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Original im Internet

So fördert die göttliche Liebe Rechenschaft und Vergebung

Aus dem Herold der Christlichen Wissenschaft. Online veröffentlicht am 14. Februar 2019


Es ist nicht immer einfach, eine falsche Tat zuzugeben. Menschen neigen dazu, die Wahrheit zu verbergen, um sich vor Demütigung und möglicher Bestrafung zu schützen. Wut, Ressentiments und Ablehnung vonseiten anderer vereinfachen die Lage nicht gerade. Ähnlich schwer kann die Entscheidung sein, wie man auf das falsche Verhalten anderer reagiert. Wir wissen, dass wir der Person verzeihen sollten, weil wir für uns selbst Vergebung wollen würden, doch das kann sehr schwer sein, besonders wenn uns oder einem von uns geliebten Menschen Gewalt angetan wurde.

Was kann uns also so weit stärken, dass wir die Verantwortung für unser Verhalten übernehmen und auch anderen auf eine Art und Weise vergeben können, die zu Gerechtigkeit – und Heilung – für alle führt?

Unlängst öffnete sich mir ein neuer Weg, als ich über Rechenschaft und Vergebung betete. Ich musste an den unvergesslichen Rat meiner Mutter denken: „Wenn du nicht willst, dass es herauskommt, tu es nicht.“ Dabei fiel mir ein Erlebnis aus der Kindheit meines Bruders ein.

Als sein Eishockey Puck die Fensterschreibe im Nachbarhaus zerbrach, klingelte er sofort und bat um Entschuldigung. Er versprach, den Schaden zu bezahlen, und stotterte die Summe mit kleinen Jobs wie Schneeschippen ab. Als meine Mutter ihn dafür lobte, nachdem die Nachbarn ihr erzählt hatten, dass er die Verantwortung für den Schaden übernommen hatte, sagte mein Bruder: „Tja, auf dem Puck war mein Name eingraviert.“

Diese Geschichte bringt immer alle zum Lachen, doch diesmal fiel mir ein, was Jesus einst einer Gruppe Nachfolger gesagt hatte: „Freut euch ..., dass eure Namen im Himmel geschrieben sind“ (Lukas 10:20).

Das ist eine beachtliche Aussage. Sie bestätigt, dass Gott, unendlicher Geist, der allen Raum erfüllt und daher allgegenwärtig ist, unsere Namen kennt und weiß, was wir ausdrücken. Und das ist ein Grund zur Freude, denn die Christliche Wissenschaft lehrt, was es bedeutet, geistig von Gott erkannt zu sein. Das bedeutet nicht, dass Er uns als Barbara, Christoph, Julia oder Florian kennt oder dass Er unser menschliches Kommen und Gehen beobachtet. Vielmehr sind unsere Namen – unsere wahre Natur als die reine und ewiglich vollkommene geistige Widerspiegelung – in das Bewusstsein der göttlichen Liebe, unseres Vater-Mutter-Gottes, geschrieben, der uns immer kennt und als getreuen Ausdruck Seiner Güte liebt. Genau das hatte Christus Jesus gelebt und demonstriert – die Wahrheit, die durch seine Mission Sünder umwandelte und Kranke heilte und die nach wie vor präsent ist, um jeden Menschen zu lieben, zu korrigieren und zu leiten.

Dieser Christus, die Wahrheit, zerstört Irrtum und Sünde, während er uns von unseren menschlichen Schwächen reinwäscht. Der Christus offenbart unsere wahre Natur als die vollkommene Widerspiegelung Gottes, und mit dieser Offenbarung nimmt die göttliche Liebe liebevoll Korrekturen vor; sie befreit uns von Fehlern und Pein der Vergangenheit, weist uns einen neuen Weg und sorgt dafür, dass wir den göttlichen Gesetzen Genüge tun.

Die Erkenntnis, dass wir auf ewig in der göttlichen Liebe geborgen sind, kann zu Tränen führen – Freudentränen über Gottes Liebe zu uns und manchmal auch Verzweiflungstränen, weil wir uns dieser Liebe nicht würdig fühlen. Doch wenn es uns wirklich bewusst wird – wenn wir wirklich verstehen –, dass Gott uns liebt, kann es völlig natürlich und normal sein, das zu wissen und zu tun, was für jeden richtig und fair ist. Diese Erkenntnis kann uns sogar dazu bringen – so schwer es erscheinen mag –, denen zu vergeben, die uns verletzt haben. Das ist Gottes Liebe, die in uns widergespiegelt wird und uns versichert, dass Er auch andere zu Buße und Läuterung führen wird, denn so wirkt Gottes Liebe im menschlichen Herzen.

Als geistige Erklärung der Zeile aus dem Gebet des Herrn: „Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir unseren Schuldigern vergeben“ schreibt Mary Baker Eddy: „Und Liebe spiegelt sich in Liebe wider (S. 17). Das ist unser wirklicher Name, unsere echte Natur – die aktive Widerspiegelung der göttlichen Liebe.

Gottes Liebe wirkt in uns und befähigt uns, nicht nur durch korrektes Denken und Handeln Liebe auszudrücken, sondern auch denen zu vergeben, die uns und andere verletzt haben. Und wenn wir Gottes Liebe auf diese Weise völlig selbstlos in uns zum Vorschein kommen lassen, dann ehren wir Gott, unsere wahre Natur und die der anderen. Wir werden unserer wahren Natur als geistige Widerspiegelung der Liebe gerecht. Wir begleichen unsere Schuld Gott und unseren Mitmenschen gegenüber und bezeugen dadurch die erlösende Macht der Liebe, uns und andere zu umfangen, zu heilen und zu stärken. Liebe mag uns sogar dazu führen, ein Verbrechen anzuzeigen, doch selbst in solch einem Fall können wir uns der wahren Natur des Täters als Gottes Widerspiegelung bewusst sein. Und wenn die göttliche Liebe jemandem gegenüber so widergespiegelt wird, kann sie ihn dazu veranlassen, ehrlichen Herzens die Verantwortung für seine Tat zu übernehmen. Wenn die göttliche Liebe einem anderen gegenüber widergespiegelt wird, kann sie ein der Liebe beraubtes Herz erreichen und ein Gefühl von Wert und Würde erwecken. Das kann den oder die Betreffende dazu veranlassen, Fehler einzugestehen, und das Verhalten dadurch umzuwandeln, weil er oder sie mehr von seiner oder ihrer geistigen Natur entdeckt.

Jesus wusste, dass man täglich, stündlich, der göttlichen Liebe in seinem Denken und Handeln Vorrang geben und seinen Schuldigern vergeben muss, indem man sie als Gottes Widerspiegelung ehrt und liebt. Doch wir können uns freuen, dass unsere „Namen im Himmel geschrieben sind“. Diese geistige Einstellung zu Rechenschaft und Vergebung ist natürlich – und heilt –, da sie das Werk der göttlichen Liebe ist. Und das Werk der Liebe wird immer siegen, wenn wir dafür offen sind und auf Gott vertrauen.

Barbara Vining
Chefredakteurin

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– Mildred W. Willenbrock, Der Herold der Christlichen Wissenschaft, Oktober 1963 

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