In einer bekannten geschichtlichen Analyse des vierzehnten Jahrhunderts, betitelt „Der ferne Spiegel“, behandelt Barbara Tuchman einen Zeitabschnitt, der für den westlichen Kulturkreis besonders schwer war. Zwei große Probleme waren seinerzeit der Hundertjährige Krieg, in dem beiden Seiten die nötige Stärke zu einem klaren Sieg fehlte, und die Pest, von der nur wenige Familien verschont blieben. Wie Tuchman darlegt, herrschte damals die vielfache Meinung, daß die Katastrophen — vor allem die Pest — auf eine tiefsitzende, sündhafte Ichbezogenheit hinwiesen, die nun in gewaltigem Ausmaß gestraft wurde.
Die gegenwärtigen Diskussionen, Protestdemonstrationen und wissenschaftlichen Abhandlungen darüber, was es bedeutet, in einem Zeitalter zu leben, in dem thermonukleare Kriege möglich sind, haben in vielen Menschen ähnliche Besorgnisse erweckt. Aber die Frage des Überlebens hat heute neue Dimensionen angenommen, da die gegenwärtigen technologischen Entwicklungen die Gefahr der vollständigen Ausrottung der Menschheit heraufbeschwört haben.
Einige Leute meinen, daß die Menschheit sich am Rande eines Abgrunds befinde und vor gewaltigen Entscheidungen stehe wie nie zuvor.
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