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Original im Internet

Die beseligende Gegenwart, die das Herz berührt

Aus dem Herold der Christlichen Wissenschaft. Online veröffentlicht am 18. Mai 2026


Christus Jesus begann seine Bergpredigt mit dem, was wir heute die Seligpreisungen nennen. Wir können so dankbar sein, dass sie Tiefe haben. Wären es nur Plattitüden, dann würden sie lediglich eine vorübergehende positive Stimmung verbreiten. Setzen wir jedoch Jesu Seligpreisungen in unserem Denken und Leben um, dann erlangen wir ein tiefes geistiges Verständnis, das das Herz berührt und dauerhafte und sinnvolle Veränderungen mit sich bringt. Wenn wir zulassen, dass die Seligpreisungen auf unser Denken und Handeln einwirken, fördern sie inspirierte, frische und manchmal unerwartete Segnungen zutage.

Ein Bibelkommentar erklärt, dass die Seligpreisungen kein „Rat für ein erfolgreiches Leben, sondern prophetische Erklärungen in Bezug auf die Überzeugung vom ... Reich Gottes“ sind – das Reich, von dem Jesus sagte, dass es nahe gekommen ist (Leander E. Keck u. a., Hrsg. The New Interpreter’s Bible Commentary. Bd. 7, The Gospels and Narrative Literature, Jesus and the Gospels, Matthew, Mark [Die Evangelien und Erzählliteratur, Jesus und die Evangelien, Matthäus, Markus]).

Wie können unsere Gebete konsequent mehr sein als nur reine Wiederholungen schöner Aussagen, also immer neue Überzeugungen, die wahrhafte Heilungen und Veränderungen bewirken? Inspiriertes Gebet schließt ein korrektes Verständnis von Gott und der Tatsache ein, dass der Mensch Sein Ebenbild ist, und fokussiert sich darauf, den immer neuen Geist dieses Verständnisses zunehmend in sich aufzunehmen und davon motiviert zu sein.

Die Christliche Wissenschaft lehrt, dass Gott Geist sowie das eine und einzige Gemüt ist. Die entgegengesetzte Suggestion, die jeglicher Grundlage in der göttlichen Wahrheit entbehrt, gibt ein Gemüt vor, das aus Materie besteht und die Quelle des Denkens darstellt. Da dieses Gemüt eine begrenzte Kapazität und Existenz hat und sich mit einer Sicht auf das Leben als materiell und sterblich zufriedengibt, kommt es über Plattitüden nicht hinaus, sondern freut sich über angenehme Gedanken von gestern, die es als ausreichend für die Bedürfnisse von heute erachtet.

Solch ein Denken zeigt sich beispielsweise darin, das man eine beliebte Bibelstelle mechanisch wiederholt oder etwas immer wieder liest und sich über das dadurch entstandene gute Gefühl freut. Vertraute Bibelstellen können ein guter Startpunkt für Gebet sein, sind aber wirklich nur ein Anfang. Sich offenen Herzens an Geist zu wenden bringt uns für diese Verse den Funken der Inspiration. Geist bewirkt, dass unsere Gebete über die reine Wiederholung schöner Verse hinauswachsen, sodass wir den göttlichen Einfluss, der große Segnungen mit sich bringt, ständig neu erleben. Wir können uns immer wieder fragen, ob wir unseren Gebeten ausreichend Zeit und Aufmerksamkeit widmen, um wirklich vom göttlichen Geist motiviert zu werden.

Folgende Stelle im Lehrbuch der Christlichen Wissenschaft, Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift von Mary Baker Eddy, regt uns an, über das Vertraute hinauszusehen. Wir lesen dort neben der Randüberschrift „Wissenschaftliche Improvisation“ (S. 89): „Gemüt ist nicht notwendigerweise von Bildungsprozessen abhängig. Es birgt in sich alle Schönheit und Poesie sowie die Kraft sie auszudrücken. Geist, Gott, vernehmen wir, wenn die Sinne schweigen. Wir alle sind zu mehr fähig, als wir schon tun. Der Einfluss oder die Tätigkeit der Seele verleiht eine Freiheit, die die Phänomene der Improvisation und die Inbrunst ungeübter Lippen erklärt.“

Was für eine wundervolle Anleitung, besser zu verstehen, wie wir das Vertraute zugunsten des Inspirierten hinter uns lassen können. Man könnte sagen, dass Gott uns durch Sein Gesetz geistig-wissenschaftlicher Improvisation die Inbrunst ungeübten Gebets beschert – Gebet, das über das Banale und Uninspirierte hinauswächst und uns zu einem umwandelnden Verständnis vom Wesen Gottes und des Menschen führt.

