Tausende von Menschen sind mittlerweile schon der Ebola-Epidemie zum Opfer gefallen, die sich bereits in mehreren westafrikanischen Ländern ausgebreitet hat. Während die Weltgemeinschaft darum bemüht ist, so schnell wie möglich Truppen und Hilfskräfte in die Krisengebiete zu entsenden, sind unsere Gebete und Gedanken bei den Betroffenen.
Wie kann man den in Mitleidenschaft gezogenen Menschen helfen, wenn man selbst so weit von ihnen entfernt lebt? Die Christliche Wissenschaft lehrt, dass unser Gebet eine große Hilfe sein kann. Ja, die Christliche Wissenschaft gibt uns die Mittel an die Hand, mit deren Hilfe wir wirksam über diese Situation beten können, und zwar mit der Erwartung, dass diese Gebete Heilung bewirken und Frieden bringen werden.
Mary Baker Eddy, die Entdeckerin und Gründerin der Christlichen Wissenschaft, die auch den Christian Science Monitor ins Leben gerufen hat, schrieb: „Die Christlichen Wissenschaftler ... veredeln die Moral und das Leben der Menschen, und sie heilen die Kranken auf der Grundlage, dass Gott alle Kraft besitzt, allmächtig, allwissend, allgegenwärtig und über alles erhaben ist (Die Erste Kirche Christi, Wissenschaftler, und Verschiedenes, S. 294).
Im Gebet beginnen wir mit Gott. Der 91. Psalm verdeutlicht, wie wichtig und wirksam es ist, sich an Gott zu wenden und auf Ihn zu vertrauen. Tun wir das, so werden uns Gesundheit und Sicherheit verheißen: „Denn der Herr ist deine Zuversicht; den Höchsten hast du zu deiner Zuflucht gemacht. Es wird dir kein Unglück begegnen, und keine Plage wird sich deinem Zelt nähern“ (Vers 9 und 10).
Die Begriffe Unglück und Plage in diesem Vers sind ja im Zusammenhang mit der Ebola-Epidemie durchaus angebracht. Zwei Synonyme für Plage sind zum Beispiel Übel und Pest, und das Verb plagen hat Synonyme wie peinigen oder entrüsten. Wenn wir den Psalm mit diesen Synonymen lesen, so verspricht er: „Es wird dir kein Unglück begegnen, und [kein Übel, keine Pest und kein Grund für Pein oder Entrüstung] wird sich deinem Zelt nähern.“ In Afrika besteht ein weit verbreiteter Glaube daran, dass alles Übel, das einem widerfährt, die Folge einer Verwünschung ist. Und in vielen afrikanischen Ländern entladen sich Pein und Entrüstung in Kriegen, Furcht vor Epidemien, ethnischen Zusammenstößen, Entführungen, Korruption und dergleichen.
Doch der Psalm verheißt Schutz und Freiheit von Plagen aller Art – darunter Krankheit – für alle, die auf Gott vertrauen. Wie ist das möglich? Auch hier gibt uns die Bibel eine Antwort: „Gott ist Liebe“ (1. Johannes 4:8) und: „Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die vollendete Liebe treibt die Furcht aus“ (1. Johannes 4:18). Die vollendete Liebe– die göttliche Liebe, Gott – treibt Furcht, Hass und Plagen aller Art aus, ob körperlicher oder mentaler Natur, denn die Gegenwart und Macht der Liebe überragt alles, was der Liebe unähnlich ist. Ebenso wie im Licht kein Raum für Dunkelheit ist, gibt es in der Allheit der Vater-Mutter Liebe keinen Ort, wo sich Übel oder Krankheit ausbreiten könnten. Gottes Kinder leben in der Liebe und bringen Liebe zum Ausdruck, denn wir sind alle zu Gottes Bild und Gleichnis geschaffen (siehe 1. Mose 1:27). Dieses Verständnis, das durch Gebet erlangt wird, bringt das heilende Licht der Liebe, wo immer es benötigt wird.
Das folgende Zitat von Mrs. Eddy wirft ein Licht auf das mentale Klima, das in vielen Teilen der Welt, einschließlich Afrika, herrscht und hilft uns, gezielt zu beten: „Ich würde freudig alle, die mich nicht lieben, bei der Hand nehmen und zu ihnen sagen: ‚Ich liebe euch und würde euch nie absichtlich kränken.‘ Eben weil ich so empfinde, sage ich zu anderen: Hasset niemanden, denn Hass ist wie eine Pestbeule, die ihr Gift verbreitet und schließlich tötet“ (Vermischte Schriften 1883–1896, S. 11–12).
Was ist also das Gegenmittel für diese „Pestbeule“? Gott, die göttliche Liebe. Die Wirklichkeit der Liebe kann – sofern sie verstanden wird – dem Hass Einhalt gebieten. Das Gegenmittel für Hass, Verwünschung, Entrüstung und Plagen jeglicher Art ist Liebe, die durch jeden von uns widergespiegelt wird, denn es liegt nicht im Wesen der Liebe, ihren Kindern Schaden zuzufügen oder zu gestatten, dass ihnen Schaden zugefügt wird. Die Bibel erklärt: „Die Liebe [ist] die Erfüllung des Gesetzes“ (Römer 13:10).
Mary Baker Eddy äußert sich in ihrem Hauptwerk Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift folgendermaßen über Christi Jesu Kreuzigung und Auferstehung: „Er bewies, dass Leben todlos und dass Liebe der Meister über Hass ist“ (S. 44). Der Meister über eine Sache zu sein, bedeutet, die Macht über sie zu haben, überlegen zu sein. Die unendliche Liebe ist aufgrund ihrer Allheit über alle Dinge erhaben. Daher ist Liebe dem Hass überlegen; sie zerstört ihn. Unsere Aufgabe ist es, ein besseres Verständnis von der Gegenwart und Macht der Liebe zu erlangen. Christus Jesus hatte ein solches Verständnis. Die Liebe zu Gott und dem Menschen, die er veranschaulichte, erbrachte praktische, inspirierende Beweise für die Allheit Gottes und die Herrschaft der Liebe über den Hass. Wenn wir Jesu Beispiel folgen, indem wir das Gesetz der Liebe und nicht des Hasses befolgen, können wir nicht nur wirksam beten, sondern auch heilen.
Täglich können wir sowohl für uns selbst als auch für unsere Brüder und Schwestern in aller Welt mit folgendem mutigen und machtvollen Wahrheitsgedanken beten: „Bist du mit der Rüstung der Liebe angetan, kann menschlicher Hass dich nicht erreichen (Wissenschaft und Gesundheit, S. 571). Wenn wir diese Wahrheit verstehen und tief darüber beten, sind wir in der Lage zu erkennen – wo immer wir uns auch befinden mögen –, dass alle Menschen unter der Fürsorge Gottes stehen, und das wird unweigerlich dort Heilung bringen, wo sie vonnöten ist.
