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Original im Internet

EDITORIAL

Was eint unsere Welt?

Aus der Mai 2024-Ausgabe des Herolds der Christlichen Wissenschaft

Dieser Artikel erschien ursprünglich am 11. März 2024 im Internet.


Ich frage mich, wie es gewesen wäre, Jesus auf seinen Reisen zu beobachten und zu sehen, wie er an die Begegnungen mit anderen heranging. Er und diejenigen, auf die er traf, mögen nicht immer denselben Standpunkt vertreten haben. Und doch lässt die Bibel keinen Zweifel darüber zu, dass er gleichbleibend Gottes Liebe für jeden Menschen überall wahrnahm.

Wir mögen heutzutage auf Menschen stoßen, die Jesu Vorbild – seiner Angewohnheit, jede Person unvoreingenommen zu lieben – folgen, was immer ihnen auch vorgeworfen wurde. Auf diesem Pfad kann unsere Welt vereint werden und global erheblich schneller Fortschritt machen. Doch wie können wir alle so lieben wie Jesus, wenn es so viel Hass und Streit zu geben scheint?

Durch sein leuchtendes Beispiel und seine Heilungswerke bewies Jesus, dass die wahre Natur eines jeden von uns als die Schöpfung, die Nachkommen der göttlichen Liebe, Gottes, nicht nur geistig und vollkommen, sondern auch liebevoll und der Liebe wert ist. Warum scheinen Konflikte und Zwietracht dann solch ein Bestandteil unserer Welt zu sein?

Jesus sagte, das Böse sei „ein Lügner und der Vater derselben“ (Johannes 8:44). Daher kann Uneinigkeit als Lüge über unsere wahre Natur durchschaut werden – eine Lüge, die durch Gebet berichtigt wird, das sich auf die Macht der Allgegenwart Gottes, des All-Guten, stützt.

Die Menschen in aller Welt legen eine wundervolle Vielfalt an den Tag. Einheit hat nichts mit Uniformität zu tun, ebenso wenig bringt sie alle Menschen auf eine bestimmte Art und Weise unter einen Hut. Eigennutz hält Fortschritt auf, denn er führt zu Zwietracht, und wenn eine Organisation, Einrichtung oder Nation unter Zwietracht leidet, werden ihre guten Auswirkungen verwässert. Harmonie dagegen lässt sich als Einigkeit innerhalb von Vielfalt beschreiben – wir bringen Gottes Liebe zu unseren Mitmenschen zum Ausdruck –, und das bedeutet Fortschritt. Sich von ganzem Herzen auf die liebevolle Macht Gottes zu stützen, eine vielfältige Gruppe von Menschen zu vereinigen, ob innerhalb einer Organisation oder einer bestimmten Weltregion, verleiht der Gruppe eine umfassendere Perspektive sowie mehr Kraft, Einsatzvermögen und Potenzial. Christus überbringt jedem Menschen Gottes allmächtige, liebevolle Führung – die konkrete Führung, die benötigt wird, um wirksam mit anderen zusammenzuarbeiten.

Ein großer Teil des Neuen Testaments der Bibel besteht aus Briefen, die Jesu Nachfolger Paulus an die frühen christlichen Kirchen geschrieben hat, um ihnen Ratschläge zu erteilen. In einem verlangt er von ihnen, dass sie in einem Geist stehen und mit einer Seele für den Glauben des Evangeliums mitkämpfen sollen (siehe Philipper 1:27). Und was haben die frühen Christen nicht alles für die Welt erreicht!

Paulus’ unschätzbare Ermutigung leitet auch uns heute an. Wenn wir uns auf Paulus und die frühen Christen stützen, können auch wir „mit einer Seele“ zusammen kämpfen. So wie die Philipper, Epheser und Kolosser – Menschen, die sich sehr voneinander unterschieden – das gemeinsame Verlangen hatten, Christen im Dienste Gottes und der Menschheit zu sein, so haben auch wir die Gelegenheit, deutliche Vorteile aus einer Einigkeit und Liebe zu ziehen, die reichhaltig und vorbehaltlos mit anderen geteilt wird.

Wodurch wird unsere Welt vereint? Die Gründerin des Herolds Mary Baker Eddy schreibt in ihrem Buch Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift: „Der eine unendliche Gott, das Gute, vereint Menschen und Völker, begründet die Brüderlichkeit unter den Menschen, beendet Kriege, erfüllt die Bibelstelle: ‚Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst‘, vernichtet heidnische und christliche Abgötterei – alles, was in sozialen, bürgerlichen, strafrechtlichen, politischen und religiösen Gesetzen falsch ist, stellt die Geschlechter gleich, hebt den Fluch über den Menschen auf und lässt nichts übrig, was sündigen, leiden, was bestraft oder zerstört werden könnte“ (S. 340).

Es ist also Gott, der vereint; und obwohl Einigkeit eindeutig durch unser Verhalten demonstriert wird, ist sie durch ihre Eigenschaft als Ausdruck von Gottes Tätigkeit ein grundlegendes Element unseres Wesens. Sie ist ein natürlicher Aspekt von Gottes Schöpfung – ein Ergebnis von Gottes Einheit mit sich selbst und Seiner Unendlichkeit. Wir arbeiten nicht so sehr auf Einigkeit hin, sondern fördern sie zutage, denn sie ist letztendlich ein dauerhafter Bestandteil unserer wahren, geistigen Identität – ein natürliches Ergebnis der Tatsache, dass wir alle von dem einen unendlichen Gott, dem Guten, erschaffen sind und regiert werden. Einigkeit in unserer Welt ist somit nicht etwas, das wir als Ziel lediglich anstreben, sondern es ist die gegenwärtige, geistige Wirklichkeit. Wir sind als Kinder des einen Vater-Mutter-Gottes bereits vereint.

Wir können dies durch unsere Gebete erkennen und in unserem Denken und Handeln demonstrieren. Wir können uns dazu verpflichten, aus unserer wahren Quelle, dem einen unendlichen Gott, zu schöpfen und damit die wirksame, friedvolle Einigkeit ans Licht zu bringen, in der wir alle wahrhaft koexistieren. In dieser weltweiten Familie stehen alle wirklich Seite an Seite. Wir gehen diesen Weg als gemeinsame Friedensstifter, ausgerüstet mit der Tatsache, dass „Einigkeit göttliche Macht ist, die der menschlichen Kraft Frieden verleiht“, wie Mrs. Eddy schreibt (Vermischte Schriften 1883–1896, S. 138).

In unserer unendlichen Vielfalt als Gottes Kinder sind wir alle durch Gottes Liebe zu uns und unsere Liebe zu Gott und zueinander vereint. In dieser neu gefundenen Einigkeit ist auch ein Aufruf zur Tat enthalten. Und diese Einigkeit bringt Kraft mit sich – eine große Kraft, die, wenn sie genutzt wird, zur Heilung der Welt beiträgt.

Mark Swinney
auf Einladung der Redaktion

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