicht nur jegliche verbleibenden Zweifel und Angstgedanken, sondern brachte auch sehr viel Inspiration mit sich. Mir wurde klar, dass es nicht die Aufgabe der Kirchenmitglieder und anderen Anwesenden ist, mehr Menschen für den Besuch der Kirche zu gewinnen und die Bänke zu füllen. Unsere Aufgabe ist es, die Arbeit zu tun, die für die Gottesdienste erforderlich ist – wir müssen unsere Gedanken mit dem Licht des Christus leuchten lassen und bereit sein, die von ihrem Vater-Mutter-Gott zu unseren Eingangstüren geführten wunderbaren Menschen willkommen zu heißen, damit sie mehr über Ihn lernen können.

Christus Jesus sagte (Johannes 5:17): „Mein Vater wirkt bis jetzt, und ich wirke auch.“ Jesu Beispiel zeigte, dass Gott Seine Kinder immer versorgt und auf rechtem Weg führt und dass wir, Gottes Kinder, Seine Liebe und Güte ausdrücken können, indem wir in der Kirche mitarbeiten – indem wir bereit sind, unser Umfeld willkommen zu heißen und zu lieben. Das ist ein Ausdruck der Dankbarkeit Gott gegenüber für die Lehren und Heilungen von Christus Jesus, Heilungen, die heute nach wie vor möglich sind und stattfinden. Kirchenarbeit ist keine Last, sondern ein Segen, und zwar für uns und unsere Mitmenschen.

Drei Evangelien berichten, dass Jesus einst drei Jünger mit auf einen Berg nahm, wo er verklärt wurde, sodass sein Gesicht und seine Kleider hell leuchteten, und wo er mit Mose und Elia redete (siehe Matthäus 17:1–8). Sein Jünger Petrus sagte: „Herr, hier ist gut sein!“ Er begriff die große Bedeutsamkeit dieses Ereignisses.

Es lohnt sich, über die Worte „Hier ist gut sein!“ nachzudenken. Mit ihnen können wir die Suggestion zurückweisen, dass wir nicht zur Kirche kommen müssen, oder die Sorge, dass andere nicht kommen werden. Wir sind immer gesegnet, wenn wir Gottes Führung gehorsam folgen und bereit sind, die vielfältige Art und Weise zu bezeugen, auf der Christus in jedem Aspekt unserer Arbeit zum Ausdruck gebracht wird.

An demselben Sonntagmorgen, als ich für die Kirche betete, saß unser Sonntagsschulvorsteher und einziger Lehrer an seinem Tisch in der Sonntagsschule und betete für die bevorstehende Stunde, bereit, Gottes Kinder zu begrüßen. Die Tür zur Sonntagsschule ging auf und ein Mann kam herein, der Jahrzehnte zuvor die Sonntagsschule unserer Zweigkirche besucht hatte. Er hatte sich vor langer Zeit von der Christlichen Wissenschaft abgewandt, war aber nun in unserer Stadt zu Besuch und beschloss, am Gottesdienst teilzunehmen. Er hatte sich gefragt, ob die Kirche weiterhin aktiv und am selben Ort war, und freute sich zu sehen, dass dies der Fall war. Nach dem Gottesdienst sagte er den Mitgliedern, ihm sei klar geworden, dass Gott, Wahrheit, ihn in all den Jahren nicht verlassen hatte, sondern immer bei ihm gewesen war. Wir waren so dankbar, anwesend zu sein, um an jenem Tag diesen Besucher begrüßen zu können!

Ich verstand auch, dass sein kindliches, empfängliches Denken ihn zu dem Gebäude geführt hatte, das ihm als Kind so vertraut gewesen war. Unsere Sonntagsschule hatte in dem Augenblick keine Kinder, war aber geöffnet, und der Lehrer war vorbereitet, denn das Denken der Mitgliedschaft als Ganzes war ebenfalls empfänglich. Dieser bescheidene, aber wichtige Vorfall half unseren Kirchenmitgliedern, ihre Ziele neu zu festigen.

