Hier folgt der zweite Teil der Berichte aus dem Feld, die auf der Jahresversammlung Der Mutterkirche im Juni 1995 abgegeben wurden. Der erste Teil erschien in der Novemberausgabe des Herolds.
Redcliffe, Australien
: Der wichtigste Schritt vorwärts, den unsere Kirche getan hat, geschah im November 1987. Damals wurden wir Erste Kirche Christi, Wissenschafter, Redcliffe, nachdem wir 35 Jahre lang eine Vereinigung gewesen waren. Einige Jahre vorher hatten wir in einem kleinen Anbau einen winzigen Leseraum eingerichtet. Der nächste wichtige Schritt war, als im März 1990 das Vortragskomitee für eine Woche ein leeres Geschäft in einem Einkaufszentrum mietete. Dieses Geschäft hatte jeden Tag geöffnet und war gefüllt mit attraktiven Dekorationen und vielen christlich-wissenschaftlichen Zeitschriften und anderen Publikationen. In zwei Fernsehern wurden die ganze Zeit über Videovorträge gezeigt. Die meisten Leute, mit denen wir sprachen, hatten noch nie etwas von der Christlichen Wissenschaft, von Wissenschaft und Gesundheit oder Mary Baker Eddy gehört. Sie wußten nicht einmal, daß es seit 40 Jahren eine christlich-wissenschaftliche Kirche in unserem Ort gab!
Da wurde uns klar, daß wir einen Leseraum einrichten mußten, damit man uns sechs Tage die Woche bequem finden konnte. Wir hatten uns ernsthaft mit dem Gedanken beschäftigt, ein neues Kirchengebäude zu suchen, doch die Mitgliedschaft war sich einig, daß es wichtiger war, einen zentral gelegenen Leseraum zu haben als ein neues Gebäude.
Der Leseraum wurde im August 1990 eröffnet, und zwar in einem der Haupteinkaufszentren unseres Distrikts. Ich sollte vielleicht erklären, daß er von Anfang an eher wie eine allgemeine Buchhandlung aufgebaut war, nur etwas kleiner. Zum Beispiel haben wir ein großes Schild im Schaufenster, das den Leseraum deutlich als Buchladen und Bibliothek kennzeichnet. Wenn die gläserne Eingangstür offen ist, entsteht eine Öffnung, die fast ein Drittel der Geschäftsfront umfaßt, so daß Besucher direkt aus der Einkaufspassage hereinkommen können. Und sie fühlen sich willkommen!
Es ist so wichtig, daß sich die Kirche aktiv für ihr Gemeinwesen engagiert. Und in unserer Zweigkirche hat es dazu geführt, daß wir anderen voller Enthusiasmus und Hingabe die Christliche Wissenschaft näherbringen, indem wir besonders das Buch Wissenschaft und Gesundheit an Freunde, Verwandte, Nachbarn und Bekannte weitergeben.
An der Wand neben dem Eingang des Leseraums haben wir eine attraktive Dauer-Miniausstellung über Wissenschaft und Gesundheit, zu der auch einige Übersetzungen des Buchs gehören. Sie ist von der Passage aus gut sichtbar, und oft werden die Leute beim Vorbeigehen darauf aufmerksam und kommen herein, um sich nach diesem Lehrbuch zu erkundigen oder es auszuleihen oder zu kaufen.
Wir müssen oft an Christi Jesu Worte im Markusevangelium an seine treuen Nachfolger denken: „Gehet hin in alle Welt und predigt das Evangelium aller Kreatur." Mk 16:15. Gehet hin in alle Welt! Es war wunderbar, denn wir haben erkannt, daß Christus Jesus seinen Nachfolgern nicht gesagt hat, sie sollten darauf warten, daß die Welt zu ihnen kommt!
Toronto, Kanada
: Wie in jeden Leseraum, so kommen auch zu uns viele Leute, die nichts über die Christliche Wissenschaft und den Leseraum der Christlichen Wissenschaft wissen. Wenn ich ihnen die Kirche und ihre Funktionen erkläre, stelle ich ihnen bei der Gelegenheit auch unseren Pastor vor. Und mir ist der Gedanke gekommen, daß ich im Grunde die Assistentin unseres Pastors bin. Diese Idee ist fast so etwas wie eine Heilung für mich.
