Mary Baker Eddy beschreibt in ihrem inspirierenden Buch Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift die geistige Grundlage und Praxis der Christlichen Wissenschaft sehr treffend: „Ein höheres und praktischeres Christentum, das Gerechtigkeit demonstriert und die Bedürfnisse der Sterblichen in Krankheit und Gesundheit stillt, steht an der Tür dieser Zeit und klopft Einlass begehrend an. Wirst du diesem Engel, der zu dir kommt, die Tür öffnen oder sie vor ihm verschließen, diesem Engel, der in der Stille der Demut kommt wie einst zu dem Patriarchen am Mittag?“ (S. 224).
Vor einigen Monaten flog ich zu einer Konferenz nach Boston. Ich war beim Einsteigen ins Flugzeug etwas verdrossen, und wegen meiner Platzzuweisung kam ich als einer der Letzten an Bord. Auf dem Weg zu meinem Platz im ausgebuchten Flugzeug wurde ich von negativen Gedanken, Ängsten und Unbehagen bombardiert. Zu allem Übel hatte ich auch noch vergessen, Lesestoff mitzunehmen, um mich zu beschäftigen. Ich fing an, die Sitztasche vor mir zu durchsuchen in der Erwartung, ein Unterhaltungsmagazin und die Sicherheitsanweisungen vorzufinden, aber zu meiner Überraschung stieß ich auf das neueste Christian Science Journal. Als Erstes sah ich einen Artikel mit der Überschrift „Da muss irgendwie mehr sein!“ (Mark Swinney, August 2019, auf Deutsch im Herold vom Dezember 2019 erschienen). Er war genau das, was ich in dem Moment brauchte, denn er lenkte mein Denken und meinen Fokus geistig hinauf zu Gott.
Nahezu umgehend konnte ich all das Gute um mich herum erkennen und wertschätzen. Die Veränderung in meinem Bewusstsein offenbarte wahre Harmonie. Meine beiden Sitznachbarn waren äußerst freundlich und gut gelaunt, und der restliche Flug verlief sehr angenehm. Das war der Auftakt einer Woche voll Lernens und professionellen Wachstums auf der Konferenz.
Seit meiner Rückkehr von der Reise bin ich so dankbar für die Großzügigkeit des Verfassers und auch der Person, die inspiriert war, das Journal an diesem Platz zurückzulassen. Ich denke viel über die Anleitung aus Wissenschaft und Gesundheit nach, insbesondere folgende Aufforderung: „Millionen vorurteilsfreier Gemüter – schlichte Sucher nach Wahrheit, müde Wanderer, durstend in der Wüste – warten und halten Ausschau nach Ruhe und Erquickung. Gib ihnen einen Becher mit kaltem Wasser in Christi Namen und fürchte niemals die Folgen“ (S. 570).
Die Zeitschrift im Flugzeug stillte im richtigen Moment meinen geistigen Durst, und ich ließ sie für den nächsten Fluggast zurück. Dieser Beweis für Gottes heilende Liebe machte mir noch deutlicher bewusst, wie glücklich ich sein kann, die Christliche Wissenschaft mein Leben lang zu kennen, und ich fing an zu überlegen, wie ich sie mit anderen teilen kann.
Die Grundlage der Liebe, die in der Christlichen Wissenschaft geschaffen wird, war das größte Geschenk, das meine Eltern mir jemals hätten machen können. Doch manchmal müssen wir Widerstand dagegen überwinden, geistige Wahrheit zu empfangen. Wenn es Ihnen so geht wie mir, dann gibt es Zeiten, in denen man aufpassen muss, dass weltliche Ansichten einen nicht davon abhalten, sich auf Gott und die Wahrheit zu verlassen, die Christus Jesus uns vermittelt hat. Wann immer ich in meinem Leben Versuchungen wie dieser begegnet bin, hat mir folgende deutliche Stelle auf Seite 227 von Wissenschaft und Gesundheit geholfen: „Die Christliche Wissenschaft erhebt die Fahne der Freiheit und ruft: ‚Folgt mir! Entflieht der Knechtschaft von Krankheit, Sünde und Tod!‘ Jesus zeichnete den Weg vor. Bürger der Welt, nehmt die ‚herrliche Freiheit der Kinder Gottes‘ an und seid frei! Das ist euer göttliches Recht.“ Ich liebe den Gedanken, dass es unser göttliches Recht ist, frei von Krankheit, Sünde und Tod zu sein.
