Das Folgende ist eine bearbeitete und gekürzte Wiedergabe der Jahresversammlung 2026 der Mutterkirche, die am 8. Juni im Erweiterungsbau der Mutterkirche stattfand. Das vollständige Video ist bis zum 6. Juni 2027 auf christianscience.com/Jahresversammlung in Deutsch, Englisch, Französisch, Portugiesisch und Spanisch abrufbar.
Zur Eröffnung der Jahresversammlung hieß Moji George, die derzeitige Vorsitzende des Vorstands der Christlichen Wissenschaft, die weltweite Kirchenfamilie willkommen, die persönlich oder per Internet an der Versammlung teilnahm. Moji George würdigte die Gründerin unserer Kirche und Pastorin Emerita, Mary Baker Eddy, und stellte dann die weiteren Amtsinhaberinnen und Amtsinhaber für das kommende Jahr vor: die anderen Vorstandsmitglieder Scott Preller, Mary Alice Rose, Beth Schaefer und Keith Wommack; die Erste Leserin Susan Booth Mack Snipes und den Zweiten Leser Robert Witney, die Schriftführerin Martha Moffett, den Schatzmeister Lyon Osborn sowie die neue Präsidentin Arcadia Nones, eine Praktikerin und Lehrerin der Christlichen Wissenschaft aus Chicago, Illinois, USA.
Bevor Moji George Arcadia Nones das Wort erteilte, leitete sie zu einem Video über, das der ausscheidende Präsident Josh Niles aufgenommen hatte. Er und seine Familie sind von Nordamerika durch Mittelamerika bis hin nach Südamerika gereist, wo er einige der Zweigkirchen der Christlichen Wissenschaft besucht hat (siehe 00:03:05 im Video von der Jahresversammlung).
Nach Lied Nr. 600 aus dem Liederbuch der Christlichen Wissenschaft: Lieder 430–603 las Arcadia Nones Stellen aus der Bibel und den Schriften von Mary Baker Eddy vor:
Jesaja 9:1
1. Johannes 1:5 das
Psalm 36:10
Psalm 18:29 du
Johannes 12:44
Johannes 8:12 Ich
Johannes 9:1–7 (bis Siloah), 7 Da
2. Korinther 4:6
Jesaja 60:1, 19 (bis ;), 19 der Herr
Vermischte Schriften 1883–1896 320:10–33 (bis tauft)
Rückblick und Einblick 27:33–1
Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift 367:17
Wissenschaft und Gesundheit xi:10
Wissenschaft und Gesundheit 494:11–13
Nein und Ja 39:20–29 (bis ;)
Vermischte Schriften 250:23
Vermischte Schriften 165:7
Darauf folgten stilles Gebet und dann das Gebet des Herrn.
Arcadia Nones: Heute werden wir zahlreiche Beispiele von Mitgliedern aus aller Welt hören, die über die heilende Macht des Christus-Lichts berichten, auf das sich unser diesjähriges Thema bezieht. Unser erster Bericht aus dem Feld kommt aus Santa Fe in New Mexico in den Vereinigten Staaten. In Gebet und Tat vereint lassen die Mitglieder ihr Licht in ihrer Stadt leuchten, indem sie den Leseraum aus der Kirche heraus in die Stadt verlegt haben (siehe 00:25:10 im Video von der Jahresversammlung).
Anschließend übergab Arcadia Nones das Wort an den Schatzmeister.
Bericht des Schatzmeisters
Lyon Osborn: Sie sind alle wundervoll transparent für das Licht des Christus, der Wahrheit, und Ihre aktive Mitgliedschaft in der Mutterkirche verstärkt dieses Licht in aller Welt. Zwei Satzungsbestimmungen im Kirchenhandbuch von Mary Baker Eddy, die wichtig für die Finanzen der Kirche sind und unseren eigenen geistigen Fortschritt fördern, finden sich auf Seite 44: „Pro-Kopf-Steuer“ und „Zeitschriften der Kirche“. Die erste fordert, dass wir uns jedes Jahr einen Augenblick Zeit nehmen, um einen finanziellen Beitrag zur Kirche zu leisten. Viele betrachten die Pro-Kopf-Steuer als einen Ausdruck der Dankbarkeit – für Mary Baker Eddy, für ihre Entdeckung der Christlichen Wissenschaft und für ihre Kirche, die diese heilende Wissenschaft in alle Welt verbreitet.
