„Welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder", schreibt Paulus in seinem Brief an die Römer. Das Bewußtsein des Seins, das seine Vollständigkeit im Vater kennt und sich als das Bild und Ebenbild Gottes erkennt, ist das Christus-Bewußtsein oder das Kind Gottes. Es spornt uns an und gibt uns ein Gefühl der Würde und der Größe, wenn wir durch die Offenbarung der Christian Science erkennen, daß die im ersten Kapitel des 1. Buchs Mose berichtete geistige Schöpfung die wahre Darlegung unseres Ursprungs und unseres wirklichen Seins ist. In diesem Kapitel sind die geistigen Tatsachen berichtet, daß Gott Sein Weltall, den Himmel, das Meer, die Erde, die Sonne, den Mond und alle lebenden Geschöpfe schuf, und daß Er den Menschen geistig und vollkommen, zu Seinem Bild, zu Seinem Ebenbild schuf. Gott ist Vater-Mutter; daher ist der Mensch Sein Kind. Diesem geliebten Kind gab Gott Seine größte Gabe: Herrschaft über die ganze Schöpfung. Diese geistige Schöpfung schließt alles in sich, was harmonisch, befriedigend und vollständig ist.
Im Glossarium zu „Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift" (S. 594) gibt Mary Baker Eddy für „Sohn" die geistige Begriffsbestimmung: „Der Sohn Gottes, der Messias oder Christus." Christus offenbart uns, daß folglich der Mensch einschließlich des Weltalls durch Widerspiegelung die Ideen Gesundheit, Freudigkeit, Erfolg, Einmütigkeit, Erleuchtung, Zufriedenheit und Vollständigkeit in sich schließen muß. Durch diese Kenntnis können wir die sogenannten Gewalten der Anmaßung ausschließen, die auf Grund falscher Annahme Einwendungen der Furcht, der Sünde, der Krankheit, des Todes, des Mangels und der Begrenzung erheben.
Wenn wir das Zeugnis der fünf materiellen Sinne verneinen und unser Denken vergeistigen, verstehen wir, daß Gott das göttliche Prinzip ist, demgemäß wir leben müssen, statt daß wir Gott um Leben bitten. Dieses Christusbewußtsein ist nicht auf Jesus beschränkt, sondern ist jedermanns Geburtsrecht, und man erlebt es in dem Maße, wie man erkennt, daß man als das Kind Gottes wesenseins mit Gott ist. Mrs. Eddy schreibt (Wissenschaft und Gesundheit, S. 264): „Wenn wir uns vergegenwärtigen, daß Leben Geist ist, nie in, noch von der Materie, so wird sich dieses Verständnis zur Selbstvollendung erweitern und alles in Gott, dem Guten, finden und keines andern Bewußtseins bedürfen."
Jeder kann von seinem geistigen Selbst sagen, was Jesus von sich als dem Boten des Christus sagte: „Ich bin Gottes Sohn"; „ich und der Vater sind eins"; „ich kann nichts von mir selber tun". Wir müssen von diesen Wahrheiten Gebrauch machen; sie müssen unser Denken so erfüllen, daß sie für uns die geistigen Tatsachen unseres Seins werden; dann weichen menschliche Annahmen der göttlichen Harmonie.
Wenn wir wissen, daß wir von dem Gemüt unzertrennlich sind, können wir die mesmerischen Einflüsterungen, daß im Bösen Intelligenz und Macht sein könne, verneinen und dadurch ihre Folgen aufheben. Jede Einflüsterung des Bösen muß an der Tür unseres eigenen Denkens abgewiesen werden. Die Schwierigkeit besteht nicht darin, was die Welt denkt, sondern was wir glauben, daß die Welt denke.
Angreifende Gedankenbeeinflussung hat keine Macht, keine Gegenwart, kein Prinzip, kein Gesetz, und kann in das von Gott regierte Bewußtsein keinen Einlaß finden. Einflüsterung wird durch die Erkenntnis der Allgegenwart der göttlichen Liebe vernichtet. Diese göttliche Gegenwart ist das Gesetz der Vernichtung jeder falschen Annahme. Dadurch, daß wir nur das widerspiegeln, was das Gemüt weiß, können wir alle falschen Annahmen über den Körper berichtigen und ausscheiden, Furcht zerstören und beweisen, daß wir einmütig, vollständig und im Gemüt geborgen sind.
