Eins der größten Probleme, die mit den Verwickelungen des menschlichen Lebens verwoben sind, ist dasjenige, das mit „Unterhalt" bezeichnet wird. Dies ist ganz besonders heutzutage der Fall, wenn so viele ihr Denken in gänzlich veränderte Umstände einpassen und neue Mittel des Unterhalts für sich selbst und ihre Familien suchen müssen. Während dieser Zeiten der neuen Einpassung werden sie in der Christian Science die Lösung ihrer Probleme finden. Durch ihre Lehren lernt man, das Denken in wissenschaftliche Bahnen zu lenken, und sie nicht so sehr den veränderten menschlichen Umständen als dem göttlichen Prinzip anzupassen, das alles seinem eigenen Gesetz der Harmonie gemäß fügt. So wird dieses Problem des Unterhalts gelöst werden, indem man sein Denken dem unsichtbaren Unterhalt anpaßt, der sich auf die feste Grundlage der geistigen Wahrheit stützt, und der nie versagt.
Jedes ehrliche, würdevolle menschliche Wesen hat den Wunsch, seinen eigenen Unterhalt zu erwerben, und in geeigneter Weise für den Unterhalt derer zu sorgen, die von ihm abhängig sind. Nur zu oft erweist sich dies als eine schwere, furchterregende Bürde, die das Leben der Freude und Freiheit beraubt. Auf Seite 372 ihres Buches „Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift" schreibt Mary Baker Eddy: „Die Materie erhält sich nicht selbst. Ihre falschen Stützen versagen eine nach der andern." Deshalb sollte man sich von diesem haltlosen schwachen Begriff des Unterhalts ab- und dem festen, unbesiegbaren Prinzip zuwenden, dessen Macht das Weltall in Gleichgewicht und Harmonie erhält. Man erhält sich eigentlich nur dann selbst, wenn man sich mental auf das göttliche Prinzip seines Seins stützt. Wenn dieser unsichtbare, geistige Unterhalt, den wir empfangen, verstanden und bewiesen wird, dann wird der äußere, sichtbare Unterhalt entsprechend sicher, bürdelos und reichlich, und wird in rechtmäßiger Weise genossen. Man lernt, nicht auf „den ungewissen Reichtum" zu vertrauen, „sondern auf den lebendigen Gott, der uns dargibt reichlich, allerlei zu genießen".
Um diese nie versagende Unterstützung des Prinzips zu erfahren, muß man aufhören, mental falsche Annahmen zu unterstützen, und sich stattdessen von geistigen Tatsachen unterstützen lassen. Falsche Annahmen zu unterstützen ist eine schwere Arbeit, die uns mühselig und beladen zu machen scheint. Man unterstützt eine Lüge, indem man sie glaubt. Wenn man sich weigert, sie zu glauben, so hört man auf, sie zu unterstützen, und sie stürzt von selbst zusammen. Gar vielartig sind die falschen Annahmen, die zu uns kommen und uns um Unterstützung bitten. Eine der allgemeinsten ist, daß man keinen Platz, keine Anstellung hat, daß es schwer ist, Arbeit zu finden, weil so viele Arbeit suchen. Unterstütze diese Annahme nicht einen Augenblick.
Unter der Regierung des Gemüts ist keine Idee von ihrem rechten Platz verdrängt, untätig oder stellenlos. Derjenige, der ohne je zu wanken, die Regierung Gottes, des Gemüts, anerkennt, und freudig und rückhaltlos sein Vertrauen auf Gottes Regierung setzt, wird finden, daß auch im menschlichen Leben eine Stätte für ihn bereit und offen ist, und fruchtbringende Tätigkeit. Wie der Prophet Jesaja sagte: „Siehe, der Herr, Herr kommt gewaltig, und sein Arm wird herrschen. Siehe, sein Lohn ist bei ihm, und seine Vergeltung ist vor ihm."
