Die Evangelien der Apostel zeugen nicht nur von Jesu Heilarbeit, sondern auch von seinen Gleichnissen als einem zentralen Element seines Lebenswerkes, der Demonstration des göttlichen Seins. Gleichnisse waren ein wichtiger Bestandteil von Jesu beispielloser Mission und man darf unterstellen, dass er in bestimmten Situationen ganz bewusst seine Botschaft in Form von Gleichnissen vermittelte.
Wieso aber demonstrierte Jesus die göttliche Allmacht Gottes in dem einen Fall dadurch, dass er einen vermeintlich unvollständigen Gesundheitszustand augenblicklich und vollkommen korrigierte und damit heilte? Und wieso demonstrierte er die göttliche Herrschaft in einem anderen Fall dadurch, dass er eine fehlerhafte Sichtweise des menschlichen Gemüts durch ein Gleichnis auflöste und ihm somit bildhaft den Weg zur Selbstheilung eröffnete?
Jesu Heilungen waren die unmittelbare und vollständige Erlösung der Hilfesuchenden von Krankheiten und anderen Notsituationen. Diese Heilungen waren seine Demonstrationen der absoluten Macht des Geistes über das menschliche Gemüt und die Materie. Hingegen sprach Jesus in bildhaften Gleichnissen immer dann, wenn er seine Mitmenschen zu einem tieferen Nachdenken bewegen und sie zu einer höheren Geistigkeit führen wollte. „Unser Meister lehrte Geistigkeit durch Vergleiche und Gleichnisse." (Wissenschaft und Gesundheit, S. 117) Er vermittelte ihnen auf diese Weise den Schlüssel für eine innere Umwandlung mit dem Ziel der individuellen Selbsterkenntnis.