Skip to main content Skip to search Skip to header Skip to footer

Unterrichten — mit dem Zweck zu heilen

Aus der Juli 2008-Ausgabe des Herolds der Christlichen Wissenschaft


Wissbegierde ist eine Grundeigenschaft von uns allen. Wir staunen über etwas. Zum Beispiel sah ich neulich ein Profi-Basketball-Spiel. Während eines 15-minütigen Spielviertels versenkte ein einzelner Spieler sieben Drei-Punkt-Würfe. Die Kommentatoren waren ganz aus dem Häuschen. Obwohl sie die aufgezeichneten Wiederholungen analysiert hatten, stellte ich mir die Frage: Wie macht er das? Einen oder zwei konnte man ja verstehen. Aber worin lag die wundervolle Kombination von athletischem Talent, Konzentration, Selbstvertrauen, Überzeugung, Ausdauer etc., die es ihm ermöglichte, sieben Bälle nacheinander zu versenken?

Die meisten von uns sind ebenfalls neugierig auf Hintergründe.

Zum Beispiel:

Wie ging Jesus auf dem Wasser? Es musste mehr dahinterstecken als eine spezielle Oberflächenspannung.

Wie beendete er den lebensbedrohlichen Sturm? Es war sicher keine Zauberei.

Wei weckten die Propheten Elia und Elisa Kinder von den Toten auf?

Wie ließ Paulus Eutychus nach einem Sturz vom Tode auferstehen?

Die Tatsache, dass solche Dinge immer wieder von vielen Menschen über viele Jahrhunderte hinweg vollbracht wurden, legt die Erklärung nahe, dass sie in Übereinstimmung mit einem Gesetz, nicht durch irgendein persönliches Charisma vollbracht worden waren.

Es gibt logische Erklärungen für diese Ereignisse. Das Problem ist, dass, obwohl das Spektrum menschlicher Erfahrung heutzutage sehr weit reicht, sehr wenige Menschen in der Lage sind, nachzuweisen, dass sie die richtigen Erklärungen haben, indem sie jene Ereignisse wiederholen.

Hier kommt die Christliche Wissenschaft ins Spiel. Sie befriedigt das wissbegierige geistige Denken mit Erklärungen bei Fragen wie den obigen. Sie gibt Antworten, die logisch genug sind, um aufrichtig und ernsthaft Studierende in die Lage zu versetzen, die Heilungsereignisse der Großen aus der Bibel auf bescheidene Art und Weise zu wiederholen.

Die Christliche Wissenschaft macht Schüler mit Ideen vertraut, die nicht allgemein bekannt sind. Sie eröffnet die geistigen Tatsachen über Gott, den Menschen, das Universum und über das Nichtsein des Bösen. Sie stellt unsere natürliche Intuition zufrieden, dass es etwas gibt, das real und gegenwärtig ist, das wir jedoch nicht mit den fünf physischen Sinne wahrnehmen oder erfahren können. Aber die Christliche Wissenschaft ist nicht mystisch oder übernatürlich. Sie befriedigt den geistigen Wissensdurst von Menschen bis zu einem Grad, der jenseits des Bereichs rein sterblichen Wissens liegt. Sterbliches Wissen basiert auf der Voraussetzung, dass Materie und ihre vermeintlichen Gesetze im Universum die Oberhand haben. Aber diese Art von Wissen könnte einen analytischen Denker nicht zufrieden stellen, wenn es darum geht, wie man auf der stürmischen Oberfläche eines Sees läuft.

Mary Baker Eddy entdeckte eine tiefer liegende Realität, eine andere Wirklichkeit, eine Ersatz-Wirklichkeit, wenn Sie so möchten—die tatsächliche Gegenwart der Dinge, die vollständig geistig sind und die genau da existieren, wo dem sterblichen Denken nach nur materielle Dinge vorhanden sind. Sie konnte durch ein rein geistiges Bewusstsein das wahrnehmen und beschreiben, was viele von uns intuitiv und undeutlich fühlen, jedoch nicht artikulieren konnten. Ihre durch kindliche Unschuld und tiefe Rechtschaffenheit beschützte geistige Wissbegierde führte ihr Denken hinein in traditionelle Theorien, die auf Materie basierten, sie führte sie hindurch und darüber hinaus. Sie erschloss ihr die Wahrnehmung einer vollständig greifbaren und doch geistigen Realität. Sie konnte die Vorstellung von dem, was jenseits des scheinbar Existenten liegt, analysieren, bevor sie das Verständnis von dem erlangte, das tatsächlich existiert. Und dann bewies sie ihre Entdeckung durch Heilen.

Die Christliche Wissenschaft macht Schüler mit Ideen vertraut, die nicht allgemein bekannt sind. Sie eröffnet die geistigen Tatsachen über Gott, den Menschen, das Universum und über das Nichtsein des Bösen.