Die zweite Satzungsbestimmung beschreibt das Privileg, die Zeitschriften der Kirche zu abonnieren, die unser Praktizieren der Christlichen Wissenschaft durch inspirierende Erkenntnisse und aktuelle Beispiele für geistiges Heilen bereichern. Ein Abonnement stellt außerdem dem Vorstand der Kirche Gelder bereit, mit denen er seine Pflichten in dieser Satzungsbestimmung erfüllen kann, nämlich zu gewährleisten, dass jede von Mrs. Eddy für die Welt ins Leben gerufene Zeitschrift gut redigiert und zeitgemäß gehalten wird.
Ihre Abonnements und Pro-Kopf-Steuer-Zahlungen, verbunden mit anderen Beiträgen, darunter den großzügigen Vorkehrungen, die viele zugunsten der Kirche in ihrem Testament machen, decken fast die Hälfte der Ausgaben der Kirche.
Moji George: Zum Ende des Geschäftsjahres der Kirche am 31. Dezember 2025 waren Gelder in Höhe von 2,031 Mrd. US-Dollar verfügbar. Die Kirche ist nicht verschuldet, und die Ausgaben des vergangenen Jahres beliefen sich auf 124 Mio. US-Dollar. Die finanziellen Beiträge der Kirchenmitglieder spielen eine wertvolle Rolle bei der Unterstützung der guten finanziellen Lage der Kirche, die aus diesen Zahlen spricht.
Arcadia Nones: Unsere heutige Versammlung enthält mehrere Beispiele von Heilungen. Das erste kommt von Jacqui Marshall, einem neuen Mitglied der Mutterkirche aus Merimbula, New South Wales, Australien.
Jacqui Marshall, eine Gärtnerin, berichtete per Video, dass eine durch einen Zeckenbiss hervorgerufene Krankheit bei ihr diagnostiziert worden war. Nachdem sie einer Kundin, einer Praktikerin der Christlichen Wissenschaft, von ihrem Problem erzählt hatte, war Jacqui Marshall erstaunt, eine Heilung zu erleben. Diese Erfahrung hat sie letztendlich dazu veranlasst, eine Zweigkirche der Christlichen Wissenschaft zu besuchen, wo sie anfing, an den Gottesdiensten teilzunehmen, und deren Mitglied sie heute ist. „Bevor ich die Christliche Wissenschaft fand, wusste ich so ungefähr, dass es einen Gott in meinem Leben gibt, aber ich konnte nicht immer auf dieses Wissen zurückgreifen“, sagte sie. „Jetzt habe ich eine stetige, enge Verbindung mit Gott, und ich fühle mich besser fähig, auch mit den verschiedensten Menschen in Kontakt zu treten“ (siehe 00:40:59 im Video von der Jahresversammlung).
In einem anderen Video berichtete Tim Terry aus Brandon, Oregon in den Vereinigten Staaten, wie er beim Heruntertragen einer großen Kiste eine Stufe auf seiner steilen Kellertreppe verfehlt hatte und die restliche Treppe heruntergefallen war. Seine Smartwatch meldete: „Es sieht so aus, als hättest du einen starken Sturz gehabt.“ Er brummte: „Ja, genau dieses Update habe ich jetzt gebraucht.“ Die Uhr schlug mehrere Möglichkeiten vor, darunter einen Notdienst anzurufen. Eine weitere Möglichkeit war, mit den Worten zu antworten: „Ich bin nicht gestürzt.“ Das war genau die Engelsbotschaft, die Tim Terry brauchte, um sein Denken von dem Glauben an einen Unfall auf die geistige Tatsache von Gottes beständiger Fürsorge und ständigem Schutz zu lenken (siehe 00:46:56 im Video von der Jahresversammlung).
