Vor vielen Jahren wies mich ein Lehrer in einer christlich-wissenschaftlichen Sonntagsschule darauf hin, wie bedeutsam die folgenden Worte aus Wissenschaft und Gesundheit von Mary Baker Eddy sind (S. 402): „Die Christliche Wissenschaft ist stets der geschickteste Chirurg.“ (Der vollständige Satz lautet: „Die Christliche Wissenschaft ist stets der geschickteste Chirurg, aber die Chirurgie ist der Zweig ihres Heilverfahrens, der zuletzt anerkannt werden wird.“) Vor einigen Monaten konnte ich zu meiner Freude die Wahrheit des ersten Teils dieser Erklärung beweisen.
An einem Freitag morgen wurde ich an meinem Arbeitsplatz plötzlich von äußerst heftigen Schmerzen übermannt und brach zusammen. Ich konnte weder stehen, sitzen noch liegen, ohne zu leiden. Meine Arbeitskollegen waren sehr besorgt und wollten mich sofort in das nächstliegende Krankenhaus bringen. Doch da ich schon mein Leben lang ein Christlicher Wissenschafter bin, beschloß ich, mich für Hilfe und Heilung auf die Christliche Wissenschaft zu verlassen, anstatt mich an Ärzte zu wenden. Ich überredete daher meine Freunde am Arbeitsplatz, mich nach Hause zu fahren.
Innerhalb weniger Minuten setzte ich mich mit einer Ausüberin der Christlichen Wissenschaft und einem Mitglied der örtlichen Zweigkirche in Verbindung. Die Ausüberin nahm sofort die Behandlung durch Gebet auf; und das Mitglied meiner Kirche war innerhalb von zehn Minuten bei mir und las mir aus der Bibel und aus Wissenschaft und Gesundheit vor, während ich im Bett lag. Noch am selben Nachmittag hatte ich mich von den Schmerzen so weit erholt, daß ich zur Arbeit zurückkehrte. Das schien die Ängste meiner Freunde dort zu beschwichtigen. Doch am Abend wurde es klar, daß die Heilung nicht vollständig war, und ich mußte wieder mit beträchtlichen Schmerzen zu Bett gehen.
Die Schwierigkeit hielt während der nächsten sechs Tage an; rückschauend sehe ich, daß es eine Zeit war, in der ich geistig wuchs und mein Denken sich sehr läuterte. Die Schmerzen kamen und gingen mit unterschiedlicher Stärke; manchmal fiel es mir schwer, auch nur zu denken. Meine Frau war damals gerade nicht zu Hause, aber wir standen telefonisch in Verbindung. Sie half mir sehr, was auch mehrere andere Kirchenmitglieder taten, die mir fast ununterbrochen vorlasen. Ich war nie lange allein im Haus. Für die liebevolle Fürsorge, mit der mich diese Kirchenmitglieder umgaben, bin ich ganz besonders dankbar.
Zwei sterbliche Suggestionen mußten bekämpft und überwunden werden. Die eine war die Versuchung, eine Operation in Erwägung zu ziehen, um das entfernen zu lassen, was die Schmerzen zu verursachen schien. Aber so oft diese Suggestion auch an mich herantrat, ich wußte jedesmal, daß kein Chirurgenmesser die offensichtlich notwendige Vergeistigung des Denkens herbeiführen konnte. Gewiß würde eine Operation den materiellen Zustand verändern. Aber aufgrund meines jahrelangen Studiums der Christlichen Wissenschaft wußte ich ganz genau, daß ich eine Krise des Denkens, nicht der Materie, durchmachte und daß dafür eine Operation nichts nutzen würde.
Die andere aggressive Suggestion, die überwunden werden mußte, überraschte mich nicht wenig. Es war das Argument, daß sogar der Tod ein friedlicher Ausweg aus den Schmerzen sein würde. Aber ich wußte mit absoluter Sicherheit, daß der Tod keine Lösung war. Die Bibel erklärt (1. Kor. 15:26): „Der letzte Feind, der vernichtet wird, ist der Tod.“ Deshalb kann der Tod niemals eine „angenehme“ Lösung für irgendein Problem sein.
Die Ausüberin forderte mich auf, über die folgenden Worte aus Wissenschaft und Gesundheit nachzudenken (S. 495): „Wenn die Illusion von Krankheit oder Sünde dich in Versuchung führt, dann klammere dich fest an Gott und Seine Idee. Laß nichts als Sein Gleichnis in deinen Gedanken weilen.“
Am vierten oder fünften Tage konnte ich mit dem großen Aufgebot der geistigen Waffen, die mir zur Verfügung standen, zurückkämpfen. Als die Schmerzen am schlimmsten zu sein schienen, schlug ich die Psalmen in meiner Bibel auf und las laut alle Verse, die Gott priesen und Ihm dankten. Ich kam zu der festen Überzeugung, daß ich die Suggestionen, Gott sei nicht immer gegenwärtig und allmächtig oder die Christliche Wissenschaft sei tatsächlich nicht der beste Chirurg, niemals akzeptieren würde, was auch immer der materielle Körper oder der Irrtum mir zu sagen versuchte.
Am Mittwoch spürten die Ausüberin und ich, daß die Heilung bevorstand. In jener Nacht, in der ich eine letzte Attacke überstehen mußte, blieb die Ausüberin bis in die frühen Morgenstunden bei mir. Das Zimmer war von ihrem Bewußtsein der göttlichen Wahrheit und Liebe so angefüllt, daß dem Irrtum wirklich keine Chance blieb. Ich hatte sechs Tage lang wenig geschlafen oder gegessen, und gegen ein Uhr früh schlief ich ein. Ich erwachte an jenem Morgen um sieben Uhr — frei von Schmerzen. Ich wußte, daß die Heilung eingetreten war, aber es überraschte mich, wie friedlich sie sich vollzogen hatte. Ich glaube, ich erwartete wie Naëman eine dramatische Lösung (siehe 2. Kön. 5:1 – 14). Statt dessen kam die Heilung in aller Stille in den Morgenstunden. Ich muß gestehen, daß ich mich mehrmals im Bett umdrehte, um sicher zu sein; aber ich hatte wirklich keine Schmerzen mehr!
Ich fühlte mich wohl, und mir blieb nichts anderes übrig, als aufzustehen und mich zur Arbeit fertigzumachen! Ich bat die Ausüberin, mich an jenem Tag noch durch Gebet zu unterstützen, und es gelang mir, innerhalb von elf Stunden und ohne Beschwerden all die Arbeit zu erledigen, die liegengeblieben war.
Am Abend kam ich um sieben Uhr nach Hause und rief die Ausüberin an, um ihr zu sagen, daß alles in Ordnung sei und ich alle Arbeit bewältigt hätte, die getan werden mußte. Kurz nach sieben Uhr, als ich gerade das Abendessen zubereiten wollte, wurde auf völlig schmerzlose Weise ein Stein aus meinem Körper ausgeschieden. Die Heilung war wirklich vollständig, und die Ausüberin und ich freuten uns über diesen wunderbaren Beweis der Liebe Gottes zum Menschen und über die heilende Wirksamkeit der Christlichen Wissenschaft.
Rockford, Illinois, USA