Sie nannte es Christus-Heilen, weil der Christus die Heilung des Körpers durch Reinigung der menschlichen Natur bewirkte. Indem der Christus das menschliche Denken und den menschlichen Charakter verbessert, kontrolliert und heilt er den Körper. Sie lernte, dass der Christus Gottes Wahrheit ist oder das, was Gott über Seine vollkommene Schöpfung, den Menschen, weiß, und sie bewies, dass jeder ernsthaft denkende Mensch dieses Verständnis erlangen und die heilende Macht dieses Verständnisses demonstrieren kann.

Jesus wies auf dieses geistige Verständnis als auf eine „kostbare Perle" hin, für welche ein Kaufmann alles verkaufte, nur um sie zu erwerben (Matthäus 13). In gewisser Weise verkaufte Mrs. Eddy alles, was sie hatte, um die Begrenzungen bekannter materieller Annahmen zu durchbrechen. Sie widmete ihr Leben ganz und gar der Entdeckung der ewigen Wahrheit, und um diese fortdauern zu lassen, gründete sie eine Kirche. Es war, als ob man aus einem Traum aufwacht, um festzustellen, dass man sich gar nicht in einer furchtbaren Situation befindet. Aber in diesem Fall war der Traum die weitverbreitete, praktisch universale Annahme, dass Materie die ultimative und überlegene Wirklichkeit sie. Sie machte eine kosmische Entdeckung, die in der Weltgeschichte ihresgleichen sucht und die doch bis heute kaum anerkannt wird und—was nicht überrascht—auf starken Widerstand stößt.

Die Christliche Wissenschaft bietet drei Methoden an, etwas über diese Entdeckung und deren praktischen Wert zu lernen. Die eine ist die Sonntagschule, in der jeden Sonntag Schüler bis zum Alter von 20 Jahren weltweit in den christlich-wissenschaftlichen Kirchen und Vereinigungen unterrichtet werden. Eine andere ist der Klassenunterricht, der weltweit in 12-tägigen Kursen durch von der Mutterkirche autorisierte Lehrer abgehalten wird und auf den jährliche Fortbildungen folgen. Die dritte Methode ist der Selbstunterricht, der stark auf die anderen beiden abgestimmt sein oder auch unabhängig davon geschehen kann. Der Hauptunterschied zwischen den letzten beiden schließt die Geschwindigkeit des Lernens ein sowie die Tatsache, dass Mrs. Eddy die Anzahl derjenigen reglementiert hat, die in einem Kalenderjahr Klassenunterricht erhalten können.

Einige halten es für das Beste, ihren geistigen Fortschritt sich langsam entfalten zu lassen, indem sie durch individuelles Studium und die Anwendung der Wahrheiten voranschreiten—Wahrheiten, die in dem Buch Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift aufgeschrieben sind, in welchem Mrs. Eddy die Christliche Wissenschaft erklärt. Das ist eine effektive, vortreffliche und selbstsichere Herangehensweise.

Andere sind der schnelleren Aufnahme derselben Wahrheiten durch ein Studium mit einem autorisierten Lehrer der Christlichen Wissenschaft zugeneigt. In den meisten Fällen kann man in den zwölf Tagen des hingebungsvollen und konzentrierten Klassenunterrichts das erlangen, wofür man bei der Selbstunterweisung das Vielfache an Tagen benötigen würde. Mrs. Eddy konstatierte zweimal, dass der Zweck des Klassenunterrichts der ist, die geistige Bedeutung der Heiligen Schrift zu erklären oder klar zu machen (siehe z.B. Kirchenhandbuch, S. 87 und Die Erste Kirche Christi, Wissenschaftler und Verschiedenes, S. 241). Auch erwartete sie, dass die Schüler des Klassenunterrichts ihre Religion fortbestehen lassen und die Kirchen der Bewegung durch Heilen unterstützen würden.

Der geistige Fortschritt eines jeden ernsthaften Denkers ist proportional zu seiner oder ihrer Hingabe zum Buchstaben und zum Geist von Wissenschaft und Gesundheit gesichert. Und in jedem Fall ist die Methode oder Geschwindigkeit, geistiges Verständnis zu erlangen, bei weitem nicht so wichtig wie das Verständnis selbst und dessen Beweis im Heilen. Tatsächlich bestätigt sich das Erlangen von Verständnis einzig und allein in unserem Leben. Nicht Wortgewandtheit, mit der wir reden, und sicher keine Belehrung durch irgendeine vermeintlich erhabenere Methode beweisen unseren geistigen Fortschritt. Es geht nur darum: „an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen" (Matthäus 7). Diese Früchte werden in unserem Leben zu erkennen sein, wenn wir uns ein christusgleiches Bewusstsein zu Eigen machen — wenn wir geduldiger, mitfühlender, nachdrücklicher werden und mehr Heilfähigkeit für andere und für uns selbst erlangen.

