Heute fragen viele: „Wo kann ich die Gesundheit, den Frieden, die Versorgung finden, die nicht dem Zufall, der Veränderung, der Abnahme, dem Verlust unterworfen sind?” Die Christliche Wissenschaft beantwortet diese Frage zur Befriedigung aller ernsten Sucher nach der Wahrheit. Die Lehren der Christlichen Wissenschaft, in der persönlichen Erfahrung angewandt und betätigt, bringen in das Bewußtsein die Freude, die bleibt, den Frieden, der nicht aufhört, das Verständnis der Substanz, das sicher ist, weil diese auf die Tatsache der Allheit Gottes und des Menschen geistige Gottgleichheit und Einheit mit Gott gegründet sind.
In der Beschreibung ihres Forschens nach der Wahrheit erklärt Mary Baker Eddy, die Entdeckerin und Gründerin der Christlichen Wissenschaft (Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift, S. 226, 227): „Ich sah vor mir den furchtbaren Kampf, das Rote Meer und die Wüste. Aber durch den Glauben an Gott drang ich vorwärts und vertraute auf die Wahrheit, die starke Befreierin, daß sie mich in das Land der Christlichen Wissenschaft führe, wo die Fesseln fallen und die Rechte des Menschen völlig erkannt und anerkannt werden”. Von jeher haben die Menschen verschiedenartige Begriffe vom Himmel—dem idealen Wohnort—gehabt. Ein alttestamentlicher Verfasser beschreibt das Land, in das Gott die Kinder Israel führen wird, als „ein Land, darin Milch und Honig fließt”. Jesus gab uns den wahren Begriff von dem idealen Land, wo Harmonie, Freudigkeit, Substanz und Leben unbegrenzt, unveränderlich, endlos sind, einen Begriff, der grundverschieden von allen anderen Begriffen ist. Er sagte: „Man wird auch nicht sagen: Siehe, hier! oder: da ist es! Denn sehet, das Reich Gottes ist inwendig in euch”.
Es gibt nicht mehr viel Land auf dieser Erde zu entdecken und zu erforschen; aber „das Land der Christlichen Wissenschaft”, das vor seiner Entdeckung durch Mrs. Eddy in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts verhältnismäßig unbekannt war, liegt an der Schwelle jedes persönlichen Bewußtseins, und jeder muß es mit der Zeit als seinen wahren Wohnort anerkennen. Die Bibel in Verbindung mit dem christlich-wissenschaftlichen Lehrbuch und Mrs. Eddys anderen Schriften bietet den Menschen die nötige Führung zur Erkenntnis der ewigen Gegenwart und der unendlichen Vollkommenheit Gottes und der Einheit des Menschen mit seinem Vater-Mutter. Die Christliche Wissenschaft hilft uns aus unserem Bewußtsein den Glauben an die Materialität und das sterbliche Dasein, der das Himmelreich in uns, des Menschen geistige Vollkommenheit als Gottes Bild und Gleichnis, verbirgt, austreiben und führt uns hier und jetzt zu dem Genuß unserer Rechte als Gottes Kinder.
„Das Land der Christlichen Wissenschaft” liegt im Reiche des göttlichen Gemüts und steht allen offen, die hineingehen wollen. Johannes beschreibt seine Vision des Reiches Gottes, das er „die heilige Stadt” nennt, wie folgt: „Und ihre Tore werden nicht verschlossen des Tages; denn da wird keine Nacht sein. ... Und es wird nicht hineingehen irgend ein Gemeines und das da Greuel tut und Lüge”. Dieses Land, in dem das Leben harmonisch, vollständig, sicher ist, kennt keine Grenzen, keine Rassen-, Nationalitäts- oder Religionsbeschränkungen, keinen Streit, keinen Mangel, keine Pestilenz, keine Geschäftsstockung und keine Unterdrückung. Jedermann hat überall das volle Recht und Gelegenheit, Bürger und Einwohner dieses Landes zu sein und an seinem Guten teilzunehmen. Ja alle, vom Geringsten bis zum Größten, haben gleiche Gelegenheit, Gesundheit, Frieden, Liebe, Tätigkeit und Schönheit auszudrücken und zu genießen; ihre Talente im Widerspiegeln und Verherrlichen Gottes, des Guten, anzuwenden; an der unbegrenzten Fülle Seines Reichs teilzunehmen. Hier findet man Zuflucht vor den drückenden Sorgen der Armut, der Zwietracht, der Enttäuschung, der Vereitelung, der Krankheit. In diesem Lande gibt es kein Ringen mit dem Bösen; denn es kann nicht hineingehen „irgend ein Gemeines und das da Greuel tut und Lüge”. Alle seine Einwohner anerkennen und verstehen, daß Gott die einzige Macht, das einzige Gemüt, das einzige wirkliche Sein ist. Hier ist die Anbetung Gottes die einzige Religion; Nächstenliebe ist die Grundlage des Handelns; die Materie ist unbekannt, und die Vollkommenheit und die Wirklichkeit der geistigen Schöpfung einschließlich des Menschen sind offenbar.
