Manchmal kommt uns das Leben noch dramatischer vor als ein Hollywood-Film, und Probleme scheinen überaus beeindruckend und erdrückend zu sein.
Wenn wir ins Kino gehen, sehen wir alle möglichen Bilder – beeindruckende Meere, Verfolgungsjagden und sogar brennende Gebäude. Doch das, was wir auf der Leinwand verfolgen, trägt sich in dem Augenblick nicht wirklich zu, auch wenn es sehr wirklich aussieht. Und die Flammen an dem Gebäude können die Leinwand weder verbrennen noch auch nur berühren. Wenn wir diesen Brand löschen wollten, würden wir keinen Eimer Wasser gegen die Leinwand schütten! Die Flammen hören nur dann auf, wenn wir die Quelle der Bilder abschalten, nämlich den Filmprojektor. Dann verschwinden sie und können nicht mehr die Leinwand emporkriechen oder auch nur weiter sichtbar sein, denn sie haben keine Fähigkeit aus sich selbst heraus. Das Abschalten des Projektors entfernt die Bilder, so furchteinflößend sie auch sein mögen.
Wie bei dem auf die Leinwand projizierten Film denken Menschen manchmal, dass ein Problem sich direkt vor ihren Augen abspielt, und so versuchen sie, etwas dagegen zu bewirken, indem sie eine Tablette nehmen, sich operieren lassen, ihre Ernährung umstellen oder mehr Sport treiben. Solch ein Vorgehen kann unterschiedliche Ergebnisse bringen. Schritte dieser Art sind ein bisschen, wie wenn man einen Eimer Wasser gegen eine Leinwand schüttet, um ein Feuer im Film zu löschen. Das, was wie ein körperliches Problem aussieht, ist in Wirklichkeit mental.
Beim geistigen Heilen ist das, was wir als Problem betrachten, eine sterbliche Denkweise. Und es ist, als ob der sterbliche Gedanke der Projektor ist, der das Bild von einem unharmonischen Zustand auf die Leinwand projiziert bzw. uns von außen aufsetzt. Die Lösung besteht somit darin, den sterblichen Gedanken zu entfernen, und dann kann er sich in unserem Leben nicht mehr zeigen.
Mary Baker Eddy macht diese Tatsache in ihrem Buch über christliches Heilen, Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift, mit folgendem Beispiel deutlich (S. 425): „Wenn der mental zu behandelnde Fall Tuberkulose ist, dann greife die Hauptpunkte auf, die diese Krankheit (der Annahme nach) einschließt. Zeige, dass die Krankheit nicht ererbt ist; dass Entzündung, Tuberkeln, Blutungen und Zerfall Auffassungen sind, Bilder des sterblichen Denkens, die dem Körper aufgedrängt wurden; dass sie nicht die Wahrheit über den Menschen sind; dass sie als Irrtum behandelt und aus dem Denken ausgeschlossen werden sollten. Dann werden diese Leiden verschwinden.“
Der Inhalt dieser Aussage ist auf jegliche Krankheit anwendbar, ob sie als heilbar oder unheilbar erachtet wird, denn es geht darum, dass das, was wir als Symptome betrachten, nur von außen projizierte – uns aufgedrängte – sterbliche Vorstellungen sind und nichts Äußerliches, das körperlich entfernt, angepasst oder sonst wie verändert werden muss. Sie sind Abbildungen des sterblichen Denkens, die durch die heilende Botschaft des Christus – durch die erhellte Botschaft, dass wir alle hier und jetzt eins mit Gott, dem göttlichen Gemüt, der Quelle alles wahren Denkens sind – verworfen werden können.
Als Gottes Ideen sind wir das, was Gott in diesem Augenblick weiß. Wir haben also kein persönliches Gemüt, das als „Projektor“ bzw. falsche Informationsquelle dienen kann. In der Einheit des Gemüts sind sterbliche Vorstellungen unmöglich, denn es gibt nur die ewigen Gedanken Gottes.
Um noch einen Schritt weiter zu gehen: Da wir göttlichen Ursprungs im Gemüt sind, können uns keinerlei sterbliche Vorstellungen zu eigen sein. Das Gebet, das Jesus seine Nachfolger gelehrt hat und das mit den Worten beginnt: „Unser Vater im Himmel!“ (Matthäus 6:9), bestätigt unseren geistigen Ursprung. Und dieser Ursprung ist die Grundlage allen Heilens, wie Jesus dem wissbegierigen Pharisäer Nikodemus erklärte (siehe Johannes 3:1–7): Wir müssen von Neuem geboren werden. Die neue Geburt bedeutet, unser reines geistiges Sein zu erkennen, das sich in Gott, Gemüt, und nicht in der Materie befindet.
Als Kinder Gottes, der göttlichen Seele, sind wir dazu erschaffen, Ausgeglichenheit, Schönheit und Reinheit zum Ausdruck zu bringen, und wir haben ein Erbe ewiger Gesundheit und eines unendlichen Daseinszwecks. Wir werden nicht durch DNA, Zufälle oder Sünde definiert. Als Gottes Widerspiegelung haben wir ein von Seele verliehenes Bewusstsein und sind uns der Wahrheit unseres Seins für alle Zeit bewusst; es ist unberührt von sterblichen Hypothesen. Da dies die geistigen Tatsachen der Schöpfung sind, muss jegliche äußerlich sichtbare Phase des sterblichen Denkens eine Illusion sein.
Unser wahres Erbe als Gottes Kind zu akzeptieren ist mit dem Abschalten eines Projektors vergleichbar, denn wir erkennen unsere Einheit mit der Erhabenheit des Gemüts. Die Gedanken, das Bewusstsein des göttlichen Gemüts, drücken Liebe, Güte, Weisheit, Wahrheit, Harmonie aus.