Eine Freundin von mir zum Beispiel ging nach einem Unterrichtstag während ihres Klassenunterrichts zurück zu ihrem Hotel und traf das Zimmermädchen, das ihr Zimmer aufräumte. Diese beklagte sich über rasende Kopfschmerzen. Inspiriert von dem, was sie im Klassenunterricht gerade gelernt hatte, fragte diese Freundin das Zimmermädchen, ob sie für sie beten solle. Sie war mehr als einverstanden. Die Schülerin betete so, wie sie es gelernt hatte — mit Gebet, das auf der Allheit Gottes, des Guten, basiert; darauf, dass Männer und Frauen zu Gottes Gleichnis geschaffen sind — Seine geistige Schöpfung; und auf der sich daraus ergebenden Nichtsheit von Materie und ihren Krankheiten. Das Zimmermädchen ging in ein angrenzendes Zimmer, kam aber nach einigen Minuten zurück und teilte ihr freudig und erstaunt mit, dass die Kopfschmerzen vollständig verschwunden waren.

Jene, die bereit sind für den Schritt hin zu geistiger Erziehung durch den Klassenunterricht, werden von Mrs. Eddy weise gewarnt, aufzupassen, dass sie möglicherweise Widerstand erfahren werden, diesen Schritt zu gehen. Wenn auch niemand erwarten sollte, dass Probleme auftauchen, wird sich der aufmerksame Denker doch nicht durch solchen Widerstand abhalten lassen oder davon überrascht sein. Die Welt widersetzt sich allem, was neu ist, und sie widersetzt sich äußerst nachdrücklich jenen Ideen, die die generelle Annahme der Überlegenheit von Materie aufs Äußerste herausfordern. Freunde, Verwandte oder Arbeitgeber mögen über die Bemühungen von jemandem spötteln, Klassenunterricht zu nehmen; das Geld für die Kosten mag knapp sein; Zeiten mögen unpassend sein; Krankheit, Unfall oder eine andere Art von Störung mag bedrohlich in der letzten Minute auftauchen. Durch einen Sekretär wies Mrs. Eddy auf diese Situationen hin und bezeichnete sie als das Netz, „das geschickt ausgelegt und schlau getarnt ist, um ihren Fortschritt in dieser Richtung zu verhindern." (Die Erste Kirche und Verschiedenes, S. 241).

All diese Situationen illustrieren die Weisheit von Jesu Rat in seiner Bergpredigt: „Wenn du aber Almosen gibst, so lass deine linke Hand nicht wissen, was die rechte tut" (Matthäus 6). Die Erfahrung lehrt, dass je weniger wir auf andere und je mehr wir auf Gott hören, desto wahrscheinlicher hören wir in Gottes Richtung und nehmen den direktesten Weg zu geistigem Fortschritt.

Eine andere Frau, die ich kenne, erlebte zwei Jahre in Folge diese Art von Widerstand, am Klassenunterricht teilzunehmen. Aus dem Nichts schienen Familienangelegenheiten aufzutauchen, die sie überhaupt nicht kontrollieren konnte und die in direktem Konflikt mit dem Zeitpunkt ihres Klassenunterrichts standen. Als eine ähnliche Situation im dritten Jahr auftauchte und den Klassenunterricht wieder zu verschieben drohte, wachte sie schließlich auf, um die mentale Natur des Widerstands zu erkennen. Sie hielt an dem Klassenunterricht weiter fest – trotz der vermeintlich klaren Gründe vor Augen, dies nicht zu tun. Doch dieses Mal löste ihr geistiger Vorsatz den Widerstand so auf, als wenn der Sonnenschein den Nebel zerteilt. Sie machte eine großartige Erfahrung mit dem Klassenunterricht und ist inzwischen selbst Lehrerin der Christlichen Wissenschaft geworden.

Auch wenn die Welt der Wahrheit bis zu einem gewissen Grad widersteht, so ist sie eigentlich doch wissbegierig und strebt nach genau der Wahrheit, der sie sich widersetzt. Durch die Liebe zu Gott werden jene, die danach streben, anderen helfen zu können, erleben, dass Gott ihre „sehr gegenwärtige Hilfe" ist und das Er jeden zu seinem oder ihrem Geschick als Diener des Herrn und der Menschheit durch ein höheres und praktikableres Verständnis der Heiligen Schrift beschützend führt.

Wenn Sie mehr Inhalte wie diese erforschen möchten, können Sie sich für wöchentliche Herold-Nachrichten anmelden. Sie erhalten Artikel, Audioaufnahmen und Ankündigungen direkt per WhatsApp oder E-Mail. 

Anmelden

Mehr aus dieser Ausgabe / Juli 2008

  

Die Mission des Herolds

„... die allumfassende Wirksamkeit und Verfügbarkeit der Wahrheit zu verkünden ...“

                                                                                                                            Mary Baker Eddy

Nähere Informationen über den Herold und seine Mission.