Manchmal scheint es so, als brauchten wir eine Leiter, um zu einem höheren geistigen Bewußtsein aufzusteigen, das uns hilft, unsere Einheit mit Gott zu erkennen. Eine solche Leiter war es, die Jakob, der widerspenstige Patriarch, in einem Traum sah: „... die rührte mit der Spitze an den Himmel, und siehe, die Engel Gottes stiegen daran auf und nieder.“ 1. Mose 28:12. In den Jahren, die darauf folgten, veränderten diese „Engel“ sein ganzes Leben.
Durch das Wirken der offenbarten Wahrheit können auch wir uns der außerordentlichen Möglichkeiten bewußt werden, die uns erwarten, wenn wir darauf vorbereitet sind, die Botschaften Gottes wahrzunehmen. Allerdings scheint es nicht immer leicht zu sein, stets wiederkehrende sterbliche Befürchtungen, Begrenzungen und die Annahmen von Unzulänglichkeit und Mißerfolg aufzugeben. Was kann uns helfen, die ersten Sprossen der Leiter zu einem höheren Bewußtsein vom Leben zu erklimmen? Der Weg eines jeden ist individuell. Es gibt keinen abgesteckten Weg oder ein vorgezeichnetes Muster.
Für mich bedeutet die erste Sprosse innere Stille, eine tief verankerte Ruhe, einen in unbeirrbarer Wahrheit verwurzelten Frieden — beständig in uns wirkend, ob wir uns dessen bewußt sind oder nicht. Aber, so könnte das sterbliche Gemüt einwenden, wie können wir diese ersehnte innere Stille erlangen, wenn uns so viele Einflüsse von außen und innen dieser Standhaftigkeit berauben wollen? Wie können wir inmitten von Herausforderungen und angesichts der Unrast der Welt ruhig bleiben? Die Bibel gibt uns einen sehr wertvollen Hinweis. Wir lesen in den Psalmen: „Seid stille und erkennet, daß ich Gott bin!“ Ps. 46:11.
Unvoreingenommenes, stilles Studium des inspirierten Wortes der Bibel, besonders der Lehren Christi Jesu und der Schriften Mrs. Eddys, die die Christliche Wissenschaft entdeckte, können uns helfen, uns von beunruhigenden mentalen Bildern zu lösen und die nötige innere Stille zu erlangen. Es ist wichtig, an die Bibel und die Schriften Mrs. Eddys mit kindlichem Vertrauen heranzugehen, mit einer Einstellung, die von der Anmaßung frei ist, mit der der Intellektualismus manchmal verbunden ist. Wenn wir unsere Gedanken vom Wort Gottes durchdringen und beherrschen lassen, können wir hier und jetzt die Wahrheit der Worte Mrs. Eddys in Wissenschaft und Gesundheit erleben: „Der ruhige und erhöhte Gedanke oder das geistige Erfassen hat Frieden.“ Wissenschaft und Gesundheit, S. 506. Solch ein friedevoller Gedankenzustand kann dazu beitragen, uns zur zweiten Sprosse der Leiter zu führen, zu einer Freude, die uns zuvor unbekannt gewesen sein mag.
Reine Freude ist häufig ein Gefühl der Wärme, für das wir keine menschliche Erklärung haben. Diese Freude hat nichts mit Gemütsbewegung oder euphorischen Empfindungen zu tun. Gefühle, die sich ausschließlich auf Gemütsbewegung gründen, können nicht andauern. Göttliche Freude ist nicht von erfüllten Wünschen menschlichen Ehrgeizes abhängig noch davon, daß wir das erleben, wonach wir uns lange gesehnt haben. Freude, diese herrliche Eigenschaft unseres Vater-Mutter Gottes, ist unveränderlich, heiter und bleibend. Sie schließt tiefe Zufriedenheit und ein Bewußtsein von Gottes Gegenwart ein. Wenn wir unsere Vorstellung von einem persönlichen, anfällig gestalteten Ego zugunsten der uneingeschränkten Anerkennung, daß der einzige Gott Alles ist, aufgegeben haben, empfinden wir neue Freude und Liebe. Und dieser Gedankenzustand bereitet uns darauf vor, die nächste Sprosse der Leiter zu erklimmen. Für mich war dies Dankbarkeit.
Dankbarkeit entwickelt sich in uns aus einer tiefen und aufrichtigen Würdigung von Gottes großer Güte. Wir sollten unsere Fähigkeit, dankbar zu sein, sorgfältig pflegen und darauf achten, daß diese Tätigkeit, uns unserer zahlreichen Segnungen bewußt zu sein, nicht erlahmt, daß sie nicht stockt. Solange Freude und Dankbarkeit in uns lebendig sind, sind wir erfolgreich, bereit für neue Aufgaben und eifrig bemüht, vorwärts zu kommen.
Vor vielen Jahren gab mir eine Bekannte ein Exemplar des Lehrbuchs der Christlichen Wissenschaft, Wissenschaft und Gesundheit. Weder der Geber noch ich waren uns bewußt, was für ein Buch das eigentlich war. Wir wußten nur, daß sein Inhalt sorgenvollen Menschen Trost brachte. Ich legte das Buch auf eine Anrichte, wo es für viele Monate liegenblieb. Mein innerer Zustand war viel zu unharmonisch, zu sehr in Aufruhr und Bitterkeit, als daß ich dieses Buch sofort hätte lesen können. Nach einer langen Zeit unglücklicher Erlebnisse, aus denen ich keinen Ausweg sah, suchte ich in Verzweiflung nach einer Leiter, die — falls ich bereit war, meinen Fuß darauf zu setzen — mir einen neuen Ausblick auf das Leben bringen würde. Nach und nach gab ich den dickköpfigen Widerstand auf und begann gelegentlich in dem Buch zu lesen. Und die unleugbare Wahrheit dessen, was ich las, zeigte mir die Leiter, die ich brauchte, und wie ich die ersten drei Sprossen erklimmen konnte — innere Stille, gottgegebene Freude und Dankbarkeit.
Das Lehrbuch der Christlichen Wissenschaft hat mein Leben vollkommen verändert. Es wurde mein Freund, mein Lehrer, mein Berater in allen Lebenslagen. Mrs. Eddy sagt: „Die Willigkeit, wie ein kleines Kind zu werden und das Alte um des Neuen willen aufzugeben, macht das Denken für die vorgeschrittene Idee empfänglich. Die Freudigkeit, die falschen Marksteine zu verlassen, und die Freude, sie verschwinden zu sehen — eine solche Gesinnung beschleunigt die endgültige Harmonie.“ Ebd., S. 323.
In biblischen Zeiten gab es in einem typischen hebräischen Haushalt nur zu Festlichkeiten und anderen besonderen Anlässen Fleischgerichte. Die täglichen Mahlzeiten bestanden aus Getreide, insbesondere Weizen und Gerste; Linsen und Bohnen; Fisch wurde erst in der neutestamentlichen Epoche ein Hauptnahrungsmittel; Milch, Quark, Butter und Käse; Honig gab es bis in die späte Zeit des Alten Testaments nur von wilden Bienen; Nüsse; Eier von wildlebenden Vögeln; Trauben, Feigen, Datteln und Granatäpfel. Zwiebeln und Oliven (die wegen ihres Öls wichtig waren) brachten Abwechslung in die hebräische Kost. Zu den Gewürzen, die in der Bibel erwähnt werden, gehören — außer Salz — Koriander, Minze, Anis, Dill und Senf.
