Ich War Mit Geschirreinigen am Spültisch beschäftigt. Plötzlich überkam mich ein Gefühl, als ob alles um mich verschwinde. Gut, daß neben mir ein Tisch und Stuhl standen, so konnte ich mich festhalten und mich in den Stuhl fallen lassen.
Ich sagte mir: „Ich fürchte mich nicht, denn ich bin geistig und daher unangreifbar.“ Als ich eine Ausüberin anrufen wollte, konnte ich mich nicht bewegen. Die rechte Körperseite war völlig steif. Spontan kam mir der Engelsgedanke: „Gott ist allmächtig, allgegenwärtig, nichts neben Ihm ist gegenwärtig oder hat Macht“ (siehe Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift, S. 473). Kurz darauf war es, als strömte Wärme durch die betroffene Körperseite. Es war, als wäre alles heller, und wunderbare Gedanken strömten in mein Bewußtsein ein — so aus Jesaja 41, Vers 10: „Fürchte dich nicht, ich bin mit dir; weiche nicht, denn ich bin dein Gott. Ich stärke dich, ich helfe dir auch, ich halte dich durch die rechte Hand meiner Gerechtigkeit.“
Als nächstes konnte ich die Ausüberin anrufen und sagen: „Ich kann Ihnen eine freudige Mitteilung machen. Ich glaube, ich wurde von einem Schlaganfall geheilt!“ Sie konnte nur Gott danken für das, was ich ihr über mein Gebet und die Auswirkungen berichtete. Wir hatten dann eine kurze, erhebende Aussprache. Die Ausüberin sagte, wir sollten das alles erst einmal für uns behalten, um die Wahrheit, daß ich geistig und vollkommen bin und immer gewesen war, klar im Denken zu erhalten. Ich machte Gehversuche, und es klappte sehr gut. Es läßt sich nicht beschreiben, wie sich mein dankerfülltes Herz zu Gott erhob. Das geschah im März 1993.
Ein anderes Mal mußte ich an eine Bibelstelle aus dem Epheserbrief denken, die lautet: „Wach auf, der du schläfst, und steh auf von den Toten, so wird dich Christus erleuchten“ (5:14). Gleichzeitig wurde ich von großer Dankbarkeit für die Christliche Wissenschaft erfüllt. Das führte mich zu einem Erwachen, wodurch sich mein ganzes Leben verändert hat. Durch besseres Verständnis von Gott und dem Menschen erlebte ich Heilungen körperlicher und seelischer Art. Die Christliche Wissenschaft hat mich aus Depressionen und Verzweiflung herausgeführt.
Dieses erweiterte Gottvertrauen war mir einmal besonders hilfreich. Vor etwa einem Jahr lehnte mein Körper die Aufnahme jeglicher Speise ab, und ich stand am Rande des Grabes. Ich lag bewußtlos auf der Intensivstation im Krankenhaus, wohin man mich in einem Krankenwagen gebracht hatte, obwohl ich mich bei der Heilung völlig auf Gott verlassen wollte. Eine Ausüberin der Christlichen Wissenschaft war bei mir, die im Gebet für mich arbeitete, und ich kam wieder zu Bewußtsein.
Es folgten noch kritische Tage, aber die Ausüberin tat weiterhin ihre hingebungsvolle Arbeit. Ich hielt mich an die inspirierten Worte in Bibel und Wissenschaft und Gesundheit von Mary Baker Eddy, soweit ich dazu in der Lage war, und besonders an folgende Stelle, die für mich immer sehr wichtig ist: „Wenn die Illusion von Krankheit oder Sünde dich in Versuchung führt, dann klammere dich fest an Gott und Seine Idee“ (Wissenschaft und Gesundheit, S. 495).
Es trat eine — selbst von den Ärzten nicht erwartete — schnelle Besserung ein, und ich wurde nach kurzer Zeit aus dem Krankenhaus entlassen. Mein Körper nahm immer noch keine Speise an, daher wurde ich in ein Pflegeheim gebracht. Die Ausüberin ließ den Mut nicht sinken, und sie regte auch mich an, das Vertrauen auf Gottes Hilfe nicht zu verlieren. So kam es, wie der Psalmist sagt: „Herr, mein Gott, als ich schrie zu dir, da machtest du mich gesund“ (Ps 30:3). Von dem Tag an, da ich als Pflegefall aufgenommen wurde und im Rollstuhl gefahren werden mußte, nahm ich keine Medikamente. Wenn mir etwas gebracht wurde, warf ich es weg.
Als ich mich nach acht Tagen wieder selbst bedienen und zum Essen in den Speisesaal gehen, ja auch wieder essen konnte, erklärte ich, ich sei kein Pflegefell. Das bestätigte die Heimleitung, und man gab es mir schriftlich, daß diese schnelle Wende keiner ahnen konnte. So wurde ich bald darauf entlassen. Es war für alle eine Überraschung. Mein Körper nahm Speise an, und ich erlangte mein altes Gewicht zurück.
Ich könnte mir einen Lebensablauf ohne das tägliche Studium der christlich-wissenschaftlichen Bibellektionen nicht vorstellen. Erst dieses Studium gibt einem den nötigen geistigen Auftrieb. Als ich in dem Pflegeheim war, wo mich die geistigen Fähigkeiten scheinbar eine Zeitlang verließen, konnte ich mit Hilfe der Ausüberin und aufgrund meines Verlangens nach der Wahrheit doch wieder mit dem Lektionslesen beginnen. Damit bekam ich auch wieder meinen Lebenswillen.
Mrs. Eddy sagt im Lehrbuch: „Die Bibel ist sehr heilig. Sie geistig zu verstehen muß unser Ziel sein, denn nur durch dieses Verständnis kann man die Wahrheit erlangen“ (Wissenschaft und Gesundheit, S. 547). Jesus sagte zu den Juden, die an ihn glaubten: „Wenn ihr bleiben werdet an meinem Wort, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger und werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen“ (Joh 8:31, 32). Ich frage mich: Wie hätte ich diese Heiligkeit der Bibel erkennen können, oder wie wäre ich vom Schlaf erwacht und vom Tode auferstanden, ohne die Christuswissenschaft?
Ich bin immer sehr froh, daß ich zu dieser Religion geführt wurde, und danke für alle Hilfe, die mir zuteil wurde, um in diesem Christusverständnis zu wachsen. Ich danke Gott dafür von ganzem Herzen und danke auch der Ausüberin für ihre liebevolle und hingebungsvolle Arbeit.
Reutlingen, Deutschland
