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Für Junge Leute

Sauer auf jemanden? Liebe hilft uns darüber hinweg

Aus dem Herold der Christlichen Wissenschaft. Online veröffentlicht am 29. Juni 2026


Ich war sauer auf meine Freundin. Maya war nicht zu meiner Party gekommen, und ich fühlte mich übergangen und blamiert.

Das ganze Wochenende über dachte ich immer wieder daran, ich regte mich mehr und mehr darüber auf und sagte mir immer wieder, dass ich das Recht hatte, sauer zu sein.

Ich benahm mich wie Jona in der Bibel. Jona war wütend auf Gott, weil Er sich den Bewohnern von Ninive gnädig zeigte – Jona fand nicht, dass diese Leute Gottes Vergebung verdient hatten. Vor lauter Wut setzte er sich mitten in die Sonne (siehe Jona 4:1–11) und sagte im Grunde zu Gott: „Ich würde lieber sterben als vergeben!“ Daher ließ Gott in der Hitze neben dem schmollenden Jona einen belaubten Baum wachsen. Das ist ein echt gutes Beispiel für Gottes unerschöpfliche Liebe und die humorvolle Weise, wie Er sie zeigte.

Jedenfalls habe ich ähnlich wie Jona an dem betreffenden Sonntag die Kirche geschwänzt und bin allein mit dem Fahrrad zu einem Musikfestival gefahren. Als ich ankam, hatte das Hauptprogramm noch nicht angefangen, aber sechs tibetische Mönche sangen Melodien in tiefen, ruhigen Stimmen.

„Na super“, dachte ich. „Mir unbekannte Leute, die in einer Sprache singen, von der ich kein Wort verstehe – da kann ich in Ruhe sauer sein!“

Ich legte mich an einer sonnigen Stelle ins Gras, machte die Augen zu und dachte Sachen über meine Freundin, die nicht gerade nett waren – selbstgerechte Gedanken und verletzte Gefühle. Aber diese Art von Denken fokussiert uns nur auf unsere Wut und solche Sachen, und als Christliche Wissenschaftlerin wusste ich eigentlich, dass es besser war, nicht an diesen lieblosen Gedanken festzuhalten.

Plötzlich merkte ich, wie ein Schatten über mein Gesicht ging. Ich schlug die Augen auf, und da stand Maya!

Meine Freundin stellte sich so, dass sie meinen Augen Schatten vor der hellen Sonne bot. Ihre blonden Haare wurden von der Sonne beleuchtet und ihre braunen Augen lächelten – sie sah wie eine schiefe, freundliche Sonnenblume aus.

Meine Wut löste sich augenblicklich auf. Ich merkte, dass ich ihr nicht immer noch mehr Vorwürfe machen musste. Meine Wut und mein Widerstand wurden mir ganz fremd und verschwanden. Ich habe nichts dazu getan, sondern das war das Wirken der göttlichen Liebe. Es kam mir vor, als würde ich die Wirklichkeit sehen – wer ich als Gottes Ausdruck war und wer Maya in Wirklichkeit ebenfalls als Ausdruck Gottes, der Liebe, war. Diese Wirklichkeit war frei von meinen Kommentaren und Vorstellungen.

Ich bin wortlos aufgestanden und habe sie umarmt. All meine Wut hatte sich einfach aufgelöst. Ohne gedankliches Argumentieren. Ohne heroische Anstrengung. Nur durch die Wärme der Liebe, Gottes, ist meine abwehrende Wut dahingeschmolzen.

Ich hatte alles getan, um diese Heilung zu verhindern. Aber ich wusste, dass ich es besser machen musste. Mir war ein Artikel mit dem Titel „Liebe“ in Mary Baker Eddys Buch Vermischte Schriften 1883–1896 (S. 249–250) sehr wichtig, in dem die Macht der göttlichen Liebe hervorgehoben wird, zu lieben und umzuwandeln, sogar mitten in Hass und Disharmonie.

Ich wusste, dass Mary Baker Eddy als Entdeckerin der Christlichen Wissenschaft immer wieder mit Verfolgung, Verrat und Unterstellungen zu tun hatte. Deshalb sind ihre Lehren, wie der Artikel über Liebe, keine reinen Theorien, sondern bewährte Anweisungen dafür, wie man ohne Gewalt, Vergeltung oder Rache mit Ungerechtigkeit und Verletzung umgeht.

Daher verstand ich, was an dem Tag passiert war. Die ganze Zeit, in der ich sauer war, blieb Gottes Liebe weiter aktiv und bewegte mich still und konstant vorwärts. Dieses geistige Wirken löste meine Wut auf und ließ mich Maya so sehen, wie Gott sie sieht: strahlend, vollständig und so, dass man gar nicht anders kann, als sie zu lieben.

Gottes Gnade, die aus der Liebe der Liebe zu uns entsteht, wartet nicht, bis wir bereit sind. Sie durchbricht Selbstrechtfertigung, Angst und Sturheit. Sie erreicht ohne Ausnahme jedes Herz. Dieselbe Liebe, die Jona versorgte und an dem Nachmittag meinen Widerstand auflöste, ist für uns alle da: immer aktiv, nicht zu stoppen und so, dass unweigerlich Heilungen folgen.

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