Nach dem gemeinsamen Singen von Lied Nr. 452 leitete Arcadia Nones zu einem Video mit Pflegerinnen und Pflegern in der Christlichen Wissenschaft aus aller Welt über, die die Frage beantworteten: Wie lässt die Pflege in der Christlichen Wissenschaft Ihr Licht leuchten? (Siehe 00:58:10 im Video von der Jahresversammlung).
Als Nächstes übergab Arcadia Nones das Wort an den Manager der weltweiten Komitees für Veröffentlichungen.
Bericht der Komitees für Veröffentlichungen
Scott Shivers: Es ist bemerkenswert passend, dass der Bericht der Komitees auf die wundervollen Aussagen folgt, die wir gerade von diesen Pflegerinnen und Pflegern in der Christlichen Wissenschaft gehört haben. Die Komitees für Veröffentlichungen bringen diese pflegerischen Eigenschaften auf so vielfache Weise zum Wohl der Öffentlichkeit zum Ausdruck, wenn wir auf Missverständnisse in Bezug auf die Christliche Wissenschaft stoßen.
Eine häufig auftretende Gelegenheit, Berichtigungen vorzunehmen, betrifft unser Christentum und dass fälschlicherweise angenommen wird, Christliche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler würden den Lehren Jesu nicht folgen. Indem die Komitees dies berichtigen, zeigen sie, wie konstant wir alle uns den Lehren Jesu in den Evangelien zuwenden, und die Komitees berichten von deren Bedeutung für das Leben von Mitgliedern, die von ihrer Hingabe an das Wort und die Werke des Meisters aller Christen umgewandelt worden sind.
Eine weitere falsche Auffassung mancher Menschen von der Christlichen Wissenschaft beinhaltet, dass es nicht sicher sei, sich für Heilungen auf Gebet zu stützen. Bei ihrer Berichtigungsarbeit gehen die Komitees auf die Suggestion einer gewissen dogmatischen Herangehensweise ein und zeigen beharrlich als Beweis für die Verlässlichkeit des Christus-Heilens, wie das Leben von Menschen berichtigt und erneuert wurde.
In diesem Jahr hatten wir das wunderbare Privileg, eine weltweite Komitee-Konferenz hier in Boston und eine regionale Konferenz in Südafrika abhalten zu können. Eine interessante Sache, die wir auf diesen Konferenzen und das ganze Jahr über von den Komitees hörten, war die Anzahl der Anfragen von Studierenden, Podcastern, Pastoren, Autoren und sogar Journalisten, die uns als Christliche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eingeladen haben, aus eigener Erfahrung zu sprechen und etwas über unseren Glauben zu sagen – warum wir ihm folgen und was er für unser Leben bedeutet.
Eine Frau berichtete kürzlich, wie sehr eine Ansprache ihres Komitees für Veröffentlichungen ihr geholfen hat, auf solch eine Unterhaltung vorbereitet zu sein. Dieses Mitglied schrieb: „Als ich neulich in einem Café war, unterhielt ich mich mit der Frau neben mir. Sie war Christin, und als sie erfuhr, welcher Glaubensgemeinschaft ich angehöre, stellte sie mir viele Theologiefragen über die Christliche Wissenschaft. Ich dachte sofort an das, was Sie in Ihrer Ansprache gesagt hatten: ‚Halten Sie es einfach und verständlich und fokussieren Sie sich auf Ihre eigenen Erfahrungen.‘ Es war ein sehr positiver Austausch.“
Ich liebe dieses Beispiel eines ehrlichen Austauschs und demütigen Folgens von Gottes Führung. Das christliche Leben unserer Mitglieder ist die unmittelbarste Berichtigung der falschen Vorstellungen, die der Öffentlichkeit in Bezug auf die Christliche Wissenschaft auferlegt werden.
Arcadia Nones stellte nun die Schriftführerin der Mutterkirche vor.