Eine der schwersten Annahmen, die zu uns kommen, um Unterstützung von uns zu heischen, ist die Annahme des Mangels—Mangel an Geld, an Fähigkeiten, an Mut, an günstigen Gelegenheiten. Manchmal unterstützen wir in unserm Denken eine falsche Annahme, eine Lüge, und hoffen gleichzeitig die Unterstützung der Wahrheit erfahren zu können. Unterstützen wir zum Beispiel eine Annahme des Mangels und erwarten, von dem Gesetz der unendlichen Fülle der Liebe unterstützt zu werden? Das Prinzip unterstützt niemals eine Lüge, sein Ungleichnis, und der Mangel gleicht nicht der Liebe; daher müssen wir die Lüge des Mangels aufgeben, um die Versorgung und die Fülle der Wahrheit und Liebe zu erleben. „Wirf dein Anliegen auf den Herrn; der wird dich versorgen."
Was sind wohl einige der göttlichen Tatsachen, die diesen unsichtbaren Unterhalt ausmachen? Die Grundtatsache ist, daß Gott der Geist ist und vollkommen gut in Wesenheit und Wirksamkeit; daß Er allmächtig und allgegenwärtig ist, und daß der Mensch Sein Ebenbild und Gleichnis ist; daß daher der Mensch ewiglich und ununterbrochen die Güte Gottes ausdrückt und genießt. Er ist unlöslich mit Intelligenz, Liebe, Weisheit, Freude, Frieden, Tätigkeit und Fülle verbunden. Durch ein Verstehen und Widerspiegeln dieser Eigenschaften wird das menschliche Leben in die Bahnen der Harmonie, Vollendung und Befriedigung gelenkt.
Die wirksame Natur der unsichtbaren Unterstützung wurde durch die Bemerkung eines jungen Anhängers der Christian Science veranschaulicht, der mit großem Interesse das Bauen einer Kirche dieser Religion verfolgt hatte. Als im Laufe der Entwickelung die schöne Kuppel vollendet wurde, schrieb er an einen Freund, beschrieb die Kuppel und sagte, was ihn am meisten interessierte, wäre die Tatsache, daß alles das, was die Kuppel unterstützte und trug, unsichtbar geworden war, als diese vollendet wurde. Ebenso wie die unsichtbaren Stahlträger den mächtigen materiellen Bau stützen, der für die Sinne sichtbar ist, kann man in seinem täglichen Leben die Unterstützung des unsichtbaren göttlichen Prinzips finden, das der Mensch in voller Sicherheit und unbelasteter Freude widerspiegelt.
Ein bekannter moderner Schriftsteller hat gesagt, daß ein Atheist ein Mensch ist, der keine unsichtbare Unterstützung hat. Der christlich-wissenschaftliche Denker ehrt Gott und verläßt sich bewußt auf die Unterstützung der göttlichen Eigenschaften des Gemüts, die wahre Substanz darstellen. Sie können weder biegen noch brechen, verbogen werden noch verfallen. Je länger und je mehr sie gebraucht werden, desto stärker und tragkräftiger werden sie. Sicher in der Tat ist die Unbestechlichkeit, die die Liebe uns gibt, und die Intelligenz, die Ehrlichkeit, die Unbestechlichkeit, der Großmut, der Fleiß, die Heiterkeit und das Vertrauen auf das Gute. Laßt uns den Atheismus des materiellen Denkens aufgeben, um die Freude und Freiheit, die Festigkeit und Fülle der geistigen Wahrheit zu erlangen und zu entdecken, daß unser Leben von der Allmacht der Liebe gestützt und getragen wird. Laßt uns in freudigem Gehorsam dem Rate unsres Lehrbuches „Wissenschaft und Gesundheit" auf Seite 495 folgen: „Laß die Christliche Wissenschaft statt des körperlichen Sinnes dein Verständnis vom Sein tragen, und dieses Verständnis wird Irrtum durch Wahrheit vertreiben, Sterblichkeit durch Unsterblichkeit ersetzen und Disharmonie durch Harmonie zum Schweigen bringen."
