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Original im Internet

Das eigene Gute in dem des anderen suchen

Aus dem Herold der Christlichen Wissenschaft. Online veröffentlicht am 14. Juni 2019


Es ist immer erfreulich, wenn jemand einen Artikel im Herold, Christian Science Journaloder Christian Science Sentinel gelesen und gedacht hat: „Genau das habe ich gebraucht!“ Wir kennen das sicher alle.

Doch was ist, wenn wir stattdessen in der Zeitschrift blättern und denken: „Hier ist nichts für mich dabei“, oder: „Ich brauche etwas, das geistig mehr in die Tiefe geht“, oder einen anderen der unzähligen Gedanken, der uns etwas Negatives einreden will.

Ich war einmal in einem Vortrag über die Christliche Wissenschaft, auf den ich mich sehr gefreut hatte, weil ich im Journal einen sehr guten Artikel von dem Vortragenden gelesen hatte. Ich konnte gar nicht erwarten, mehr zu hören. Doch nach zehn Minuten hatte ich das Gefühl, dass der Vortrag quasi der Artikel war. Erst war ich enttäuscht. „Der sagt gar nichts Neues“, dachte ich. „Den Artikel kenne ich ja schon.“ Als ich mich umschaute, sah ich viele Leute, darunter etliche, die mir unbekannt waren und denen diese Ideen neu sein mussten. Da änderte sich mein Denken völlig! Plötzlich war ich sehr dankbar, dass der Vortrag diese vorurteilsfreien Gemüter auf der Suche nach der geistigen Wahrheit der Christlichen Wissenschaft ansprechen würde, die unsere Kirche über ihre vielen Kanäle wie Vorträge und Veröffentlichungen vermittelt.

Jetzt war ich beruhigt und hörte entspannt zu. Und dann sagte der Sprecher etwas, woran ich vorher nicht gedacht hatte. Er las Matthäus 4:23 aus der Bibel vor: „Und Jesus ging in ganz Galiläa umher, lehrte in ihren Synagogen und predigte das Evangelium vom Reich und heilte jede Krankheit und jedes Gebrechen im Volk.“ Dann sagte er in etwa: Man kann aus dieser Aussage schließen, dass jede Krankheit und jedes Gebrechen von jener Zeit bis heute bereits geheilt worden ist. Obwohl mir diese Idee sehr gefiel und ich Trost und Kraft daraus spürte, fragte ich mich, wie ich sie jemandem erklären würde, der mich um Behandlung in der Christlichen Wissenschaft bittet.

Ich nahm diesen Gedanken an jenem Sonntagnachmittag mit nach Hause, dachte darüber nach und betete damit für Patienten, die mich anriefen. In den Fällen, die ich bereits durch Gebet behandelte, zeigte sich guter Fortschritt. Doch ich brauchte mehr und betete daher weiter. Zwei Tage später fiel mir plötzlich ein Satzfetzen ein: „alle Ansprüche der Medizin, der Chirurgie und der Gesundheitslehren“. Das ist einem Zitat aus Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift von Mary Baker Eddy angelehnt. Es bezieht sich auf Jesu dreitägige Arbeit im Grab und lautet: „Er trat allen Ansprüchen der Medizin, der Chirurgie und der Gesundheitslehren entgegen und meisterte sie auf der Grundlage der Christlichen Wissenschaft, der Macht des Gemüts über die Materie“ (S. 44). Das war für mich die Erklärung des Konzepts, über das ich gebetet hatte. Jede Krankheit und jedes Gebrechen fällt in eine dieser drei Kategorien – Medizin, Chirurgie oder Gesundheitslehre – Ansprüche, die bereits durch die Macht des göttlichen Gemüts, Gottes, über die Materie gemeistert wurden.

Fazit – als mein Denken sich von dem Fokus auf mich selbst (mein Selbstinteresse) weg auf die Bedürfnisse anderer richtete, erhielt ich die frische Inspiration und die Erkenntnisse, die ich brauchte. Mrs. Eddy verspricht uns: „... gesegnet ist der Mensch, der seines Bruders Not sieht und ihr abhilft, indem er das eigene Gute in dem des anderen sucht“ (Wissenschaft und Gesundheit, S. 518).

