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Original im Internet

Kann Gottes Wille jemals falsch sein?

Aus dem Herold der Christlichen Wissenschaft. Online veröffentlicht am 30. März 2026


Menschen irren sich oft, und manchmal geben sie es sogar zu! Doch der Versuch, andere davon zu überzeugen, dass man selbst Recht und die andere Person Unrecht hat, kann aufreibend und sinnlos sein und zu Streit führen. Was können wir also tun, wenn wir meinen, es richtig zu wissen, während unser Gegenüber auf dem falschen Dampfer ist? Auftrumpfen? Uns abwenden? Unsere Meinung lauter und energischer vertreten? Das hilft niemandem.

Aber wir können beten, und zwar so, wie Jesus es seine Jünger schon früh in seiner Missionstätigkeit gelehrt hat, als er ihnen (und uns) das Gebet des Herrn gab. Es fängt so an (Matthäus 6:9, 10): „Unser Vater im Himmel! Dein Name werde geheiligt. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe auf Erden wie im Himmel.“ Und im Garten Gethsemane, als sich Jesu Erdendasein dem Ende zuneigte und er wusste, dass seine Kreuzigung bevorstand, betete er sogar noch intensiver zu Gott (Lukas 22:42): „Nicht mein, sondern dein Wille geschehe!“ Gottes Wille ist immer gut, schließt immer alle mit ein und schenkt immer Fortschritt.

Wie erkennen wir also den Unterschied zwischen Gottes Willen und menschlichem Willen? Menschlicher Wille ist mal aufdringlich und mal unaufdringlich, beruht aber selten auf einem ruhigen Vertrauen auf das Gute. Ein Zeichen dafür, dass wir Gottes Willen folgen, ist das damit einhergehende Gefühl des Friedens. Wir tun Seinen Willen, wenn wir bereit sind zu beten und es auch wirklich auf jedem Schritt tun – wenn wir fähig sind, Gott demütig zu bitten, uns zu zeigen, wie wir Zwietracht, Streit oder ein Missverständnis heilen können, indem wir unsere eigene geistige Identität und, wichtiger noch, die geistige Identität aller Beteiligten anerkennen.

Die Welt von heute hat einen dringenden Bedarf an Demut – an viel Demut –, damit die Menschen Gottes Willen erkennen und befolgen können.

Gott ergreift nicht Partei und bevorzugt auch niemanden. Gott ist Liebe, immer und für alle. Die Bibel sagt uns (1. Petrus 5:5–7): „Umhüllt euch mit Demut, denn Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen gibt er Gnade. So demütigt euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, damit er euch erhöht zu seiner Zeit. Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch.“

Mary Baker Eddy, die Entdeckerin der Christlichen Wissenschaft, betrachtete ebenfalls Demut als grundlegend für ein sinnvolleres, harmonisches, auf Gott fokussiertes Leben. Sie schreibt in Vermischte Schriften 1883–1896, wobei sie Gemüt und Prinzip als Synonyme für Gott verwendet (S. 356): „Die Demut ist Linse und Prisma für das Verständnis des Gemüts-Heilens; man muss sie besitzen, um unser Lehrbuch zu verstehen; sie ist unerlässlich für das persönliche Wachstum, und sie weist auf den Plan ihres göttlichen Prinzips und Gesetzes der Ausübung hin.“

Demut ist ungekünstelt, aber nicht immer einfach. Sie fordert die immer neue Bestätigung von uns, dass Gottes Wille der einzige Wille ist, von dem wir regiert werden wollen oder können angesichts unserer wahren Identität als Schöpfung Gottes, des Geistes. Wenn wir von Gott und Seiner Natur als göttliche Liebe ausgehen, erkennen wir, dass Demut in unserer echten, geistigen Natur als Sein Ebenbild enthalten ist. Und somit können wir gar nicht anders als demütig sein – so hat Gott uns erschaffen!