Dementsprechend akzeptiert eine christlich-wissenschaftliche Behandlung unser geistiges Erbe als Kinder Gottes und erkennt das Problem, mit dem wir konfrontiert sind, als falsche Vorstellung von diesem göttlichen Erbe und nicht als körperliche Wirklichkeit. Heilung umfasst die freudige Anerkennung der Allerhabenheit des Gemüts, und somit entfernen wir die falschen Darstellungen des sterblichen Glaubens aus unserem Denken – indem wir die Tätigkeit des Christus einlassen – und akzeptieren das, was wahr und rein ist. Das kommt dem Abschalten des Projektors gleich, und die natürliche Folge ist, dass das Problem verschwindet.
Diese Erkenntnisse bewirkten eine Heilung bei einem Mann, dessen Augenlicht auf einmal von schwarzen Flecken unterbrochen wurde. Er war zu einem Augenarzt gegangen, der ihm sagte, dass dieses spezielle Problem ein Vorläufer von einer Art Glaukom war, für die es keine Behandlung gab und die auch nicht umgekehrt werden konnte. Der Mann fing an zu beten und bat eine Praktikerin der Christlichen Wissenschaft um Hilfe.
Sehfähigkeit wird im Allgemeinen missverstanden und auf uns bezogen – sie ist mit der Vorstellung verbunden, sie beruhe auf Materie, wodurch sie Krankheit, Alter, Unfällen oder Vererbung ausgesetzt sei. Genau das waren die sterblichen Vorstellungen und Irrtümer, die in diesem Fall aus dem Denken ausgemerzt werden mussten.
Die Autorität dafür, solch eine Fehlvorstellung auszumerzen, befindet sich im ersten Kapitel der Genesis, wo das Sehen als geistig und von Gott ausgehend beschrieben wird. Das Licht, das Gott sah, war gut und offenbarte die fortdauernde Gegenwart der gesamten Schöpfung. In 1. Mose 1:31 wird die Schöpfung zusammengefasst, wo es heißt, dass Gott alles angesehen hat, was Er gemacht hat, und dass es sehr gut war (und das hebräische Wort für „gut“ hat hier einen großen Anwendungsbereich; in einem Vers des Alten Testaments wird es sogar als „freundlich“ übersetzt). Gott, Gemüt, erkennt jede Individualität, die Er in sich schließt, und alle diese Schöpfungen sind Tätigkeitsbeschreibungen der Liebe. Was Gott sieht, befindet sich nicht außerhalb Seiner selbst, ist nichts „dort drüben“, sondern Er sieht all die unendlichen geistigen Ausdrücke, die Er einschließt.
Als Gottes Kind, als individuelle bewusste Idee des Gemüts, haben wir jedes korrekte Konzept, das Gott erschaffen hat. Und wir können nichts sehen, was Gott nicht erschaffen hat. Ja außerhalb von dem, was Gott gemacht hat, existiert nichts! Wir können nur das sehen, was wir als zusammengesetzter Ausdruck Gottes in uns schließen. Diese unendlichen Ideen sind bereits definiert und werden klar vom göttlichen Gemüt in Schönheit, Form, Gestalt und Farbe unterschieden. Somit wird alles, was wir sehen, von Gott deutlich sichtbar gemacht und nicht von materiellen Organen, Muskeln und Linsen, die von Alter, Unfall oder Krankheit beeinträchtigt werden können.
Gottes Mensch sieht so klar wie Gott. Somit ist es natürlich, dass zu klarem Sehen auch gehört, die Gottähnlichkeit zum Ausdruck zu bringen, die uns bereits zu eigen ist. Das hat nichts mit einem Leben in „guter“ oder „schlechter“ Materie zu tun. Diese widergespiegelten Eigenschaften der Güte, Liebe, Reinheit und Lieblichkeit stärken wahre Wahrnehmung, wahres Sehen.
Die innigen Gebete des Mannes richteten sich nun darauf, sein Denken und Handeln zu reinigen, indem er seine Einheit mit der göttlichen Liebe, dem göttlichen Gemüt, erkannte. Dieses Gemüt sieht nur sich selbst und seine Schöpfung, rein und makellos. Innerhalb einiger Tage, in denen der Mann auf diese Weise lebte und betete, wurde seine Sicht vollständig ungetrübt, und die Flecken verschwanden schlicht und einfach. Das Schwarze vor seinen Augen war nichts Materielles, das entfernt werden musste, sondern eine Manifestation allgemeiner sterblicher Vorstellungen über Sehfähigkeit und Alter, die dem Bewusstsein aufgedrängt worden waren. Sie verschwanden aus dem Denken durch die Tätigkeit des Christus, der wahren Idee Gottes, und die Heilung war eindeutig. Die falschen Vorstellungen waren nie ein Teil des gottgegebenen Bewusstseins des Mannes gewesen.
Wenn also ein Problem noch größer zu sein scheint als die Bilder auf einer Hollywood-Leinwand, dann freuen Sie sich, dass es keinen Projektor sterblicher Vorstellungen gibt. Die so groß erscheinenden Disharmonien sind von außen projiziert und entbehren jeder Wirklichkeit. Die Freiheit geistig klaren Sehens ist von Natur aus allen Kindern Gottes verliehen, denn wir sind alle das Bild und Gleichnis der Liebe. Das vom unendlichen Gott erschaffene Design der Gesundheit, der Harmonie und des Friedens macht unser Leben aus. Somit können wir die Klarheit des Designs der Liebe, das aus Lieblichkeit und Schönheit besteht und uns vollständig umgibt, nicht aus den Augen verlieren.
