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Was tun wir gegen mentale Manipulation?

[Urtext in deutscher Sprache]

Aus der Juli 1975-Ausgabe des Herolds der Christlichen Wissenschaft


Die Manipulation des menschlichen Denkens und der Mißbrauch von Techniken der „Gedankenkontrolle“ im Dienst egoistischer Interessen beschäftigt die Gemüter immer mehr. Sie scheint die gegenwärtige gesellschaftliche Struktur zu durchdringen.

Konsum-Werbung z. B. zielt zum großen Teil darauf ab, uns zu manipulieren — Wünsche nach mehr materiellen Dingen zu wecken, Gewinnsucht zu schüren und sogar unsere Entscheidungsfreiheit einzuschränken. Das Opfer ist nicht mehr Herr seiner Entschlüsse; es ist den Verführungskünsten ausgeliefert. Wir lesen, daß wir glücklich werden, wenn wir eine besondere Zahnpasta, ein besonderes Parfüm oder besondere Kosmetika benutzen und Mißlichkeiten, Enttäuschungen und Erfolglosigkeit durch bloßen Konsum überwinden. Derartige Werbung täuscht nur; sie erweckt den Eindruck, daß das Glück zu kaufen sei. Was können wir dagegen tun?

Wenn wir von der Grundlage des einen Gemüts, Gottes, ausgehen, wie es in der Christlichen Wissenschaft erklärt wird, können wir uns mit dieser Werbung als mentaler Beeinflussung auseinandersetzen und jeder rücksichtslosen Absicht, unser Denken und Handeln durch Propaganda zu beeinflussen, erfolgreich widerstehen. Mentale Manipulation sucht unsere Fähigkeit, für uns selbst zu denken, zu beeinträchtigen.

Sind wir uns der Folgen solcher Manipulation wirklich bewußt, oder lachen wir nur über die Slogans? Wenn wir bedenken, daß Hunderte von Werbeimpulsen pro Tag auf uns einströmen, wird uns vielleicht klar, wie wichtig es ist, uns vor diesen Beeinflussungsversuchen zu schützen! Wir müssen lernen, für uns selbst zu denken.

Paulus ermahnt die Christen in Ephesus in seinem Brief, der verwirrenden Überredungskunst des sterblichen Gemüts nicht nachzugeben. Er sagt nachdrücklich, „daß wir nicht mehr unmündig seien und uns bewegen und umhertreiben lassen von jeglichem Wind der Lehre durch Bosheit der Menschen und Täuscherei, womit sie uns beschleichen und uns verführen“ Eph. 4:14;.

Im Handbuch Der Mutterkirche von Mary Baker Eddy finden wir folgende wichtige Mahnung: „Die Mitglieder dieser Kirche sollen täglich wachen und beten, um von allem Übel erlöst zu werden, vom irrigen Prophezeien, Richten, Verurteilen, Ratgeben, Beeinflussen oder Beeinflußtwerden.“ Handb., Art. VIII Abschn. 1;

Wie können wir uns vor aggressiven mentalen Einflüssen schützen? Wir können die Suggestionen prüfen, die täglich zu uns kommen. Wir können uns fragen: „Was beeinflußt mein Denken und Handeln? Unterwerfe ich mich bedingungslos einem modernen Trend? Lasse ich mir Unzufriedenheit, unangebrachte Erwartungen oder Furcht als Grundbedingung für meine Bereitschaft, ‚es anderen nachzutun’, einreden? Versucht irgend etwas, meine Fähigkeit, logisch zu denken, zu schwächen?“ Niemand kann unser Denken manipulieren, es sei denn, wir lassen es zu.

Als ich sofort nach meinem Studium eine Stellung in einer großen Werbeagentur annahm, war meine erste Aufgabe, die Werbekonzeption für eine neue Zigarettenmarke zu gestalten. Diese Aufgabe war für einen neuen Angestellten, der gerade seine Ausbildung abgeschlossen hatte, eine große Gelegenheit. Es stellte mich jedoch vor die große Frage: Sollte ich als Christlicher Wissenschafter, der immer das Rauchen abgelehnt hatte, nun dazu beitragen, andere zum Rauchen zu beeinflussen? Ich wußte sofort, daß ich nein sagen mußte. Mir war aber nicht klar, wie ich es dem Chef beibringen konnte. Es schien für mich ein Problem zu sein, da die Kollegen meinten, daß niemand die Aufgabe ablehnen könne — schon gar nicht ein „Neuer“.

Ich fragte mich: „Bin ich ein Werkzeug zur Manipulation, um meine Mitmenschen falsch zu beeinflussen?“ Ich sah, daß ich es nicht tun konnte. Ich wußte, daß ich nicht von einem menschlichen Chef abhängig war. Ich dachte: „Das göttliche Prinzip ist mein Chef und stellt mir meine Aufgaben.“ Mit dieser Gewißheit und dem Vorsatz, nur Gutes zu tun, unterrichtete ich meinen Chef, daß ich diese Aufgabe nicht übernehmen konnte. Er sah mich zuerst erstaunt an, dann lächelte er und gab mir eine interessante neue Aufgabe, zu der ich ja sagen konnte. Die Aufrichtigkeit und Sicherheit, mit der ich die Aufgabe ablehnte, hatte ihn beeindruckt. Kurz danach ernannte er mich zu seinem Assistenten. In den darauffolgenden Jahren habe ich dann die Erfahrung gemacht, daß meine Aufgaben und Auftraggeber interessanter wurden.