Bericht der Schriftführerin
Martha Moffett: Mary Baker Eddy diktierte einst einem ihrer Schüler Folgendes: „Wenn die Nacht über die Stadt hineinbricht, zünden Christliche Wissenschaftler ihre Lampen an, um die Dunkelheit zu vertreiben. ... Gerade wegen der Dunkelheit zünden sie ihre Lampen an. Ihr zündet also eure Lampen der Wahrheit an, um die Dunkelheit des Irrtums zu vertreiben. Ihr lasst euch nicht von der Dunkelheit erschrecken; sie ist nur eine Prophezeiung, dass ihr die Dunkelheit durch euer Licht ersetzen könnt. Dann sei dies euer Trost: Nicht, dass ihr von Finsternis eingehüllt seid, sondern dass ihr das Licht habt, mit dem ihr die Dunkelheit überwinden könnt“ (Irving C. Tomlinson, Twelve Years with Mary Baker Eddy, Amplified Edition [Zwölf Jahre mit Mary Baker Eddy, erweiterte Ausgabe], S. 106).
Heute teilen Mitglieder der Mutterkirche in aller Welt das Licht des Christus-Heilens mit ihren Nächsten, selbst wenn diese Nächsten über die ganze Welt verstreut sind. Ein Mitglied, eine Tanzlehrerin aus Nordamerika, teilte die Christliche Wissenschaft mit einer Schülerin, einem Mädchen aus Asien. Als die Familie nach Asien zurückkehrte, fing dieses Mitglied an, dem Mädchen Sonntagschulunterricht zu geben, der auch das Lesen der Bibellektion einschließt. Das Mädchen ist gerade zwölf geworden und der Mutterkirche beigetreten.
Ein Mann aus dem Mittleren Westen der USA hilft einer christlichen Gruppe in einem anderen asiatischen Land, die großes Interesse an der Christlichen Wissenschaft hat. Als ersten Schritt dahin, Materialien der Christlichen Wissenschaft in die Muttersprache dieser Gruppe zu übersetzen, erzählte dieses Mitglied von seiner eigenen Heilung eines ernsten körperlichen Zustands, die im Christian Science Journal sowie im Herold veröffentlicht wurde. Ein Mutterkirchenmitglied in dem betreffenden Land, das an diesem Übersetzungsprojekt beteiligt ist, liebte diese Heilung und setzte die darin enthaltenen Wahrheitsgedanken in seiner eigenen heilenden Praxis der Christlichen Wissenschaft ein – und sein Patient wurde geheilt.
Dieses Mitglied im Mittleren Westen, das der Gruppe in Asien von seiner Heilung berichtet hat, ist heute hier, und erzählt uns jetzt von dieser Heilung. Willkommen, Todd Wittenberg!
Todd Wittenberg aus Homewood, Illinois, berichtete, dass er beim Laufen durch ein Naturschutzgebiet in der Nähe seines Hauses Symptome von Herzbeschwerden bekommen hatte. Er blieb stehen und betete, indem er seine Beziehung zu Gott als Gottes Kind bekräftigte. Die Symptome hielten an, und so betete er weiter, während er langsam nach Hause ging. Dort fiel ihm etwas ein, das seine Großmutter, eine Praktikerin der Christlichen Wissenschaft, oft gesagt hatte, wenn sie für Personen mit Herzbeschwerden betete: „Das Leben ist nicht vom Herzen abhängig, das Herz ist von Leben abhängig.“ Als Todd Wittenberg diese Wahrheit in sich aufnahm, war er schnell wieder wohlauf. Einige Monate später traten die Symptome erneut auf, doch sie verschwanden, als er erkannte, dass die Materie keine Ursächlichkeit hat. Heute, zehn Jahre später, ist Todd Wittenberg weiterhin körperlich aktiv, und es hat keine weiteren Anzeichen von Herzbeschwerden gegeben.
Arcadia Nones leitete zu einem Video über, in dem Organisierende und Teilnehmende voller Freude von inspirierenden Gedanken aus dem zweisprachigen Summit der Christlichen Wissenschaft erzählen, das im Frühling dieses Jahres in Frankfurt am Main, stattgefunden hat (siehe 01:23:52 im Video von der Jahresversammlung).
