In allen Teilen der Welt erreichen die Kurzwellensendungen des Herolds eine große Zuhörerschaft. Leser, die diese Sendungen nicht gehört haben, werden vielleicht gern einmal Manuskriptauszüge daraus lesen.
Geschenke sind für viele von uns ein wichtiger Teil des Weihnachtsfestes. In diesem Interview, das ursprünglich im Rundfunkprogramm des Herolds der Christlichen Wissenschaft ausgestrahlt wurde, berichtet eine Ausüberin der Christlichen Wissenschaft aus Hamburg, von einem Weihnachtsfest in ihrer Kindheit, das ihr die wahre Bedeutung von Weihnachten nahegebracht hat. Frau Wigger sprach mit der diese Sendung moderiert hat.
Irmela Wigger: Ich freue mich ganz besonders, daß du mich zu diesem Thema fragst, weil für mich Weihnachten schon von Kind auf eine ganz besondere Bedeutung gehabt hat. Ich habe schon sehr früh Weihnachten als das Fest der Liebe fühlen können. Mein Vater war Musiker, und das Allerschönste zu Weihnachten waren nicht die Geschenke oder das schöne Zusammensein — obwohl man das auch sehr genossen hat — das Allerschönste war, daß mein Vater, wenn die Lichter am Tannenbaum ausgingen, saß und frei musizierte. Und das war ein solches Gefühl der Liebe.
Da er seine Musik immer als Ausdruck Gottes empfunden hat, konnten wir Kinder diesen Ausdruck der Liebe Gottes durch seine Musik fühlen. Und das hat für mich Weihnachten zu einem ganz besonderen Fest der Liebe gemacht.
Michael Pabst: Also eher gar ein Fest der Seele.
Irmela: Ja. Dieses Empfinden, daß Gott gegenwärtig ist, daß Er den Raum erfüllt mit Seiner wunderbaren Liebe und mit einer Güte, die man auch als kleines Kind schon empfinden kann. Und eine meiner ersten Heilungen, die ich ganz bewußt miterlebt habe, war an einem Weihnachtsabend. Da war ich mit meinem Vater am Nachmittag im Gottesdienst gewesen. Weihnachten fiel auf einen Mittwoch, und da wir ja mittwochs immer die Zeugnisversammlung haben, war ich mit meinem Vater am Nachmittag in der Zeugnisversammlung.
Die Zeugnisversammlung, das ist ein Gottesdienst, bei dem Besucher die Möglichkeit haben, über Heilungen und Erfahrungen in der Christlichen Wissenschaft zu berichten und dadurch anderen auch Mut zu machen, sich mit schwierigen Problemen an Gott zu wenden.
Im Gottesdienst habe ich ganz intensiv die Gegenwart und Liebe Gottes gefühlt, wie ich sie noch nie vorher gefühlt hatte.
An so einem Mittwoch, der also auf den 24. fiel, war ich mit meinem Vater im Gottesdienst. Meine Mutter blieb zu Hause mit meinem kleinen Bruder, und sie bereitete den Gänsebraten vor. Im Gottesdienst habe ich ganz intensiv die Gegenwart und Liebe Gottes gefühlt, wie ich sie noch nie vorher gefühlt hatte.
Ich kann mich nicht an das Thema erinnern oder was da Besonderes gelesen wurde, aber ich kann mich wirklich sehr deutlich an diese Liebe erinnern, von der ich mich ganz umgeben wußte.
Als wir dann nach Hause kamen, da bat meine Mutter mich, das Fett abzugießen vom Gänsebraten, und ich war da etwas ungeschickt und goß mir dabei das heiße Fett über Hände und Beine. Und ich habe zuerst einen großen Schrecken gehabt und hatte Schmerzen, aber dann war es plötzlich so, als ob diese Liebe, die ich im Gottesdienst gefühlt hatte, mich ganz wieder erfüllte und dieses Gefühl von Schmerz und Furcht richtig austrieb. Und ich bin sicher, mein Vater hat augenblicklich gebetet, denn ich hatte dann keine Schmerzen mehr, keine Furcht mehr. Und ich habe mich umgezogen und die Küche saubergemacht, und es waren keine Zeichen von Verbrennung mehr an meinem Körper.
Michael: Du warst völlig geheilt.
Irmela: Ich war augenblicklich geheilt. Und das war also wirklich für die ganze Familie ein im wahrsten Sinne des Wortes „heiliger“ Abend.
Michael: Ja. Und sicher auch ein großes Weihnachtsgeschenk.
Irmela: Und ein wunderbares Weihnachtsgeschenk, weil es das erste Mal war, daß ich so eine augenblickliche und überhaupt eine Heilung in der Christlichen Wissenschaft kennengelernt hatte, denn ich hatte erst mit vierzehn Jahren, nachdem ich von meinen Großeltern aus Dänemark nach Deutschland zurückkehrte, die Christliche Wissenschaft kennengelernt. Und das war etwas ganz Besonderes, auf dem ich später wirklich habe aufbauen können.
