Eine meiner Lieblingsstellen in Mary Baker Eddys Schriften lautet: „In der göttlichen Wissenschaft, in der Gebete mental sind, können alle Gott als gegenwärtige ‚Hilfe in den großen Nöten‘ für sich in Anspruch nehmen“ (Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift, S. 12–13). Sie macht mir immer bewusst, dass Gott uns liebt und versorgt und dass dieser eine unendliche Gott überall ist und auf unsere Gebete eingeht.
Die Bibel und das Lehrbuch der Christlichen Wissenschaft, Wissenschaft und Gesundheit, haben mich viel über Gebet gelehrt. Wenn wir zum Beispiel wegen eines Problems beten und nicht sofort Heilung erleben, schreiben wir Gott vielleicht die Lösung vor, statt zu lauschen und Seinen Willen – der immer gut ist – geschehen lassen.
In Bibelgeschichten werden diejenigen, die auf Gottes Stimme hören, zu Lösungen geführt. Mose war beispielsweise mehrmals fähig, das Volk, das er aus der Knechtschaft geführt hatte, vor Unheil zu retten. Andere fanden Antworten und Heilung für viele Probleme, einschließlich Krankheit. Ihre Erfahrungen zeigen uns, dass Gott allwissend ist – dass unser Vater-Mutter-Gott weiß, was wir brauchen, bevor wir darum bitten – und dass Er uns die geistigen Ideen eingibt, die unser Denken erheben und uns helfen, Seiner Führung zu folgen.
Ich versuche im stillen Gebet immer, diesen Pfad des wahren Lauschens auf Gott zu nehmen, so wie Christus Jesus es uns gelehrt hat. Vor ein paar Monaten hatte ich zum Beispiel hohes Fieber. Ich konnte nicht schlafen und mein Körper fühlte sich besonders nachts sehr heiß an. Ich war so müde, dass mir alles wehtat, ich konnte nicht richtig essen und das Bett nicht verlassen.
Diese Situation machte mir sehr zu schaffen. Doch als neunzehnjähriger Schüler in der Sonntagsschule der Christlichen Wissenschaft (in Zweiter Kirche Christi, Wissenschaftler, Kinshasa, Demokratische Republik Kongo) war ich sicher, dass ich wusste, wie ich beten musste, und ich beschloss, mir eine Behandlung in der Christlichen Wissenschaft zu geben. Ich spürte die metaphysische Hilfe meines Vaters und meines Bruders, die mich liebevoll durch Gebet unterstützten.
An den ersten beiden Tagen betete ich mit folgenden Ideen, die der Praxis der Christlichen Wissenschaft zugrunde liegen: Gott ist göttliches Gemüt, die einzige Ursache und die Quelle unserer Gesundheit; in Gemüt und seiner Manifestation – in Gott und Seiner Idee – gibt es keine Krankheit, nichts dem Guten Entgegengesetztes, denn Gott ist gut und füllt allen Raum; als Gottes Idee bzw. Widerspiegelung kann ich Krankheit nicht erleben. Doch mein körperlicher Zustand schien sich nicht zu bessern.
Alle, die in das „Zimmer des Gebets“ gehen, werden Gottes heilende Botschaft hören.
Der folgende Tag war ein Montag, und das Thema der Bibellektion der Christlichen Wissenschaft (die im Vierteljahresheft der Christlichen Wissenschaft abgedruckt wird) war „Sakrament“. Diese Lektion war genau das, was ich brauchte. Sie enthielt mehrere hilfreiche Bibelverse, zum Beispiel Jesu Anweisung: „Wenn du betest, geh in dein Zimmer und schließ die Tür zu und bete zu deinem Vater im Verborgenen; und dein Vater, der ins Verborgene sieht, wird dich öffentlich belohnen“ (Matthäus 6:6). Die Lektion enthielt auch dieses Zitat aus Wissenschaft und Gesundheit, das das „Zimmer“ erklärt: „Das Zimmer symbolisiert das Heiligtum des Geistes, dessen Tür den sündigen Sinn ausschließt, aber Wahrheit, Leben und Liebe einlässt“ (S. 15).
Das erreichte mich wie ein Blitzschlag. Sofort beschloss ich, in mein „Zimmer“ zu gehen, mein geistiges Heiligtum, indem ich die materiellen Anzeichen zurückwies, dass ich Fieber hatte, und mein Denken weit für das Licht des Christus, der Wahrheit, öffnete – für das geistige Verständnis, dass wir unsere gottgegebene Gesundheit oder Harmonie keinen Augenblick lang verlieren können.
In diesem Heiligtum des Geistes, Gottes, erkannte ich, dass mein Leben Frieden, Freude, Ruhe, Kraft, Vitalität und Gesundheit umfasst. Nichts konnte mich davon abhalten, die Vollständigkeit und Vollkommenheit meiner geistigen Identität als Gottes Widerspiegelung auszudrücken. Ich hielt zuversichtlich daran fest und wurde außerdem dadurch getröstet, dass ich mir an jenem Abend viele Lieder aus dem Liederbuch der Christlichen Wissenschaft anhörte.
Aufgrund dieses geistigen Bewusstseins war ich am nächsten Morgen völlig frei von Fieber und Schmerzen. Ich frühstückte normal und ging nach draußen, wo ich fröhlich meine gottgegebene Gesundheit zum Ausdruck brachte. Ich bin so dankbar für diese Heilung und die Unterstützung, die ich während dieser Zeit von meiner Familie erhalten habe.
Da ich bald die Sonntagsschule abschließe, möchte ich sagen, dass ich sehr dankbar bin für die wertvolle geistige Ausbildung, die ich genossen habe, seit ich ein kleiner Junge war. Sie hat mir die Gewissheit gegeben, wahrhaft auf Gottes Führung zu lauschen und ihr zu folgen und darauf zu vertrauen, dass alle, die in das „Zimmer des Gebets“ gehen, Gottes heilende Botschaft hören werden.
