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Original im Internet

In unsicheren Zeiten Gottes Sicherheit spüren

Aus dem Herold der Christlichen Wissenschaft. Online veröffentlicht am 3. Oktober 2019


Die längst überfällige Nachricht kam endlich. Der Job, auf den ich mich beworben hatte, war anderweitig vergeben worden.

Ich war überglücklich.

Oberflächlich gesehen ergab das keinen Sinn. Ich machte unsichere Zeiten durch. Mein Bankkonto war leer, ich hatte keine Wohnung und brauchte dringend einen Job und ein Einkommen.

Doch unter der Oberfläche hatte sich einiges getan. Sicherheit nahm neue Formen für mich an. Die Stelle, auf die ich mich beworben hatte, begeisterte mich nicht gerade und ich hatte gebetet, um zu wissen, ob es richtig war, sie in Betracht zu ziehen. Dieses Gebet war mit dem Gefühl der Gewissheit beantwortet worden, das mir eines Abends in Form der klaren Aussage gekommen war: Die Sicherheit ist in Gott. Für mich bedeutete dies, dass ich nicht menschlich überzeugt sein musste, dass etwas richtig ist. Ich musste nur wissen, dass Gott sicher war und dass ich dieser göttlichen Sicherheit vertrauen konnte.

Das bedeutet nicht, dass Gott  jede Einzelheit unseres Lebens kennt und ordnet, sondern dass die richtige Lösung ans Licht kommt, wenn wir uns Gottes Liebe bewusst werden, mit der wir als Ausdruck der Liebe, unserer Schöpferin, dauerhaft verbunden sind. Als geistige Nachkommen der göttlichen Liebe, die alles ausdrücken, was Gott ist, erleben wir lückenlos Gutes, und ich stelle immer wieder fest, dass die Erkenntnis – und das Akzeptieren – dieser geistigen Tatsache die erforderlichen Lösungen für menschliche Probleme mit sich bringt.

So war es in diesem Fall. Meine Freude über die Ablehnung entstammte der Gewissheit, dass nicht menschliches Versagen am Werk war, sondern Gottes Sicherheit, die von einer besseren Gelegenheit zeugte, und genau die zeigte sich kurz darauf. Ich wurde für eine Aufgabe ausgewählt, eingestellt und ausgebildet, auf die ich mich nicht beworben hatte – und in der ich Fertigkeiten genutzt und entwickelt habe, die seitdem immer wieder zum Tragen kommen.

Diese Erkenntnis eines höheren Verständnisses von Sicherheit ist mir sehr präsent angesichts des bevorstehenden Datums, an dem das Vereinigte Königreich die Europäische Union nach jahrzehntelanger Mitgliedschaft verlässt. Anlässlich der aktuellen Handelskriege und der anhaltenden Zwietracht im Nahen Osten scheint das meistgebrauchte Wort in den Schlagzeilen der Medien dieser Tage „Unsicherheit“ zu sein. Sicherheit, insbesondere die Sicherheit des Guten, kann wie ein unerfüllbarer Traum erscheinen.

Doch ist es durchaus legitim, sich auf Gottes Güte zu verlassen, wie wir anhand eines inspirierenden Beispiels geistiger Ausgeglichenheit angesichts grundlegender Veränderungen erkennen können. Es geht um den biblischen Bericht über Gamaliel, einen hochangesehenen Schriftgelehrten. Als Mitglieder des Hohen Rats, dem er angehörte, dafür plädierten, Pioniere der Lehre Jesu zu töten, beruhigte Gamaliel mit wenigen Worten die aufgebrachten Gemüter. Er sagte mit Bezug auf die Apostel: „Lasst ab von diesen Menschen und lasst sie! Denn wenn dieser Rat oder dieses Werk von Menschen ist, dann wird es untergehen; wenn es aber von Gott ist, dann könnt ihr es nicht zerstören; damit ihr nicht am Ende als solche erfunden werdet, die gegen Gott streiten wollen“ (Apostelgeschichte 5:38, 39).

Gamaliels tiefes Vertrauen in Gottes Einfluss auf das Geschehen beendete die selbstgerechte Aufmachung des menschlichen Gemüts, indem er auf das hinwies, was wir ganz sicher wissen: dass sich das göttliche Gemüt, Gott, unweigerlich durchsetzt.

