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Verheißung und Licht — heute

Aus der Dezember 1995-Ausgabe des Herolds der Christlichen Wissenschaft


Viele Jahre Lang strahlte der Berliner Sender RIAS am 24. Dezember ein mehrstündiges Rundfunkprogramm aus, in dem seine Auslandskorrespondenten aus aller Welt über Weihnachtsbräuche und die Wünsche und Gedanken der Bewohner der jeweiligen Hauptstädte zu dieser Jahreszeit berichteten.

Diese Sendung faszinierte durch ihre Vielfalt, und sie vermittelte die festliche Weihnachtsstimmung in nah und fern. Wann immer Passanten interviewt wurden, klang die Hoffnung auf eine bessere Gesundheit, der Wunsch nach Frieden und Freiheit an. Häufig wurde die Erwartung formuliert, daß mit dem kommenden Jahr eine Besserung der Lebensumstände eintritt.

So verständlich der Wunsch nach harmonischen Beziehungen in der Familie, am Arbeitsplatz und zwischen ethnischen Gruppen und Staaten auch ist, und so berechtigt es ebenfalls ist, daß sich ein jeder Geborgenheit, Verständnis und liebevolle Zuwendung wünscht, so wertvoll ist es, sich einmal klarzumachen, daß im wahrsten Sinne beispielsweise Harmonie, Liebe, Sicherheit bereits existieren. Und mehr noch: sie können schon jetzt Teil unserer Erfahrung werden.

Würde man in den genannten Werten lediglich materielle Konzepte sehen, wären sie eher schwankend und unzuverlässig. Aber Gesundheit und Harmonie, Sicherheit und Liebe stammen direkt von Gott. Es sind also nicht vergängliche, sondern göttlich ewige Werte, die nicht erst in einer nahen oder gar fernen Zukunft zu uns kommen werden. Nein, wir können sie heute erleben, egal, was uns die äußeren Umstände präsentieren mögen.

Machen wir uns zu dieser Weihnachtszeit vermehrt bewußt, daß Erlösung und Befreiung gegenwärtig möglich sind, weil das wahre Sein des Menschen als Gottes Gleichnis friedliebend, schön, harmonisch und rein ist und weil Gott, das Gute, die einzige Macht ist. Die Tatsachen über Gott und den Menschen gelten jederzeit, und sie sind Anlaß zu großer Freude und dankbarer Fröhlichkeit. Ein altes deutsches Weihnachtslied aus dem 17. Jahrhundert rühmt Gott als den Herrn der Herrlichkeit, und die zweite Strophe dieses Liedes „Macht hoch die Tür“ lautet:

„Er ist gerecht, ein Helfer wert, / Sanftmütigkeit ist sein Gefährt, sein Königskron ist Heiligkeit, / sein Zepter ist Barmherzigkeit; all unsre Not zum End er bringt, / derhalben jauchzt, mit Freuden singt: Gelobet sei mein Gott, / mein Heiland groß von Tat.“

Im Buch des Predigers heißt es im Alten Testament: „Ich merke, daß alles, was Gott tut, das besteht für ewig; man kann nichts dazutun noch wegtun. Das alles tut Gott, daß man sich vor ihm fürchten soll. Was geschieht, das ist schon längst gewesen, und was sein wird, ist auch schon längst gewesen; und Gott holt wieder hervor, was vergangen ist.“ Pred 3:14,15.

Heißt das nicht, daß Friedfertigkeit und ein harmonisches Miteinander als die geistige Wahrheit der Schöpfung Gottes für immer bestehen und daß wir in der glücklichen Lage sind, Zeugen dieser Tatsache sein zu können? Diese Aussagen können uns zur Gewißheit werden, wenn wir verstehen, daß wir niemals außerhalb der Reichweite und des Einflußbereichs der göttlichen Liebe sind. Gott ist allgegenwärtig, und so untersteht jeder Seiner Macht und Fürsorge. Unsere Heiligkeit tritt in dem Maße zutage, wie wir bereit sind, Heiligkeit als die geistige Wirklichkeit zu akzeptieren. Gottes Liebe, die unparteiisch ist und jeden Menschen mit allem versorgt, was er benötigt, enthüllt die uns innewohnende Heiligkeit. Da der Mensch diese zu ihm gehörende Heiligkeit nicht verlieren kann, ist er in Wirklichkeit auch nicht in der Lage, in Sünde zu verfallen und weder Unrecht zu tun noch unter Unrecht zu leiden. Heiligkeit bedingt Reinheit, und es ist gewiß ein wertvoller, heilender Einfluß, wenn wir in jedem Menschen die Reinheit der Kinder Gottes sehen.