In der Satzung unserer Zweigkirche steht, dass unsere Kirche dazu gegründet wurde, einen Zweig der Mutterkirche, der Ersten Kirche Christi, Wissenschaftler, in Boston, Massachusetts, USA, in unserer Stadt zu organisieren und aufrechtzuerhalten „für die öffentliche Anbetung Gottes, für die Heilung von Krankheit und Sünde gemäß den Lehren der Heiligen Schrift und gemäß den Lehren in Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift von Mary Baker Eddy“.

Als ich darüber nachdachte, war ich beeindruckt von dem Verlangen der Gründungsmitglieder, ihrem Umfeld den Weg zu dem wertvollen Geschenk der Christlichen Wissenschaft zu ebnen. Diese Mission hält an, und wir haben sie an jenem Sonntagmorgen erfüllt – und waren dankbar, diese Frucht unseres anhaltenden Einsatzes zu ernten.

Kürzlich machte sich eine weitere dieser kleinen Ängste über die Teilnahme an den Gottesdiensten in meinem Denken breit, als ich an einem Sonntagmorgen Ordnerin war. Diesmal lautete die Frage: „Was ist, wenn Besucher nur eine Handvoll von uns hier sehen?“ Gottes Antwort ließ nicht lange auf sich warten: „Gott stellt das Festmahl bereit, und wir kommen alle zu Tisch, um daran teilzunehmen.“ Das hieß für mich, dass ich, wenn ich Hunger hätte und zum Essen eingeladen wäre, mir sicher nicht viele Gedanken darüber machen würde, wie viele Personen sonst noch am Tisch sitzen. Ich wäre bestimmt vor allem dankbar für das Mahl, das für mich bereitet wäre.

Das war ein schönes und hilfreiches Bild, das ich gut auf die Gottesdienste beziehen konnte. Kirchenmitglieder könnten besorgt darüber sein, was andere über ein Erscheinungsbild von Mangel denken. Doch kann es dem, wozu Gott Seine Kinder einlädt, jemals an etwas mangeln? Nein! Ein Gottesdienst der Christlichen Wissenschaft ist voll von Liebe und Inspiration; er unterliegt Gottes Regierung und wird den dankbaren Herzen rundherum angeboten. Der Gottesdienst ist das Festmahl, zu dem hungernde Herzen von ihrem Vater-Mutter-Gott eingeladen wurden, und wir können wissen, dass sie dankbar für die Wahrheitsgedanken, die sie während des Gottesdienstes erhalten haben, wieder gehen werden. Nur wenige Augenblicke, nachdem mir diese geistigen Gedanken gekommen waren, kam ein neuer Besucher herein, der in unserem Leseraum der Christlichen Wissenschaft von unserer Kirche erfahren hatte, und nahm am Gottesdienst teil. 

Aus Erfahrungen wie diesen lerne ich, dankbar zu sein, wenn mir Zweifel hinsichtlich der Kirche kommen, denn ich stelle immer fest, dass genau das Gegenteil dieser Zweifel wahr ist, und ich denke daran, was Petrus gesagt hatte: „Hier ist gut sein!“

Es ist immer gut, zur Kirche zu gehen, die Gottesdienste mit unseren Gebeten zu unterstützen, im Leseraum mitzuarbeiten usw. – Gott gehorsam zu sein und an Seiner Seite zu arbeiten. Diese Zeilen aus einem Lied im Liederbuch der Christlichen Wissenschaft helfen, deutlich zu machen, wie dies uns und andere segnet: 

Ist dein Herz lebend’ger Kraft voll?
   Sieh, dass nichts sie dir verzehrt;
leben kann sie nur durch Liebe,
   die im Dienen sich vermehrt.

(Elizabeth Charles, adapt., Nr. 360, Übers. © CSBD)

Gott tut immer Seine Arbeit, und wir tun unsere, wenn wir das Licht des Christus durch die Art und Weise leuchten lassen, wie wir selbst leben. Wir können gemeinsam freudig sagen: „[Unser] Vater wirkt bis jetzt, und [wir wirken] auch.“ Und diese Arbeit ebnet den Weg für neue Freundinnen und Freunde, damit sie mit uns an Gottes reichhaltigem Festmahl teilnehmen können.

Anna Carlson Reynolds

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