Danach wurde ein Video mit Miguel de Castro gezeigt, einem Praktiker aus Porto Alegre, Brasilien, in dem er davon berichtet, wie er von einem Problem mit dem Hören geheilt wurde. Er musste daran denken, dass sein Onkel vollständig taub gewesen war, und das bewegte ihn dazu, den Glauben zu widerlegen, es gebe so etwas wie ein Gesetz der Vererbung (siehe 01:31:44 im Video von der Jahresversammlung).
Nachdem gemeinsam Lied Nr. 14 aus dem Liederbuch der Christlichen Wissenschaft gesungen wurde, leitete Arcadia Nones zum letzten Bericht aus dem Feld, nämlich aus Saratoga Springs, New York, USA, über. Die Mitglieder der Vereinigung der Christlichen Wissenschaft erzählten, wie sie darauf reagiert hatten, als ein Auto in ihr historisches Gebäude gerast war. „Unser Versicherungsberater schlug vor, dass wir einfach die Türen schließen und gehen sollten“, erinnerte sich ein Mitglied. „Meine Tochter und ich sagten: Nein, das kommt nicht infrage!“ (Siehe 01:38:21 im Video von der Jahresversammlung).
Moji George: Meine Kolleginnen und Kollegen und ich haben über unser Thema für die Jahresversammlung dieses Jahr nachgedacht (Matthäus 5:14, 16): „Ihr seid das Licht der Welt. ... So lasst euer Licht leuchten ...“ Diese Worte sagte Christus Jesus zu seinen engsten Jüngern während seiner Bergpredigt, doch sie hallen durch die Jahrhunderte und beziehen sich auf uns alle, auf jeden Mann, jede Frau und jedes Kind.
Mary Baker Eddy nutzt den Begriff „die Gattung Mensch“, um damit die gesamte Menschheit zu beschreiben, also uns alle. Sie schreibt in Wissenschaft und Gesundheit (S. 561): „Die Frau in der Apokalypse symbolisiert die Gattung Mensch, die geistige Idee Gottes.“ Das Kapitel 12 in der Offenbarung zeigt, dass diese Frau, die uns alle symbolisiert, mit der Sonne bekleidet ist, den Mond unter ihren Füßen und auf ihrem Haupt eine Krone aus zwölf Sternen hat. Die Sonne, der Mond, die Sterne – das klingt für mich wie das „Licht der Welt“.
Die Bibel und die Lehren der Christlichen Wissenschaft zeigen uns, dass dieses Licht der Christus ist. Und wenn wir dieses Licht bei unseren täglichen Aufgaben leuchten lassen, wenn wir in unseren Kirchen dienen, wenn wir erforschen und zu einem gewissen Grad verstehen, was Gott ist und was wir sind, dann sehen wir Beweise dafür in unserer Praxis der Christlichen Wissenschaft. Wir sehen Heilung, Lösungen für Probleme – und am wichtigsten: Dann wird Gott verherrlicht. Wenn es düster und schwierig aussieht, dann ist es wichtig zu wissen, dass Sie das Licht der Welt sind – und dass Sie es leuchten lassen.
Scott Preller: Eins der Gleichnisse von Jesus, das für dunkle Stunden so zutreffend ist, steht in Matthäus 25 und handelt von den zehn Jungfrauen. Sie wissen, dass fünf von den Brautjungfern sicherstellten, genug Öl für ihre Lampen zu haben. Doch fünf waren töricht und suchten nach jemandem, der das für sie übernehmen sollte. Am Ende wurden die fünf törichten Jungfrauen von der Hochzeit ausgeschlossen. Das zeigt uns, wie wichtig es für jeden von uns ist, das Öl in unseren Lampen zu hüten. Und es zeigt, wie wichtig es für uns ist, dieses Licht zu wollen, bereit zu sein, für dieses Licht zu arbeiten.
