Es hat mich schon lange gedrängt, meinen lieben deutschen Landsleuten mitzuteilen, wie es kam, daß ich eine Christian Scientistin wurde, und um Gott die Ehre zu geben. Einundzwanzig Jahre hatte ich mich der Krankenpflege gewidmet, oft Tag und Nacht über dem Krankenbette gewacht. Mein Beruf war mir unendlich lieb und das Leiden meiner Mitmenschen machte mich oft sehr unglücklich.
Woher all dieses Leiden und diese Hilflosigkeit der Menschen? Hatten wir nicht einen liebenden Vater? Weshalb erfüllten sich die Worte unseres Heilandes nicht: „Bittet, so wird euch gegeben”? Wo lag der Fehler? So fragte das geängstigte, unbefriedigte Herz. O, mit welch heißen Tränen flehte ich oft zu Gott, uns armen Menschenkindern den Weg aus diesem irdischen Elend zu zeigen. Gott ist gerecht, und doch schien so viel Ungerechtigkeit zu herrschen; Er ist allmächtig, und doch schien es so viel Elend zu geben. Gott konnte nicht lügen, Seine Güte währet ewiglich: ich glaubte an Ihn, ich vertraute Ihm, und war Seiner Liebe gewiß. Wo war der Fehler? Oft stärkte ich mich am achten Kapitel von Paulus’ Brief an die Römer, auf eine Lösung meiner Frage wenigstens nach dem Tode hoffend.
Jahre vergingen in Hoffen, Beten und Arbeiten; sah ich doch mehr und mehr wie unzuverlässig und kurzsichtig das menschliche Wissen, die medizinische Heilkunde ist, wie oft hörte ich von den besten Ärzten, — guten, vortrefflichen Männern: Hier ist keine Hilfe, es ist unmöglich zu sagen, was dieses oder jenes ist. Medizinen, die das eine Jahr als unfehlbar galten, wurden im nächsten Jahre verworfen. Was dem einen zu helfen schien, war erfolglos im nächsten Falle. Ich konnte nur zu der Überzeugung kommen, wie hilflos blind der Mensch ist. Endlich kam die Antwort; Gott hatte meine Bitte um Erleuchtung erhört. Es gab ein Mittel, ich fand es in „Science and Health with Key to the Scriptures“ von Mary Baker G. Eddy.