Wir brauchen die Menschen, die manipulieren, nicht zu verurteilen, da wir es nur mit dem Glauben der Welt und nicht mit einer Person zu tun haben. Wir müssen jedoch unser Denken vor den Beeinflussungsversuchen solcher Gedanken schützen, die dem göttlichen Guten entgegengesetzt sind, sei es nun auf dem Gebiet der Gesundheit, der Schule, der zwischenmenschlichen Beziehungen oder des Berufs — oder Gedanken wie: „Das kann ich nicht“ oder: „Ich bin nicht stark genug“ oder: „Ich bin krank“ usw. Das negative Denken, das sich in unserer Umgebung zeigt — d. h. die Auffassung, daß Leben in der Materie sei —, versucht uns zu beeinflussen und uns unser Selbstbestimmungsrecht zu nehmen. Christus Jesus gebot: „Richtet nicht nach dem, was vor Augen ist, sondern richtet ein rechtes Gericht.“ Joh. 7:24;

Selbständiges Denken ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für eine freie Gesellschaftsordnung. Die Frage ist, inwieweit wir unsere Entscheidungen wirklich selbständig treffen — ohne Manipulation von außen. Imitieren wir nur das Verhalten, das uns Werbung, Politik und Massenmedien aufschwatzen — in Mode, Kleidung, Benehmen, Lebensweise usw.? Wo bleibt da unsere Individualität und Originalität? Mrs. Eddy sagt: „Gott hat dem Menschen unveräußerliche Rechte verliehen, unter anderen: Selbstregierung, Vernunft und Gewissen. Der Mensch regiert sich eigentlich nur dann selbst, wenn er sich von seinem Schöpfer, der göttlichen Wahrheit und Liebe, richtig leiten und regieren läßt.“ Wissenschaft und Gesundheit, S. 106;

Unterwerfung unter die Regierung des göttlichen Gesetzes ist der Weg zu Selbstregierung und selbständigem Denken. Das Studium der Bibel und eine ihren Ermahnungen entsprechende Selbstdisziplin sind die Voraussetzungen. Wenn wir in Übereinstimmung mit dem göttlichen Gesetz leben, gewinnen wir Unterscheidungsvermögen und Sicherheit, die dafür sorgen, daß wir nicht vom Weg abkommen und unsere Gedanken weder verwirrt noch umgarnt werden können. Gehorsam gegen das Gesetz Gottes gibt uns die Gewißheit, daß das, was immer die Menschen aus Unwissenheit oder Blindheit für die Wahrheit denken oder wünschen mögen, keine wahre Vollmacht hat und uns nicht beeinflussen kann.

Wie steht es aber mit unserem Verhalten anderen gegenüber? Manipulieren wir? Denken wir darüber nach, wie wir anderen unsere Meinung aufzwingen können oder welche Tricks die besten sind, um im Wettbewerb mit unseren Mitschülern, Kollegen und Konkurrenten im Vorteil zu sein? Ertappen wir uns gelegentlich beim Richten, Verurteilen, Beeinflussen, Überreden und bei dem Versuch, andere zu beherrschen? Bedienen wir uns der Schmeichelei, nutzen wir Egoismus aus, oder verdrehen wir vielleicht ein wenig die Wahrheit, um uns Vorteile zu verschaffen? Auch das ist alles Manipulation. Die Furcht will uns weismachen, daß wir berechtigt seien, andere zu beeinflussen — die Furcht, das Gesicht zu verlieren, nicht genügend gute Ideen und Eigenschaften zu haben, nicht geachtet zu werden. Wir müssen diese manipulierenden Gedanken aus unserem Bewußtsein ausschließen und sie durch geistige Inspiration, Selbstlosigkeit, Liebe, Demut und Achtung der Rechte anderer ersetzen.

Mrs. Eddy gibt uns den folgenden weisen Rat: „Geliebte Christliche Wissenschafter, haltet euer Gemüt so von Wahrheit und Liebe erfüllt, daß Sünde, Krankheit und Tod nicht eindringen können. Es ist klar, daß einem Gemüt, das schon voll ist, nichts hinzugefügt werden kann. Ein von Güte erfülltes Gemüt hat keine Tür, durch die das Böse eindringen, und keinen Raum, den es ausfüllen kann. Gute Gedanken sind ein undurchdringlicher Panzer; damit angetan, seid ihr gegen die Angriffe des Irrtums jeder Art vollständig geschützt. Und nicht nur ihr seid geborgen, sondern alle, auf denen eure Gedanken ruhen, werden dadurch gesegnet.“ Die Erste Kirche Christi, Wissenschafter, und Verschiedenes, S. 210.

Diese Denkweise fördert die wahre Freiheit des einzelnen, die Harmonie und Gesundheit in den Familien, die Eintracht im Gemeinwesen und den Frieden in der ganzen Welt. Das ist unsere Aufgabe und Berufung in der heutigen Welt.

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