Bei unserer Arbeit hier in der Mutterkirche haben wir erkannt, dass es jetzt gerade wirklich wichtig ist sicherzustellen, dass wir unser Öl nicht in 40 verschiedene Gefäße gießen und uns dann fragen, warum es uns ausging. In dieser Zeit ist es wichtig, auf die Aktivitäten konzentriert zu sein, die am wichtigsten sind. Eine kleine Art, uns so zu fokussieren, haben Sie vielleicht schon bemerkt, denn wir bemühen uns, Sie nicht mit E-Mails zu überschwemmen, die Ankündigungen über jegliche Ernennung oder Veranstaltung enthalten. Wir nutzen lieber die Zeitschriften, die Mrs. Eddy als die Organe ihrer Kirche eingesetzt hat, als die beste Möglichkeit für Mitglieder, mit dem Fortschritt unserer Bewegung in Verbindung zu bleiben.
Wir sind auch davon inspiriert zu sehen, wie sich andere im Feld auf das fokussieren, was ihrer Kirche wirklich dient. Beispielsweise überlegen sich viele Zweigkirchen gerade, ob ihr Kirchenangebot ihrem Wunsch dient, Gott anzubeten, oder ob ihr Anbeten Gottes zu einem gewissen Grad von den Anforderungen verfinstert wird, einem Gebäude zu dienen, das für die heutige Zeit nicht mehr angemessen scheint.
Wenn sich Zweigkirchen durch diese Dinge hindurcharbeiten und das Gefühl haben, sie wissen nicht, welche praktischen Schritte sie unternehmen sollen, um sich in eine neue Richtung zu bewegen, seien Sie gewiss, dass die Mutterkirche bereit ist, Sie zu unterstützen. Bitte zögern Sie nicht, die Mutterkirche zu kontaktieren.
Mary Alice Rose: Vor etwa einem Monat saß ich an einem Sonntag in der Kirche und hörte dem Vorspiel zu, als mir der Gedanke kam, die Gemeinde zu betrachten und die Christus-Qualitäten anzuerkennen, die jede und jeder einzelne dort in die Arbeit für die Kirche einbringt. Ich erkannte einfach das Gute an, liebte und respektierte jede und jeden einzelnen dort – sowohl langjährige Mitglieder als auch neue Besucherinnen und Besucher. Wir waren alle hier von dem einen Christus angezogen worden, und ich empfand uns alle als eine Kirchenfamilie.
Dann kam die Bibellektion, die wunderbar war. Und am Ende des Gottesdienstes hörten wir „die wissenschaftliche Erklärung des Seins“, die auf Seite 468 von Wissenschaft und Gesundheit steht. Sie fängt so an: „Es ist kein Leben, keine Wahrheit, keine Intelligenz und keine Substanz in der Materie.“ Diese Erklärung wird am Ende jedes Sonntagsgottesdienstes und jeder Sonntagsschulstunde verlesen. Nehmen wir diese Erklärung ernst genug? Glauben wir das, was sie aussagt, wirklich? In Wissenschaft und Gesundheit heißt es, dass wir den Punkt der Unwirklichkeit des Irrtums, der Unwirklichkeit der Materie, des Bösen, „äußerst widerwillig zugeben [werden], obwohl er insgesamt der wichtigste ist, den es zu verstehen gilt“ (S. 466). Das macht die Christliche Wissenschaft so einzigartig.
Mary Baker Eddy schreibt in Die Einheit des Guten (S. 9–10), was die Christliche Wissenschaft von allen anderen Systemen völlig unterscheidet, nämlich, „die Unwirklichkeit von Krankheit, Sünde und Tod“ zu erkennen. Ich möchte Sie also dazu einladen, mit mir auf neue Weise über „die wissenschaftliche Erklärung des Seins“ nachzudenken. Diese Erklärung zu akzeptieren vereint uns wirklich als eine Kirchenfamilie. Zu wissen und zu erkennen, dass Leben in und aus Geist ist, ermöglicht es uns zu heilen. Es bringt die Sache der Christlichen Wissenschaft voran. Und im wahrsten Sinne des Wortes rettet es die Welt.