Als ich viel später über diese Erfahrung nachdachte, erkannte ich, dass ich auf neue Weise für die Zeitschriften beten konnte.

Mrs. Eddy hat diese wöchentlichen und monatlichen Zeitschriften aus Liebe zur Menschheit gegründet. Diese erhebenden Botschaften der Liebe gehen aus in die Welt, um die gute Nachricht über die Macht von Gebet, von Gott als göttliche Liebe, zu verbreiten, um das empfängliche Denken zu segnen und um zu heilen. Diese Botschaften wirken den Argumenten der Negativität und des Bösen entgegen, die uns ständig zu bombardieren scheinen.

Was für ein Privileg, diesen christlichen Dienst zu unterstützen, indem ich die Menschheit so liebe wie Mrs. Eddy dies tat, indem ich meinen Nächsten genug liebe, um nicht nur an meinen eigenen Bedarf zu denken – daran, wie eine Ausgabe mir helfen mag – und stattdessen darauf zu blicken, wie diese Artikel die Bedürfnisse der Welt stillen, mich eingeschlossen.

Wir lesen in Wissenschaft und Gesundheit: „Millionen vorurteilsfreier Gemüter – schlichte Sucher nach Wahrheit, müde Wanderer, durstend in der Wüste – warten und halten Ausschau nach Ruhe und Erquickung“, gefolgt von der Empfehlung: „Gib ihnen einen Becher mit kaltem Wasser in Christi Namen und fürchte niemals die Folgen“ (S. 570).

Ich habe mich schon öfter gefragt: „Habe ich ein vorurteilsfreies Gemüt? Bin ich ein schlichter Sucher nach Wahrheit oder mache ich die Dinge so kompliziert, dass ich die Macht der Wahrheit nicht zu schätzen weiß?“ Die schlichteste Aussage in einem Artikel kann heilend wirken, wenn wir bereit sind, das zu empfangen, was Gott uns bereitet hat.

Jeder von uns kann die Zeitschriften unterstützen, indem wir sie lieben, dankbar für sie sind und sie weitergeben. Und auch indem wir wachsam genug sind, um im Gebet jedem Gedanken entgegentreten, der die Fähigkeit des Herolds, Journals oder Sentinels zu heilen einschränkt oder den Zweck und den Fortschritt unserer Publikationen begrenzt.

Und wir machen uns die Zeitschriften zu eigen, wenn wir uns selbst als Teil der Mission dieser weltweiten Kirche betrachten. Sie gehören uns nicht nur, weil sie uns ins Haus geschickt werden oder weil wir JSH-Online abonniert haben, sondern weil wir die Kirche lieben, die sie so treu herausgibt.

Wir können nicht immer wissen, was genau unsere Gebete bewirken – ob sie jemanden zu einem Leseraum der Christlichen Wissenschaft führen, um den Herold zu finden, ob jemand einen Gottesdienst der Kirche Christi, Wissenschaftler, besucht oder eine neue Sichtweise auf ein Problem findet –, doch wir können wissen, dass die göttliche Liebe den Bedarf der Menschheit deckt und dass wir in diesem Segen enthalten sind, denn das liegt in der Natur der Liebe.

Barbara Fife
Mitglied des Vorstands der Christlichen Wissenschaft

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Die Mission des Herold

Der Herold ermutigt jeden von uns, das geistig Gute zu entdecken — den geistigen Sinn zu betätigen. Wir sehen damit klarer die geistigen Tatsachen unserer Beziehung zu Gott und entdecken gleichermaßen auch Gelegenheiten, sie der Welt zu verkünden und anzuwenden: mit anderen Worten, die Aufgabe des Herolds zu erfüllen.

Michael Pabst, Der Herold der Christlichen Wissenschaft, Februar 1997 

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