Einmal wollte ein Verwandter meine Wohnung hüten, als ich eine Weile fort war. Er hatte eine eigene Wohnung, wollte aber gern in meiner sein, weil ich näher an seinem Arbeitsplatz wohnte und ein Busfahrerstreik angekündigt worden war. Mir war nicht wohl bei dem Gedanken – unser Lebensstil war sehr unterschiedlich, und mein Verwandter war dafür bekannt, dass er nicht wieder ging, wenn er einmal da war. Und so betete ich, um in jeder Hinsicht sicher zu sein, was richtig war. Die klare Antwort war: „Nein.“ Also sagte ich, dass es nicht ging, und wies ihn freundlich darauf hin, dass er ja ein Auto hatte und zur Arbeit fahren konnte. Er war wütend über meine Entscheidung, und andere Familienmitglieder ebenfalls, aber ich war ganz ruhig davon überzeugt, dass ich das richtige tat. Also hielt ich gelassen an der Entscheidung fest, und schon bald fanden sich alle damit ab.

Der Busstreik fand tatsächlich statt, allerdings nur zwei Tage und nicht sechs Monate, wie vorhergesagt. Ich fühlte mich nicht bestätigt und fand auch nicht, dass ich „Recht“ bekommen hatte, sondern war demütig dankbar für das, was ich dabei gelernt hatte – dass es immer richtig ist, auf Gott, Liebe, zu hören und die Anweisungen der Liebe zu befolgen, denn das segnet alle, selbst wenn es nicht allen auf den ersten Blick klar ist. Mrs. Eddy schreibt im Lehrbuch der Christlichen Wissenschaft, Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift (S. 206): „In der wissenschaftlichen Beziehung von Gott zum Menschen erkennen wir: Was einen segnet, segnet alle ...“ Mein Verwandter wurde dadurch gesegnet, dass ich seinen Vorschlag ablehnte. Er hörte auf, unsinnige Forderungen an mich und andere zu stellen.

In einem anderen Fall hatte sich eine enge Freundin von mir, die im fortgeschrittenen Alter war, zu einem Aufenthalt in einer Pflegeeinrichtung der Christlichen Wissenschaft entschieden, wo sie eine wundervolle körperliche Heilung erlebte. Da die Möglichkeit bestand, mit anderen Christlichen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern an diesem hübsch eingerichteten Ort zu leben, auch ohne Pflege in der Christlichen Wissenschaft in Anspruch zu nehmen, fand ich es vernünftig für sie, ganz dorthin zu ziehen. Als ich ihr sagte, dass das doch wunderbar für sie sei, antwortete sie liebevoll, aber unmissverständlich: „Nein.“ Sie hatte eine schöne Wohnung ganz in der Nähe ihrer Zweigkirche. Welcher Grund – und welche Notwendigkeit – bestand, von dort wegzuziehen?

Ich redete nicht weiter darüber, fand aber, dass ich Recht hatte mit der Vorstellung, sie solle umziehen. Doch als ich weiter diesbezüglich betete, erhielt ich eine andere Antwort: Das war nicht meine Sache! Ich begriff, dass Gott ihr auf ihre Gebete geantwortet hatte und dass sie genau die Antwort erhalten hatte, die für sie richtig war. 

Ich bin dankbar, dass meine ursprüngliche Überzeugung, Recht zu haben, nicht zu Zwietracht zwischen uns geführt hat. Und ich habe etwas Wertvolles daraus gelernt, etwas, das in einem Zeugnis im Kapitel „Früchte“ in Wissenschaft und Gesundheit ebenfalls zur Sprache kommt. Nachdem die Zeugnisgeberin mehrere Heilungen aufgezählt hat, die dadurch entstanden sind, dass sie das Lehrbuch gelesen hatte, schreibt sie (S. 683): „Für alle diese Beweise bin ich dankbar, aber noch größer ist meine Dankbarkeit für die geistige Lehre, zu lieben, zu vergeben, meine Zunge im Zaum zu halten und mit Kritisieren aufzuhören. – M. A. H., Brockton, Massachusetts, USA.“

Was für eine wunderbare Aufzählung praktischer Anweisungen: zu lieben, zu vergeben, die Zunge im Zaum zu halten und mit Kritisieren aufzuhören! Wenn wir diese vier Dinge tun können, wird das eine kraftvolle heilende Wirkung auf unser Leben und das Leben aller haben, „auf denen [unsere] Gedanken ruhen“, wie Mrs. Eddy es in ihrem Buch Die Erste Kirche Christi, Wissenschaftler, und Verschiedenes (S. 210) ausdrückt.

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