Heutzutage finden Heilungen statt, die manchen von Christus Jesus vollbrachten gleichkommen. Im allgemeinen werden sie jedoch als Ausnahmen des Naturgesetzes betrachtet. In der Tat, vielen Menschen fällt es angesichts des raschen Aufschwungs der materiellen Wissenschaften schwer, das geistige Heilen als eine Wissenschaft zu akzeptieren. Ein Phänomen eines emotionellen Zustandes, Glaube genannt, ja — aber nicht das Ergebnis feststehender Gesetze, die studiert, verstanden und angewandt werden können.
Jesu Heilungen hoben das auf, was selbst heute noch als Naturgesetz angesehen wird. In Wirklichkeit stellten sie jedoch Demonstrationen des Gesetzes dar, nicht Ausnahmen. Wie wäre es für den Stellvertreter des Schöpfers möglich, den Gesetzen der Schöpfung zu widersprechen? Er bewies jedoch, daß die Zustände, die er heilte, dem göttlichen Gesetz widersprachen. Krankheit, Hinfälligkeit, Sünde, Tod, selbst ein Unheil anrichtender Sturm auf dem Meer waren das Unnatürliche. Durch sein Verständnis des göttlichen Gesetzes stellte er die natürliche Gesundheit und Harmonie des Menschen wieder her. Die Zustände, die er heilte, waren Illusionen, die sein Verständnis zerstörte — nicht nur für ihn selbst, sondern auch für diejenigen, die zugegen waren.
Es war Jesu Verständnis von dem göttlichen Gemüt, das ihn befähigte, den Augenschein zu ändern. Und auch heute ist es das Verständnis von diesem unendlichen Gemüt, das uns befähigt, so zu heilen, wie er es tat. Gott ist göttliches Gemüt. Seine Schöpfung ist die unendliche Idee des Gemüts, und die Gesetze, die diese Schöpfung regieren, sind Gesetze des vollkommenen Gemüts. Während das sogenannte materielle Gesetz, für das Gesundheit normal, aber Krankheit in manchen Fällen ebenfalls normal ist, stets Mutmaßungen und Unvollkommenheiten einschließt, schließt das göttliche Gesetz nur Gewißheit und Vollkommenheit ein. Die gesamte Struktur dessen, was materielle Schöpfung genannt wird, ist auf Mutmaßungen aufgebaut. Die göttliche Schöpfung aber ist absolut.