Beth Schaefer: Meine Eltern waren auf dem Weg von Texas in die Berge von Colorado, wo ich wohnte, und legten einen Stopp in einem Hotel ein. Meine Mutter fragte den Nachtportier, ob sie ein Zimmer mit Blick auf den Pikes Peak bekommen könnten, einen majestätischen 4300 Meter hohen Gipfel. Am Morgen konnte es meine Mutter kaum erwarten, zog den Vorhang mit großem Elan auf und zitierte Jesaja (52:7): „Wie lieblich sind auf den Bergen die Füße der Boten, die ... gute Nachricht bringen ...“ Nur, dass da keine Berge waren, nur eine flache Ebene.
Sie dachte: „Sie haben uns die Seite zur Ebene gegeben, nicht zu den Bergen. Na, wir werden noch früh genug in den Bergen sein.“ Meine Eltern packten also ihre Sachen, doch dann warf mein Vater einen Blick aus dem Fenster und sagte: „Schau!“ Und da war der Pikes Peak in seiner ganzen Pracht. Er war die ganze Zeit da gewesen, doch der Morgennebel hatte den Berg so verborgen, dass alles wie flaches Land aussah – bis die Sonne rauskam und den Nebel verschwinden ließ. Da kam der Berg zum Vorschein.
Mary Baker Eddy beschreibt solch eine Erfahrung in Wissenschaft und Gesundheit (S. 299): „Es mag so scheinen, als ob der körperliche Sinn oder Irrtum Wahrheit, Gesundheit, Harmonie und Wissenschaft verbergen würde, so wie Nebel die Sonne oder die Berge verschleiert; aber die Wissenschaft, der Sonnenschein der Wahrheit, wird den Schatten vergehen lassen und die himmlischen Gipfel enthüllen.“
Der Sonnenschein der Wahrheit heilt, und das Heilen ist das Herzstück der Kirche. Eine Art und Weise, wie der körperliche Sinn versucht, die Gesundheit und Harmonie unserer Kirche zu verbergen, ist, uns dazu zu bringen, uns durch die Augen der Welt zu betrachten. Und von diesem Gesichtspunkt aus mag es so aussehen, als ob wir eine kleine Glaubensgemeinschaft mit ungewisser Zukunft sind. Exakt diese Behauptung wurde auch in Bezug auf Jesus und seine Nachfolgerinnen und Nachfolger vor 2000 Jahren aufgestellt. Das Urteil der Welt war damals falsch, und es ist jetzt falsch. Der Christus war nie von Zahlen, Einfluss oder menschlicher Zustimmung abhängig. Die anhaltende Macht des Christus wird durch Heilung erkannt und bewiesen.
Eine neue, geistigere Auffassung dessen zu gewinnen, wer wir sind, bringt heilende Kraft in unser Erleben. Das bringt inspirierte Führung. Es bringt praktische Anleitung. Und es offenbart frische Ideen sowohl für Zweigkirchen als auch für die Mutterkirche. Es hilft uns, uns auf das zu fokussieren, was am meisten zählt – unsere Kirche auf einer Grundlage des Christus-Heilens zu erhalten.
Keith Wommack: Scott hat uns daran erinnert, dass unsere Zeitschriften uns mit dem Fortschritt unserer Bewegung verbunden halten. Ein Beispiel hierfür ist die neue Kolumne „Aktive Kirche“ im Christian Science Sentinel und Journal, und auch bald in den Herolden. Dort sind Neuigkeiten und Erfahrungen von Mitgliedern hier in der Mutterkirche und im gesamten Feld zu finden. Sie bieten wunderbare Einblicke in die Art und Weise, wie Christus die weltweite Kirchenaktivität belebt. Wenn Ihre Gebete Fortschritt und Heilung bringen, können Sie Ihr Licht leuchten lassen, indem Sie zu dieser neuen „Aktiven Kirche“ beitragen.