Der Einfluss von Seele, Gott, verleiht unserem Gebet auch Überzeugung. Wenn wir anderen beistehen, erfüllt uns die beseligende Gegenwart der Seele, wodurch Plattitüden-Äußerungen durch Seligpreisungs-Äußerungen und Plattitüden-Handlungen durch Seligpreisungs-Handlungen ersetzt werden. Das entfaltet Segnungen mit reichhaltigen praktischen Auswirkungen. Mrs. Eddy schreibt in Wissenschaft und Gesundheit (S. 266): „Der Mensch ist die Idee des Geistes; er spiegelt die beseligende Gegenwart wider, die das Universum mit Licht erleuchtet.“ Und genau das sind wir alle in Wahrheit, und wir können innig dafür beten, diese geistige Identität besser zum Ausdruck zu bringen.

Als ich einmal von einer Menschenmenge umgeben war, in der viele husteten, belastete mich dieser hartnäckige Husten hinterher selbst. Beim Spazierengehen sagte ich zu meiner Frau, dass mir meine Gebete eher als Plattitüden denn als Seligpreisungen vorkamen. Ich dachte über die Tatsache nach, dass die Seligpreisungen Aussagen der Wahrheit sind, und war überzeugt, dass Wahrheit Heilung bewirkt. Da fiel mir diese Aussage in Wissenschaft und Gesundheit ein (S. 316): „Christus, Wahrheit, wurde durch Jesus demonstriert, um die Macht des Geistes über das Fleisch zu beweisen – um zu zeigen, dass Wahrheit durch ihre Wirkungen auf das menschliche Gemüt und auf den menschlichen Körper in der Heilung von Krankheit und in der Zerstörung von Sünde offenbar gemacht wird.“

Das war es, was ich brauchte. Ich musste nicht nur von Wahrheit inspiriert sein, sondern auch mit beseligender Autorität erklären, dass Wahrheit sich als Heilung manifestiert. Sehr bald war der Husten vergangen.

Natürlich war ich dankbar für diese Heilung, doch später wurde mir klar, dass ich alle meine Mitmenschen in meine Gebete einschließen musste. Ich dachte an die erste Seligpreisung, die uns mitteilt (Matthäus 5:3): „Glückselig sind, die geistlich arm sind; denn ihnen gehört das Himmelreich.“ Ich fasste Mut daraus zu sehen, dass ein Mensch oder eine Situation noch so „geistlich arm“ erscheinen mag – Gott segnet uns alle mit Seiner liebevollen, regierenden Gegenwart. Diese Seligpreisung weckte den Wunsch in mir zu wissen, dass Gottes beseligende Gegenwart heilende Auswirkungen hat. Ich war inspiriert zu verstehen, dass diese Gegenwart die geistlich Armen zu Wohlstand in Gesundheit bringen kann und dass dies jeden Menschen einschließt. Denn wie soll ein Gebet ohne den Geist der letzten Zeile des „Täglichen Gebets“, das Mrs. Eddy uns gegeben hat, vollständig sein: „Und möge Dein Wort die Liebe der ganzen Menschheit bereichern und sie regieren!“ (Handbuch der Mutterkirche, S. 41).

Der Heilige Geist, der sich durch Gottes unendliche Liebe zu Seinen Kindern ausdrückt, bewirkt einen Funken der Inspiration und ermöglicht es uns, den Geist des Gebets in uns aufzunehmen, das immer wieder neu und auf den Augenblick zugeschnitten ist. Ein Funke birgt das Versprechen eines Feuers in sich, und Gebet enthält die Erwartung einer Heilung.

„Nicht menschliche Plattitüden, sondern göttliche Seligpreisungen spiegeln das geistige Licht und die geistige Macht wider, die die Kranken heilen“, lesen wir im Lehrbuch (S. 446). Wenn wir uns von Geist leiten lassen, bewegt sich unser Gebet über die Wiederholung vertrauter Worte hinaus und erreicht die Tiefe der Inspiration, die die notwendige Veränderung im Denken bewirkt und Heilung bringt.

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