Jede Lektionspredigt, die im Vierteljahrsheft der Christlichen Wissenschaft — Bibellektionen veröffentlicht wird, bildet eine Einheit. Die Bibelzitate (nach der Lutherbibel, revidierte Ausgabe 1984) werden durch Stellen aus dem Lehrbuch der Christlichen Wissenschaft, Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift von Mary Baker Eddy, bestätigt und erklärt. Der Herold der Christlichen Wissenschaft veröffentlicht verschiedene Anmerkungen und Kommentare, um den Lesern die vielseitigen Möglichkeiten aufzuzeigen, wie sie selbst weiterforschen können.
3. Dezember
Gott die einzige Ursache und der einzige Schöpfer
Gesegnet aber ist der Mann, der sich auf den Herrn verläßt und dessen Zuversicht der Herr ist. (Jer 17:7)
Viele Menschen mögen über das, was Gottes Segen in ihrem Leben ausmacht, nachgedacht haben. Die WStB bezeichnet ihn so: „Segen dieses Lebens durch Gott ist: Das ständige Fruchtbringen (heute würde man sagen: ein Leben mit Sinn führen können).“
10. Dezember
Gott der Erhalter des Menschen
Dennoch soll die Stadt Gottes fein lustig bleiben mit ihren Brünnlein, da die heiligen Wohnungen des Höchsten sind. (Ps 46:5)
Der Psalmist beginnt hier mit „dennoch“, d. h. trotz widriger Umstände, soll die Freude gegenwärtig bleiben, weil Gott gegenwärtig ist. Eine Fußnote dazu besagt, daß Luther ursprünglich wörtlicher übersetzte: „Der Strom mit seinen Bächen erfreut die Stadt Gottes, die heiligen Wohnungen des Höchsten.“ Mit dem „Strom” verbinden wir Begriffe des Lebens wie Freude, Frische, Versorgung, Erneuerung usw.
Fürchte dich nicht, du kleine Herde! Denn es hat eurem Vater wohlgefallen, euch das Reich zu geben. (Lk 12:32)
Diese Worte richtet Jesus an seine Jünger wie auch seine Nachfolger. Dabei spricht Jesus von einem gegenwärtigen Zustand, denn Gott „hat“ ihnen bereits das Reich — bzw. reichlich oder allen Reichtum — gegeben. Lamsa schreibt, daß die Menschen früher ihre Schafe lieber in große Herden gaben, da diese von vielen Hirten bewacht wurden, während kleine Herden nur einen Hirten hatten. Und er sagt: „Die Nachfolger Jesu bildeten auch nur eine kleine Herde, verglichen mit dem grossen, organisierten Judentum und seinen vielen Hohenpriestern und Schriftgelehrten. Die kleine Schar wurde gehasst und verfolgt, vertraute sich aber der Hut des Herrn an. Ihr Gott versprach ihnen, als Garant für ihre Sicherheit stets bei ihnen zu sein und sie in all ihrem Tun durch den Heiligen Geist führen zu lassen.“
17. Dezember
Hat sich das Weltall, einschliesslich des Menschen durch atomare Kraft entwickelt?
Die Prophetenjünger sprachen zu Elisa: Siehe, der Raum, wo wir vor dir wohnen, ist uns zu eng. Laß uns an den Jordan gehen, ... hieben sie Bäume um. ... fiel ihm das Eisen ins Wasser. ... Da schwamm das Eisen. (2. Kön 6:1–6)
Durch diese Begebenheit erfahren wir etwas darüber, was tiefer Glaube vermag, wenn wir nicht zweifeln. Es wird uns aber auch etwas über die Lebensgewohnheiten der Schüler des Propheten Elisa berichtet. Der BKB schreibt: „Nach dieser Erzählung scheinen die Prophetenjünger in einem gemeinsamen Gebäude gewohnt zu haben. (vgl. 4,38)
... Möglicherweise war es die Prophetenschule bei Jericho. ... Eisen: Das ist die wörtl. Übers.; offensichtlich eine Axt. Dazu ist’s noch entliehen!: Hebr., es war erbeten’. Das läßt vermuten, daß die Prophetenjünger nicht über die Mittel verfügten, um solche Werkzeuge kaufen zu können.“
Als er aber von den Pharisäern gefragt wurde: Wann kommt das Reich Gottes?, antwortete er ihnen und sprach: Das Reich Gottes ... ist mitten unter euch. (Lk 17: 20, 21)