Bevor ich Leseraumbibliothekarin wurde, habe ich als christlich-wissenschaftliche Pflegerin gearbeitet, und ich war es gewöhnt, mit Zitaten aus Bibel und Wissenschaft und Gesundheit zu arbeiten und die Wahrheit zu behaupten, aber immer bei Christlichen Wissenschaftern. Hier in den Leseraum kamen nun plötzlich alle möglichen Leute, denen die Christliche Wissenschaft ganz neu ist, und ich war davon etwas eingeschüchtert, denn ich war mir nicht immer sicher, ob ich die richtige Antwort oder das beste Zitat für ihre Fragen hatte. Ich fühlte mich persönlich verantwortlich und hatte Angst, daß ich mich nicht genügend in den Büchern auskannte. Erst als ich das alles losließ und dachte: „Moment mal, es reicht doch, daß Gott die Antwort weiß", stellte ich fest, daß ich einfach die Bibel oder Wissenschaft und Gesundheit aufschlagen konnte und immer das Richtige fand. Das ist das Wunderbare an unserem Pastor, und darum habe ich jetzt auch keine Angst mehr, egal, wer in den Leseraum kommt.
: In diesem Jahr gibt es etwas Einzigartiges auf dieser Buchmesse. Wenn man sich die Stände der meisten großen Verleger ansieht, findet man dort viele Bücher über geistige Themen. Diese Bücher werden auf der ganzen Messe besonders herausgestellt.
Chet Manchester: Besteht Interesse an Ihrem Stand und an Wissenschaft und Gesundheit?
Shirley: O ja. Wir waren in den letzten Tagen sehr beschäftigt. Wir haben mit Besuchern über Wissenschaft und Gesundheit gesprochen, und etwas ganz Besonderes geschieht dabei. Die Leute erkennen das Buch wieder. Viele erwähnen, daß sie es in Anzeigen überall in den USA gesehen haben, und sie wollen mehr darüber erfahren und es in ihren Buchbestand aufnehmen.
Chet: Was, meinen Sie, ruft dieses Interesse an Wissenschaft und Gesundheit hervor?
Shirley: Ich glaube, Mrs. Eddy beantwortet diese Frage selbst. Sie schreibt: „Ich bin die Verfasserin des Lehrbuchs der Christlichen Wissenschaft, Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift'; und die Nachfrage nach diesem Buch steigt beständig." Die Erste Kirche Christi, Wissenschafter, und Verschiedenes, S. 305. Sie wußte, daß die Botschaft in Wissenschaft und Gesundheit von einer göttlichen Macht hervorgerufen wurde, und das gleiche gilt für die Nachfrage nach dieser Botschaft.
Ich denke gern daran, wie Mrs. Eddy Jesu Gleichnis von der Frau auslegt, die Sauerteig unter drei Scheffel Mehr mengt. Sie schreibt in Wissenschaft und Gesundheit: „Die Zeiten gehen dahin, aber dieser Sauerteig der Wahrheit wirkt immerdar." Wissenschaft und Gesundheit, S. 118.
Ich finde es tröstlich zu erkennen, daß das ehrliche Interesse und ernsthafte Nachdenken über Wissenschaft und Gesundheit, das wir hier sehen, der Beweis für einen gegenwärtigen geistigen Einfluß ist. Je mehr wir über das Wesen dieses geistigen Einflusses lernen, desto mehr werden wir dazu inspiriert, uns schon jetzt an seiner Macht zu beteiligen.
Chet: Was bedeutet das aus Ihrer Sicht für die Leseräume der Christlichen Wissenschaft im Jahr 1995?
Shirley: Die Welt ist auf der Suche nach ihnen! Die Leute suchen fraglos nach der Art Bücher und Ideen, auf die sich die Leseräume der Christlichen Wissenschaft schon immer spezialisiert haben. Die Frage für die Leseräume ist also nicht: Wollen die Leute das, was wir anbieten?, sondern: Sind wir bereit, auf das Interesse der Öffentlichkeit einzugehen? Und wie können wir andere mehr über uns informieren?
Chet: Die Leseräume spezialisieren sich nicht nur auf Bücher über das Heilen, sie spezialisieren sich auf das Heilen. Man geht nicht nur dorthin, um zu beten, sondern dort beten die Mitarbeiter aktiv, um das Gemeinwesen zu unterstützen und zu segnen.
Shirley: Richtig. In den letzten Wochen habe ich mit verschiedenen Leuten gesprochen, die Fragen über das geistige Heilen gestellt haben, und es war etwas ganz Natürliches, sie zu einem Leseraum zu schicken. Diesen Leuten hat gefallen, was sie dort vorgefunden haben — einen Ort, wo sie auf ihrer Suche nach der Wahrheit unterstützt wurden, wo sie sich nicht verurteilt oder unter Druck gefühlt haben. Wir müssen das, was wir haben, schätzen. Wir müssen Mrs. Eddys Vision für den Leseraum wertschätzen und von ganzem Herzen darangehen, den Leseraum für die Öffentlichkeit sichtbar und zugänglich zu machen — aus demselben Geist heraus, mit dem wir Wissenschaft und Gesundheit hier auf der Buchmesse sichtbar und zugänglich machen.