Jeder muß beweisen, daß er würdig ist, im Reiche des Geistes zu bleiben. Das menschliche Selbst, das nie vollständiges Glück oder absolute Sicherheit kennt, muß aufgegeben und die Materie als das, was sie ist—eine sterbliche Trugvorstellung, eine Lüge—erkannt werden. Es könnte gefragt werden: Was hat dies mit mir zu tun? Ich bin arm, krank, beunruhigt, unglücklich—zu nichts tauglich. Hier ist die Antwort: Jedermann gewinnt seinen Zutritt zu Gottes Gegenwart und dadurch zur Gesundheit, zum Frieden und zu einem Leben voller Genüge durch das Verständnis der Allmacht und der Allheit des Geistes und des Platzes des Menschen in der Ordnung der Vollkommenheit. Jeder einzelne hat ein Recht auf Leben, Freiheit, Unabhängigkeit, Substanz. Jedermann ist zu Sicherheit, Geborgenheit, Genüge, Gerechtigkeit berechtigt; und wenn wir uns unseres wahren Seins im Geist bewußt werden, erfreuen wir uns dieser Segnungen, die niemand uns nehmen kann—Segnungen, die Gott Seiner ganzen Schöpfung unaufhörlich und unbegrenzt verleiht. In Wirklichkeit ist jedermanns wahres und einziges Selbst jetzt dort, wo es immer gewesen ist: im Reiche Gottes, der Wahrheit, der Liebe, und ist vollkommen, unversehrt, rein und frei. Und wenn wir uns diese geistige Tatsache vergegenwärtigen, hören irrige Annahmen auf, uns abzulenken und zu beunruhigen.
Die Regierung des göttlichen Gemüts ist eine gegenwärtige Wirklichkeit, die weder Anfang noch Ende hat. Zeit, Begrenzung, Zwietracht, Verfolgung, Streit sind ganz unbekannt in Gottes Regierung, wo Gott der einzige Gesetzgeber ist und die Gesetze des Geistes die einzigen Gesetze sind. Die Materie ist nur der irrige Glaube an ein von Gott getrenntes Dasein, und ihre mutmaßlichen Gesetze und Ansprüche sind erdichtet; sie werden in Wirklichkeit von niemand geglaubt oder gestützt. Gottes Kinder kennen ihren Vater-Mutter, und diese Kenntnis bietet einen sicheren Wohnort in Freude, Vollständigkeit und Reinheit. Da das Böse unwirklich ist, berührt es die wahre Schöpfung nicht; Krankheit ist nie im göttlichen Gemüt inbegriffen.
Die Christliche Wissenschaft lehrt, daß Gott das Prinzip ist, daß Er unveränderlich, unparteiisch, unfehlbar ist. Daher wissen wir, daß Gott nicht einem einzelnen, einer Gruppe oder einem Volk hilft und andere ausschließt. Seine Hilfe ist überall allen zugänglich, die in Demut, Selbstlosigkeit und, der Wahrheit und der Liebe treu, Seinen Willen zu tun trachten. Die göttliche Liebe allein hat Macht; daher sind Streit, Kummer, Trübsal, Krankheit und Tod in Wirklichkeit machtlos, unecht, unwirklich—ganz trügerisch.