Barclay ist der Meinung, daß es sich hier um zwei sehr schwierige Abschnitte handle. Er schreibt: „In Vers 20 und 21 antwortet Jesus den Pharisäern auf die Frage, wann das Reich Gottes kommen werde. Er sagt ihnen, daß es sich nicht mit sichtbaren Zeichen ankündige. Das von ihm verwendete Wort benutzt der Arzt, wenn er bei einem Patienten nach den Symptomen der Krankheit sucht, an der er vermutlich leidet. Was Jesus im Anschluß an diese Worte gesagt hat, wissen wir nicht mit Sicherheit. Der griechische Text kann zweierlei bedeuten. a) Das Reich Gottes ist inwendig in euch. Das heißt also, das Reich Gottes wirkt im Herzen der Menschen. Das Reich Gottes bewirkt, daß der Mensch neu wird, jedoch nicht die Verhältnisse, in denen er lebt. Wir sollen also nicht auf eine Revolution der Verhältnisse, sondern auf die Verwandlung unserer Herzen warten. b) Ebenso kann es aber auch heißen: Das Reich Gottes ist unter euch. Das bezöge sich dann auf Jesus selbst. Er verkörpert das Reich Gottes, doch sie erkannten ihn nicht. Es war, als ob er zu ihnen gesagt hätte:, Alles, was Gott euch anzubieten hat, alle seine Geheimnisse sind gegenwärtig, doch ihr wollt sie nicht annehmen.‘ “
24. Dezember
Christus Jesus
Das Kind aber wuchs und wurde stark, voller Weisheit, und Gottes Gnade war bei ihm. Und seine Eltern gingen alle Jahre nach Jerusalem zum Passafest. ... Und er sprach zu ihnen: Warum habt ihr mich gesucht? Wißt ihr nicht, daß ich sein muß in dem, was meines Vaters ist? ... (Lk 2:40-49, 52)
Wir hören hier von dem zwölfjährigen Jesus im Tempel. Das HdE versucht zu deuten, was damals in dem jungen Jesus vorgegangen sein mag: „Als sie entdeckten, daß Jesus fehlte, mußten Joseph und Maria die Karawane verlassen, der sie sich aus Sicherheitsgründen für die Rückreise nach Galiläa angeschlossen hatten, und sich eilends zum Tempel zurückbegeben. Eine neue Würde war nun über Jesus gekommen: Manches an ihm konnten sie nicht mehr verstehen. Maria nennt Joseph Jesu Vater. Aber in seiner Antwort spricht Jesus von, meinem Vater‘. Durch diese behutsame Umdeutung bekundete Jesus das neue Verhältnis. Von nun an wußte er, wer er war. Und doch wandelte er ohne Ungeduld, Selbstbehauptung oder Unabhängigkeitsdrang weitere 18 Jahre auf dem unauffälligen Pfad des Gehorsams. Lukas sah keinen Widerspruch zwischen den beiden Vorkommen des Wortes, Vater“ (Verse 48-49). Nach dem bürgerlichen Gesetz sowie im Alltag war Joseph Jesu Vater; aber für Jesus war der Tempel gleichermaßen, meines Vaters Haus‘.“
31. Dezember
Die Christliche Wissenschaft
... alle Offenbarungen [sind euch] wie die Worte eines versiegelten Buches, das man einem gibt, der lesen kann, und spricht: Lies doch das! ... und er spricht: „Ich kann nicht lesen.“ (Jes 29:11, 12)
Zu diesem Vers schreibt die WStB: „Schriftrollen und Dokumente wurden versiegelt und manchmal auch für die späteren Generationen in Tonkrügen luftdicht verschlossen. An der Außenseite mag ein kurzer Hinweis auf die Art des Schriftinhalts angebracht worden sein, aber damit war derjenige, der vor dem versiegelten Buch stand, über den eigentlichen Inhalt desselben nicht im Bilde. So erweisen sich die verblendeten Propheten wie Menschen, die nicht lesen können: sie haben nicht gelernt, auf die Weisungen aus dem Mund Gottes zu hören, obwohl sie die Überlieferung gepflegt haben werden. Diese Sätze kehren genau die Situation um, in der Jesaja sich nach 28,10 in den Augen der geistlichen Führerschaft Jerusalems befindet. Während sie dem Propheten Jesaja Unverständlichkeit vorwerfen, muß er jetzt den Spieß umkehren und ihnen sagen: Nicht ich bin unverständlich, sondern ihr seid unverständig dem Willen Gottes gegenüber.“ In diesem Zusammenhang verweist die WStB auf folgende Bibelstellen: 1. Kön 21:8; Jer 32:10ff; Dan 12:4,9; Off 5:1, 22:10.
Abkürzungen
Barclay = William Barclay, Auslegung des Neuen Testaments
BKB = Brockhaus, Kommentar zur Bibel
GN = Gute Nachricht
HdE = Handbuch der Evangelien
Hfa = Hoffnung für alle
Lamsa = George M. Lamsa, Die Evangelien in aramäischer Sicht
StEB = Stuttgarter Erklärungsbibel
WstB = Wuppertaler Studienbibel
Lbe = Lutherbibel erklärt