Mein Vater lacht immer, wenn er erzählt, wie er auf die Christlichen Wissenschaft aufmerksam wurde. Nachdem seine Karriere in der Baseball-Profiliga durch eine Operation während des Studiums beendet war, besuchte er das Religionszentrum auf dem Campus. Er war auf der Suche nach einem spirituellen Ort, wo er sich sammeln und hoffentlich ein klareres Verständnis von Gott erlangen konnte. Er ging um das große Gebäude herum und fand zahllose Räume fast aller religiösen Praktiken, von denen er je gehört hatte. Doch es war ein Feiertag und alle Türen waren verschlossen ... bis auf eine. An der Tür stand „Hochschulvereinigung der Christlichen Wissenschaft“. Er sagt, er wollte nicht hineingehen. Ja, mein Vater probierte all die anderen Türen im Gebäude zweimal, bevor er zum Raum der Hochschulvereinigung zurückkehrte und eintrat.
Zu meiner Überraschung stieß ich auf das neueste Christian Science Journal.
Als ich ihn fragte, was ihm bei der Christlichen Wissenschaft eingeleuchtet hatte, sagte er, dass er sich immer ganz sicher gewesen war, dass Gott gut und liebevoll sein musste und nicht der nachtragende und launische Gott sein konnte, der in der Kirche seiner Jugend vorgestellt worden war. Wow! Was für eine wundervolle Erkenntnis muss es gewesen sein, einen Glauben zu finden, der sich auf göttliche Liebe gründet. Ich kann mir die Last vorstellen, die ihm im übertragenen Sinne abgenommen wurde, nachdem er mit der Lehre der Christlichen Wissenschaft bekannt wurde.
Wieso sollten wir nicht nach Möglichkeiten suchen, diese Botschaft mit anderen zu teilen? Ich denke an die vielen Formen, die dieser „Becher mit kaltem Wasser“ annehmen kann. Manchmal kommt er als Einladung von einem Bekannten oder einer Nachbarin, den Sonntagsgottesdienst oder die Mittwoch-Zeugnisversammlung zu besuchen; es könnte ein Christian Science Journal, Sentinel oder Herold in der Sitztasche eines Flugzeugs sein oder auch ein gebrauchtes oder neues Exemplar von Wissenschaft und Gesundheit für jemanden, der Aufmunterung braucht. Oder es kann eine offene Tür an einem Ort sein, wo Menschen wegen der Christlichen Wissenschaft zusammenkommen. Das hatte jemand vor Jahrzehnten für meinen Vater getan, als er nach einem heiligeren Verständnis vom Leben in Gott dürstete.
Und was ist mit „fürchte niemals die Folgen“? Warum sagt Wissenschaft und Gesundheit, dass wir uns nicht fürchten müssen, unser Wissen weiterzugeben? Heutzutage können sich diese Ängste oder Befangenheiten in dem Wunsch zeigen, in eine Gruppe zu passen, oder als Furcht vor Stigma, Vorurteilen oder Missverständnissen der Gesellschaft über Gläubige, geistig gesinnte Menschen oder organisierte Religionen. Oder vielleicht fürchten wir, dass wir ein genaues Konzept haben müssen, bevor wir anderen von der Christlichen Wissenschaft erzählen. Das Gute ist, dass wir uns über die Einzelheiten keine Sorgen machen müssen! Mit demütigem und empfänglichem Herzen können wir darauf vertrauen, dass Gott uns führen wird, und unser Handeln durch geistige Intuition leiten lassen. Und diese Bereitschaft der Offenheit bringt Segen: „... gesegnet ist der Mensch, der seines Bruders Not sieht und ihr abhilft, indem er das eigene Gute in dem des anderen sucht“ (Wissenschaft und Gesundheit, S. 518).
Durch tägliche Wachsamkeit und das Studium der Christlichen Wissenschaft bin ich besser darauf eingestellt, „in Bereitschaft“ zu sein und auf Bedürfnisse anderer einzugehen. Ich fühle mich geehrt, die Wahrheit der Christlichen Wissenschaft mit anderen zu teilen, wenn ich dazu geführt werde.
Wir können wach für Gottes Gegenwart in unserem Leben sein und Seine Güte widerspiegeln und weitergeben.
Ich liebe diese Zeilen aus dem Liederbuch der Christlichen Wissenschaft:
Freuen uns in Deiner Freude,
spenden Freude um uns her,
denn wir kennen Dich, o Vater,
Liebe, Leben, groß und hehr.
(Elizabeth C. Adams, Nr. 58, Übersetzung ©CSBD)
Freuen wir uns also nicht nur in Seiner Freude, wenn es sich gerade ergibt, sondern spenden wir bereitwillig Freude um uns her.