Folgende Erklärung unserer Führerin auf Seite 323 in Wissenschaft und Gesundheit hilft uns in unserem Trachten nach dem Reich des bleibenden Guten: „Die heilsamen Züchtigungen der Liebe fördern uns auf dem Wege zur Gerechtigkeit, zum Frieden und zur Reinheit, welche die Marksteine der Wissenschaft sind”. Die Sterblichen nehmen Züchtigung, Heimsuchung, Bedrängnis, Mißgeschick übel, besonders wenn sie sich ehrlich bemüht haben zu tun, was recht ist. Manchmal wundern wir uns, warum wir gewisse Erfahrungen machen müssen, und sind versucht, die Schuld uns oder anderen zuzuschreiben. Wenn wir im Verständnis der Wissenschaft des Christus, der Wahrheit, wachsen, verstehen wir, daß Besserung durch die göttliche Liebe uns nicht zum Nachteil gereicht oder uns eines der guten Dinge beraubt, sondern uns erhebt, unterweist, inspiriert, reinigt und zu zahllosen Segnungen führt. „Die heilsamen Züchtigungen der Liebe” bieten nötige Lehren in Nächstenliebe, Geduld, Duldsamkeit, Erbarmen, Sanftmut, im Glauben an das Gute, in der praktischen Anwendung der Goldenen Regel. Sie decken irrige Annahmen auf, die überwunden und aus dem Denken ausgetrieben werden müssen, und enthüllen die Schritte, die auf dem Wege geistigen Wachstums zu machen sind. Wenn die Liebe uns bessert, erlangen wir einen höheren Sinn der Liebe, des Heims, der Substanz und der Wirklichkeit.
Unsere Führerin hat noch mehr über Marksteine zu sagen (Wissenschaft und Gesundheit, S. 324): „Die Freudigkeit, die falschen Marksteine zu verlassen, und die Freude, sie verschwinden zu sehen—eine solche Gesinnung beschleunigt die endgültige Harmonie”. „Falsche Marksteine”, das Gegenteil echter Marksteine, führen uns von dem wahren Wege ab, wenn wir nicht beständig darauf bedacht sind, ihre trügerische Art zu entdecken. Solche Marksteine können materieller Ehrgeiz, Groll, Neid, Furcht oder Besitzstolz, Verstand oder gesellschaftliche Stellung sein. Der Wissenschafter, der bestrebt ist, in der Christlichen Wissenschaft Fortschritt zu machen, freut sich natürlich, jeden ihm sich darbietenden Glauben an menschliche Persönlichkeit, sterbliche Intelligenz und materielle Macht zu überwinden. Jedermann muß Herr seines Bewußtseins sein, um seine Herrschaft über das Böse zu beweisen. Jeder Anspruch des Irrtums auf Wirklichkeit, Ort und Macht muß verneint und jede Einflüsterung eines dem einen göttlichen Gemüt entgegengesetzten Gemüts widerlegt und abgewiesen werden. Eine Fülle materieller Besitztümer macht nicht reich, noch macht Mangel an materiellen Besitztümern arm; denn die Materie ist kein Maß, womit wir unsere Stellung, unsern Fortschritt oder unsere Kraft messen können.
Die Christlichen Wissenschafter suchen ihre Rechte als Kinder Gottes, als Bürger Seines Reichs durch tägliche Vergegenwärtigung ihrer Einheit mit dem Gemüt, dem Leben, der Liebe, und der hieraus folgenden Unabhängigkeit von der Materie und deren Begrenzungen zu behaupten. Um uns jedoch der Vorrechte und Vorteile der Bürger des Reichs des Geistes zu erfreuen, müssen wir willens sein, unseren Verpflichtungen nachzukommen, die Gehorsam gegen die Forderungen der Wissenschaft der Seele, selbstlose Liebe, Geduld, Mut und die Willigkeit in sich schließen, bescheiden, unermüdlich, oft ohne sichtbare Belohnung oder Anerkennung zu arbeiten. In Demut kommen wir „dem Land der Christlichen Wissenschaft, wo die Fesseln fallen”, näher. Beständiges Verneinen des Glaubens, daß die Materie Empfindung oder Intelligenz habe, und standhafte, freudige Anerkennung der geistigen Vollkommenheit des Kindes Gottes, des Menschen, sind unerläßlich. Gott ist das All, die einzige Substanz, das einzige Leben, die Quelle der Gesundheit, der Stärke, der Schönheit, der Harmonie, des Guten. Die Unwirklichkeit des Bösen kann nur durch die Christusidee—die Wahrheit der Allmacht und der Allgegenwart Gottes—bewiesen werden.
Jeder Christliche Wissenschafter sollte sich bemühen, als Teil jeder Tagesarbeit der Wahrheit eingedenk zu sein, daß „das Land der Christlichen Wissenschaft” hier und heute des Menschen wahrer Wohnort ist. Dies ist kein unpraktischer Traum, keine phantastische Hoffnung, sondern eine gegenwärtige Wirklichkeit. Jeder sollte sich in seinem Geschäft, in seinem Heim, in seinem Denken und Handeln so verhalten, wie es sich für einen Einwohner des Landes, wo „die Rechte des Menschen völlig erkannt und anerkannt werden”, geziemt. Laßt uns allezeit und unter allen Umständen eingedenk sein, daß wir in Wirklichkeit die Ideen des Gemüts sind, die von dem Prinzip überwacht, von der göttlichen Liebe getrieben, von dem Geist geführt und regiert werden—daß wir die Widerspiegelung Gottes sind! Vollkommenheit ist unsere Norm und unser Ziel.
