Als ich letztes Jahr im Sommerlager war, merkte ich, dass ein Mädchen in meiner Hütte, das zum ersten Mal mit dabei war, vor lauter Heimweh kaum Spaß hatte. Das tat mir sehr leid, denn das Sommerlager ist so eine tolle Erfahrung, und alle sollten die Liebe und Freude miterleben können, die da zum Ausdruck gebracht werden.
Einmal konnte ich nachts nicht schlafen. Mein Vater hatte mir mal gesagt, dass es eine Gelegenheit ist zu beten, wenn man mitten in der Nacht wach ist und nicht schlafen kann. Deshalb dachte ich: „Jetzt könnte ich für das Mädchen in meiner Hütte beten.“
Ich habe mit ein paar Gedanken gebetet, die ich in der Sonntagsschule der Christlichen Wissenschaft gelernt habe. Ich weiß, dass Gott für alle Menschen sorgt. Ich weiß auch, dass im Sommerlager so viel Liebe zum Ausdruck gebracht wird, und da, wo Liebe ist, gibt es keinen Platz für Heimweh.
Dann habe ich über einen Satz in Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift von Mary Baker Eddy nachgedacht, den ich auch in der Sonntagsschule gelernt habe (S. 494): „Die göttliche Liebe hat immer jeden menschlichen Bedarf gestillt und wird ihn immer stillen.“ Ich habe überlegt, was genau das bedeutet. Meiner Meinung nach sagt der Satz, dass Gott, der Liebe ist, für uns sorgt, also haben wir alles, was wir brauchen. Egal, wohin wir gehen, wir werden immer von Gott geliebt und versorgt.
Ich habe eine Weile so gebetet, und dann bin ich eingeschlafen. Ich war sehr dankbar für die Gelegenheit zu beten.
Danach schien das Mädchen in meiner Hütte viel fröhlicher zu sein. Sie hatte Spaß bei ihren Aktivitäten und war so viel froher! Ich habe mich sehr gefreut, dass sie fröhlich war.
Ich bin so dankbar, dass ich die Gelegenheit hatte, für ein anderes Kind zu beten.