Wie wäre es mit einer Geschichte? Eines Tages schien die Sonne den ganzen Tag friedlich, doch plötzlich vernahm sie absolutes Chaos von der Erde her. Tiere rannten herum und schrien: „Wir haben die Dunkelheit gefunden, richtige Finsternis, in einer Höhle!“ Die Sonne hielt inne und sagte: „Bitte, was habt ihr gefunden?“ „Finsternis“, platzte der Bär heraus. „Es ist schrecklich“, sagte ein Hase. Neugierig fragte die Sonne: „Was ist Finsternis?“ Ein Fuchs schaute die anderen Tiere an und sagte: „Wir müssen der Sonne sofort zeigen, was Finsternis ist.“
Der Hase wurde auserwählt, die Expedition zu leiten. Mutig marschierten alle in Richtung Dunkelheit. Als sie die Höhle erreichten, flitzte der Hase hinein, gefolgt vom Bären und dem Fuchs und dann von der Sonne. Was war mit der Dunkelheit geschehen? Die Tiere suchten überall nach ihr. „Wo ist sie hin?“, fragte der Bär. „Gerade war sie noch da“, insistierte der Hase. Wo die Sonne auch suchte, sie fand nur Licht. Die Höhle war noch nie so hell gewesen. Das Strahlen ihres eigenen Seins war alles, was die Sonne sehen konnte. Tatsächlich gab es keinen Fleck, wo kein Licht war.
Nun, der Rückgang der Kirchen mag beunruhigend wirken, doch die göttliche Liebe schaut sich niemals um und sagt: „Oh nein, Finsternis! Wie konnte sie mir nur entgehen?“ Die Dunkelheit macht, was sie immer macht – sie verschwindet, ohne sich zu verabschieden. Manchmal hören wir uns wie verängstigte Hasen an: „Schnell, kommt, schaut, es ist schrecklich!“ Doch wenn wir Gott wirklich als vollumfängliche Liebe entdecken, und auch, dass Christus immer gegenwärtig ist und alle Winkel des Denkens erfüllt, verschwindet die Dunkelheit.
Wo Gott ist, da ist Licht. Und wo Licht ist, ist Kirche lebendig und wohlauf, unabhängig von Zahlen, wie wir in Saratoga Springs und auf der ganzen Welt in der neuen Kolumne „Aktive Kirche“ in unseren Zeitschriften sehen. Gott bringt Sich selbst in uns zum Ausdruck. Wir existieren, um zu leuchten. Da wir das Licht der Welt sind, lassen Sie uns weiter leuchten. Lassen Sie uns weiter beten, lieben, heilen. Strahlendes Leuchten verherrlicht Gott.
Moji George: „Wir existieren, um zu leuchten“, wie Keith sagt. Zwei Zitate bestätigen dies und fassen – zumindest für mich – zusammen, was wir heute in Bezug auf unser Thema gehört haben. Das erste ist aus Wissenschaft und Gesundheit (S. 266), in dem es über die Gattung Mensch heißt: „Der Mensch ist die Idee des Geistes; er spiegelt die beseligende Gegenwart wider, die das Universum mit Licht erleuchtet.“ Und das andere Zitat ist aus Jesaja (60:19), das wir in unserer Lesung zu Beginn der Versammlung hatten. Es ist eine Verheißung: „Der Herr wird dein ewiges Licht ... sein.“
Allen, die heute einen Bericht, einen heilenden Gedanken, eine inspirierte Idee geteilt haben; allen, die einen fröhlichen Ton angestimmt haben; unseren Dolmetscherinnen und Dolmetschern; dem Produktionsteam; Ihnen allen, die Sie hier nach Boston gekommen sind, um persönlich an der Jahresversammlung teilzunehmen; und allen, die aus aller Welt heute online teilgenommen haben; unserer universalen Familie sagen wir: Gracias. Merci beaucoup. Obrigada. Danke schön. Dhanyavaad. Arigatou. Ẹ ṣé púpọ̀. Thank you.
Moji George bat daraufhin die Präsidentin wieder auf das Podium, um die Versammlung zu beenden. Nachdem Lied 589 gesungen wurde, verlas Arcadia Nones aus dem 4. Buch Mose 6:24–26: „Der Herr segne dich und behüte dich; der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig; der Herr erhebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.“