Es kann einer versucht sein, zu glauben, daß er machtlos sei, etwas zu tun, um der Welt die Gegenwart und Allheit Gottes, des Guten, verwirklichen zu helfen; aber das ist eine falsche Einflüsterung. Denn jedermann muß seinen Teil beitragen, diesen göttlichen Wohnort allgemein ans Licht zu bringen. Überall und bei jeder Tätigkeit oder Arbeit ist es unsere Pflicht und unser herrliches Vorrecht, unsern Platz mit Freude und Dankbarkeit einzunehmen. So ziehen wir aus unseren Rechten Vorteil, kommen wir unseren Verpflichtungen nach; und die Trugvorstellungen des Irrtums, des sterblichen Gemüts, fallen dann eine nach der anderen weg, so daß unser Leben strahlend, voll und frei ist.
Jeder kann sich jetzt, in diesem Augenblick, bemühen, sich zu vergegenwärtigen, daß dort, wo er ist, Gott ist, die Liebe ist, Substanz ist, Gerechtigkeit ist, Schönheit ist. Indem wir Selbstlosigkeit, Rücksichtnahme, Freundlichkeit, positives Wohlwollen ausdrücken, werden wir gute Nachbarn, fördern wir die Sache der Christlichen Wissenschaft und beweisen unser gesetzliches Bürgerrecht im Himmelreich. Obwohl wir in Zeiten der Entscheidung und großer Not auf die Probe gestellt werden, müssen wir unsere Hauptproben im gewöhnlichen täglichen Leben bestehen, das Geduld, Sanftmut, Barmherzigkeit von uns fordert. Denn wir leben nur im Frieden, wenn wir unsere Einheit mit Gott, der Quelle alles Guten, verwirklichen. Jeder einzelne Beweis der heilenden Kraft des göttlichen Gemüts, Gottes, hilft den Himmel auf die Erde, das Reich Gottes in die Erfahrung der Menschen, bringen.
Wer sein wahres und einziges Selbst, das ganz geistig ist, erkennt, versteht, daß das Böse, Irrtum—Trugvorstellung—ihn dessen, was Gott ihm gegeben hat, seines Geburtsrechts des Guten, nicht berauben noch ihm ein Leben voller Genüge, Gesundheit, Substanz und Unsterblichkeit entziehen kann. Als Idee der Liebe, Gottes, kann einer in keiner Weise den Fortschritt, das Wachstum, die Freudigkeit und die Freiheit eines andern stören oder hindern. Wenn jeder von uns gerade dort, wo er ist, alles tut, was er kann, um das Leben für sich, seine Familie, seine Gemeinde—für alle, mit denen er in Berührung kommt—voller, reicher, glücklicher, vollständiger zu machen, hilft er der Menschheit „das Land der Christlichen Wissenschaft” auf Erden verwirklichen.
Der Zufall ist dem Menschen, der in der Wahrheit und der Liebe weilt, unbekannt. Des Menschen Sein ist keinem Verlust, keinem Unfall, keinen bösen Einflüssen irgend welcher Art unterworfen. Die Erkenntnis, daß die Rechte des Menschen weil gottgegeben geistig sind, befähigt uns zu beweisen, daß das Leben nicht von falschen Annahmen überfallen oder von Knechtschaft verdrängt werden kann. Es gibt keine Macht, die sich Gott widersetzen kann, um den Menschen von seinem Platz in dem Leben, dem Geist, zu verdrängen. Die Möglichkeiten und Fähigkeiten des Menschen in der göttlichen Wissenschaft übersteigen die sterbliche Fassungskraft. Das Gute ist nicht begrenzt oder unterdrückt. Da wahre Substanz ganz geistig ist, kennt sie weder Überfluß noch Mangel. Nichts kann den Platz des Guten einnehmen; denn Gott ist unendlich. Die vollkommene, unzerstörbare Einheit Gottes und des Menschen erhebt uns in dem Maße, wie wir sie erkennen, über die Täuschungen der Materialität; und das Reich Gottes wird für uns zugänglich, tatsächlich, immer gegenwärtig.