Wenn uns irgend etwas fehlt, sei es Gesundheit, Freudigkeit, Gelegenheit, ein Heim, Arbeit, Erfolg oder innerer Friede, kommt es daher, daß wir denken, Substanz sei etwas außerhalb von uns. Der Mensch schließt jede rechte Idee in sich. Er erkennt Versorgung daher als die Entfaltung göttlicher Ideen, die durch nichts aufgehalten werden kann. Jesus zeigte uns die Voraussetzung, um Versorgung zu finden, als er sagte: „Trachtet am ersten nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch solches alles zufallen." Aber viele von uns verzögern unsern Beweis der Substanz dadurch, daß wir die Dinge mehr als das Reich Gottes suchen. Im Glossarium zu Wissenschaft und Gesundheit (S. 588) erklärt Mrs. Eddy „Intelligenz" zum Teil als „Substanz; durch sich selbst bestehendes und ewiges Gemüt." Wenn wir also unsere Substanz vermehren wollen, müssen wir es nach dem uns von Christus Jesus gegebenen Muster dadurch tun, daß wir die Intelligenz oder das Gemüt besser verstehen lernen. Eine Idee ist mit allem versehen, was zu ihrer Erhaltung nötig ist, es ist unzertrennlich von ihr. Dies trifft auf den Menschen zu; er ist im Gemüt vollständig und spiegelt dessen Unendlichkeit wider. Er ist eins mit Versorgung, und keine Geltendmachung angreifender Gedankenbeeinflussung oder des Mesmerismus kann auf den unaufhörlichen Zufluß dieser Versorgung störend einwirken.
Wenn wir von unserem göttlichen Erbe Gebrauch machen, wenn wir uns „von dem Geist Gottes treiben" lassen, und auf die Kennzeichen und die Substanz des Gemüts Anspruch erheben, verschwinden die falschen Annahmen der Armut angesichts der ewigen Tatsache, daß Versorgung gegenwärtig ist. Es gibt nur die eine Versorgung: Fülle für alle. Damit größere Versorgung für uns in Erscheinung trete, müssen wir die göttliche Tatsache mehr hervorheben. Wachsame Christliche Wissenschafter sehen, wie das Gute sich in ihrem Alltagsleben dadurch vervielfacht, daß sie die Fähigkeit pflegen, das Böse als nichts zu erkennen und zurückzuweisen, und an das Gute zu glauben und es zu verherrlichen. Unser Leben drückt je nach unserem Denken entweder Fülle an allem Guten oder Ungenüge aus. Das Wissen, daß der Beweis immer im Gemüt erfolgt, führt zu Befreiung und mühelosem Widerspiegeln. Dann ringen wir nicht mehr danach, materielle Dinge darzutun, sondern wir finden unsere Vollständigkeit in dem Gemüt, das alles besitzt.
Wenn wir Gott in unserem Handeln widerspiegeln, finden wir das Heim in unserem Besitz inbegriffen. Das Heim kommt zum Ausdruck, wenn wir es als eine Idee des unveränderlichen Gemüts sehen. Wir müssen anerkennen, daß alle, die zu unserem Haushalt gehören, Gottes Kinder sind; denn wir können Gott nicht lieben, ohne unsern Bruder zu lieben. Die Eintracht, Schönheit und Beständigkeit des Heims ist nicht von Umständen, Leuten oder Dingen abhängig, und der Christliche Wissenschafter sollte diese Wahrheit täglich beweisen.
Oft finden wir uns mit einem kranken Heim ab, weil andere Leute damit verknüpft zu sein scheinen und wir den Glauben der Welt gelten lassen, daß das Böse eine Person sei; weil wir vergessen, daß unser einzig wahres Bewußtsein das Gemüt Christi ist, das sich nur des Reiches Gottes und der Tatsache bewußt ist, daß jede Idee in diesem Reich harmonisch ist. Gedanken der Furcht, des Hasses, abfälligen Urteilens, der Eifersucht, des Zorns, des Eigenwillens und des Argwohns sind kein Teil des wirklichen Heims, und das göttliche Gemüt ermächtigt und befähigt uns zu beweisen, daß Vollkommenheit das Gesetz ist, das unser Heim regiert. Als Christliche Wissenschafter sollten wir im menschlichen Leben ein Heim verwirklichen, das reich ist an Gesundheit, Freude, Einigkeit, Freiheit, das in reichem Maße ein Beweis des einen Gemüts ist.
Das Familienleben ist der Herzschlag eines Volkes. Wenn wir ein starkes und rechtschaffenes Volk haben wollen, muß das Familienleben auf starken geistigen Grundlagen ruhen. Beweis ist geistig, und je klarer unser geistiges Verständnis ist, desto besser ist das, was menschlich in Erscheinung tritt. Alles besteht jetzt in Vollkommenheit und Vollständigkeit, und wenn diese dem einzelnen durch tägliches Beweisen zuteil werdende Entfaltung sich im menschlichen Bewußtsein vervielfacht, bis es das Denken der Welt umfaßt, werden wir sehen, daß
„ ... die Herrschaft des Gemüts auf Erden beginnt,
Daß der Mensch, gleichsam wiedergeboren, von neuem anfängt,
Und im Sonnenschein des neuen Weltfrühlings
Verklärt, wie etwas Heiliges, einhergeht."