Das oben im Weihnachtslied zitierte Zepter der Barmherzigkeit weist gewiß auf die Beständigkeit des Guten hin. Dieses Gute, mächtig und zuverlässig, läßt uns niemals im Stich. Wir können auf die Barmherzigkeit der göttlichen Liebe bauen, weil das unveränderliche Gesetz des Guten für Barmherzigkeit wie auch für Gerechtigkeit eintritt. Es mag dem einzelnen eventuell als ein kaum durchführbarer Schritt erscheinen, einen Mitarbeiter oder Angehörigen in diesem milden Licht der Barmherzigkeit zu sehen — besonders wenn man sehr präzise, wohl aber auch sehr materielle Vorstellungen davon hat, wie Gerechtigkeit walten soll. Aber wir können noch heute den Schritt gehen, der uns dahin bringt, die gottähnliche Eigenschaft der Barmherzigkeit Gottes auszudrücken. Wie schwer eine solche Haltung auch erscheinen mag, sie stellt uns wieder unter das göttliche Zepter, und die Folge dieser demütigen Bereitschaft, sich von Gott regieren zu lassen, ist neuer Segen für uns und andere.

Das Dunkel, in dem wir uns bisweilen aufzuhalten scheinen, verliert seinen Schrecken und wird als unwirklich entlarvt, wenn uns klar wird, daß es zu unseren immerwährenden Fähigkeiten gehört, Licht — geistiges, helles Licht — zu erkennen und ihm zu folgen. In dieser Fähigkeit gleichen wir den drei Weisen, die vor der Geburt Christi Jesu dem einsamen Stern in der Dunkelheit folgten. Deren Merkmal war die Bereitschaft, dem Licht des Christus, dem Messiasamt der Wahrheit, zu vertrauen. Vertrauen ist nötig beim Hören auf die jedes Bewußtsein erreichende Botschaft Gottes. Es ist nötig, um den Christus aufzunehmen, der uns tagtäglich Trost spendet, uns aufbaut und zu rechtem Tun inspiriert. Und wir können vertrauen.

Christus Jesus zeigte uns in alltäglichen wie in gefährlichen Situationen, daß er diesem Licht des Christus vorbehaltlos vertraute. Für ihn stand die göttliche Gegenwart außer Frage, und er nutzte sie, um Heilungen zu bewirken, den Sturm zu stillen und böse Geister auszutreiben. Ein erleuchtetes Verständnis ließ ihn furchtlos und eindeutig handeln.

Der Mensch ist geistig, untrennbar von Gott. Daher vernimmt er das wort Gottes immer. Es erreicht ihn ohne Verzögerung. Weil das die Wahrheit unseres Seins ist, können wir Gottes Wort hören und seine umwandelnde Wirkung erleben. Dieses Wort läßt uns sofort das wieder erkennen, was die sterblichen Sinne eventuell verborgen haben mögen, und es führt uns zurück zur geistigen und einzig zuverlässigen Wahrnehmung dessen, was wahr ist.

Many Baker Eddy hat der Welt durch Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift, das Lehrbuch der Christlichen Wissenschaft, ermöglicht, den Weg besser zu beschreiten, durch den die Welt von Hunger und Leid, von Krieg und Haß befreit werden kann. Dieser Weg ist uns kundgetan, er ist kein Geheimnis. Wissenschaft und Gesundheit vermittelt diese Botschaft in dem Kapitel „Wissenschaft des Seins“: „Folgendes ist die Lehre der Christlichen Wissenschaft: Die göttliche Liebe kann ihrer Offenbarwerdung oder ihres Gegenstandes nicht beraubt werden; Freude kann nicht in Leid verwandelt werden, denn Leid ist nicht der Herr der Freude; Gutes kann niemals Böses hervorbringen; Materie kann niemals Gemüt hervorbringen, noch kann Leben im Tode enden. Der vollkommene Mensch, der von Gott, seinem vollkommenen Prinzip, regiert wird, ist sündlos und ewig.“ Wissenschaft und Gesundheit, S. 304.

Diese Verheißung ist heute für alle Menschen gültig. Ist dies nicht ein großartiger Anlaß, Gott zu verherrlichen und das Kommen Christi, der Wahrheit, zu feiern — und zwar täglich, nicht nur zu Weihnachten?

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