Diese geistige Überzeugung von Sicherheit zeigt sich in der Christlichen Wissenschaft, die fast zweitausend Jahre später von Mary Baker Eddy entdeckt wurde. Sie offenbart, dass Gott gut ist, dass diese geistige Güte nicht äußeren Umständen ausgesetzt ist und dass Jesu Heilungsbeweise bezeugen, auf welche Weise eine inspirierte, geistige Erkenntnis göttlicher Güte praktische Änderungen zum Positiven mit sich bringt. Wenn wir diesem geistigen Verständnis folgen, macht unser materielles Gefühl der Unsicherheit auf merkliche Weise dem Christus Raum – der geistigen Idee von Gottes beständiger Güte, die Jesu Worte und Taten hervorrief. Gesundheit ersetzt Krankheit; wir werden von Sünde befreit; Krisen weichen Ausgeglichenheit.

Wenn unsere Überzeugung von Gottes Güte durch solche Erfahrungen wächst, verlieren wir das Vertrauen in fehlerhafte menschliche Formen der Zuversicht wie ein materielles anstelle eines geistigen Verständnisses von Eigenverantwortlichkeit, blinder Glaube an religiöse Grundsätze oder auch kritiklose politische Meinungen. Im Buch Jesaja (siehe 46:5–10) lesen wir, wie Gottes Verheißungen verlässlich wahr werden, während der Glaube an materielle Götzen vergeblich ist, wie der Schöpfer es selbst sagt: „Ich bin Gott, und sonst keiner, ein Gott, und meinesgleichen gibt es nicht.“

Daraus spricht die Einzigartigkeit und Allheit Gottes, des Geistes, als die zentrale Sicherheit des Lebens aller. Dementsprechend existiert unsere wahre Natur auf ewig über das Auf und Ab des materiellen Denkens und Handelns hinaus, bei dem Anfälligkeit als unausweichlich betrachtet wird und zu Krankheit und Leid, Verletzlichkeit und Mangel führt. Als Gottes Schöpfung sind wir geistig und befinden uns ausschließlich in Gottes geistiger Wirklichkeit. Unsere Fehlwahrnehmung vom Leben und Gemüt als in der Materie behaftet weicht der göttlichen Realität der Wissenschaft des Lebens, und das führt zu dem Beweis des Heilens – das liebliche und sichere Empfinden, dass Gott Liebe ist, wie Mary Baker Eddy es ausdrückt (siehe Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift,S. 569). Was für ein dringend benötigtes Gefühl von Sicherheit!

Die britische Volksabstimmung 2016 zum Brexit wurde als Entscheidung beschrieben, die „nur einmal in einer Generation“ vorkommt und globale wie lokale Auswirkungen hat. Wie Mrs. Eddy in einer Botschaft an ihre Kirche 1902 sagte: „Die Schauspieler der Erde verändern die Szenen der Erde ...“ Doch diese Botschaft beschreibt außerdem eine tiefere Änderung, die ständig in der Welt vonnöten ist. Der Satz geht weiter: „... der Vorhang des menschlichen Lebens aber sollte vor der Wirklichkeit hochgehen, vor dem, was mehr wiegt als die Zeit; vor erfüllter Pflicht und einem vollendeten Leben, in dem Freude wirklich und unvergänglich ist“ (Botschaft an die Mutterkirche für 1902, S. 17).

Wir sind alle „Schauspieler der Erde“, fähig, unsere Rolle bei der Veränderung der Szene der Erde zu spielen, indem wir den Vorhang vor der göttlichen Wirklichkeit heben, die bereits gegenwärtig und aktiv ist. Die Sicherheit, die wir suchen, befindet sich immer im Geist, und wenn wir die Beständigkeit des Guten in Gottes unendlicher und ewiger Kontrolle akzeptieren und beweisen, bringen wir die göttliche Sicherheit ans Licht, die der ganzen Menschheit zu eigen ist.

Tony Lobl
Stellvertretender Chefredakteur

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Mary Metzner Trammell, Der Herold der Christlichen Wissenschaft, Januar 1996

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