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Original im Internet

Seien Sie das, was Sie sind

Aus dem Herold der Christlichen Wissenschaft. Online veröffentlicht am 21. September 2026


Mary Baker Eddy, die Entdeckerin und Gründerin der Christlichen Wissenschaft, schrieb in einem Brief an Erste Kirche Christi, Wissenschaftler, New York (Die Erste Kirche Christi, Wissenschaftler, und Verschiedenes, S. 165): „Als aktiver Teil eines unermesslichen Ganzen identifiziert Güte den Menschen mit dem allumfassenden Guten. So kann sich jedes Mitglied dieser Kirche über die oft wiederholte Frage: Was bin ich? zu der wissenschaftlichen Antwort erheben: Ich bin fähig, Wahrheit, Gesundheit und Glück zu vermitteln, und das ist der Fels meines Heils und mein Daseinszweck.“

In Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift macht Mary Baker Eddy folgende ähnliche Aussage (S. 294): „Das echte Selbst des Menschen ist nur in dem erkennbar, was gut und wahr ist.“

Wir lesen im ersten Kapitel der Genesis in der Bibel, dass der Mensch zum Bild und Gleichnis Gottes erschaffen ist. Wir lesen dort ferner, dass alles, was Gott erschaffen hat, sehr gut ist. Somit muss der Mensch, Sein geistiges Bild und Gleichnis, immer gut sein. Das bedeutet, dass wir in unserem wahren Selbst als Gottes Schöpfung immer die Liebe, die Freude, die Ehrlichkeit und die Integrität vermitteln und widerspiegeln, die Gott, Leben, Wahrheit und Liebe zum Ausdruck bringen. Wir können und sollten uns in dieser Weise identifizieren – und wir sind außerdem fähig, andere so zu sehen, indem wir uns weigern, das falsche Bild von einem unvollkommenen Sterblichen zu akzeptieren, und absolut darauf bestehen, dass jeder Mensch als die Widerspiegelung Gottes, der Liebe, vollkommen ist. Und so können wir uns fragen: Erkenne ich die guten Eigenschaften und die wahre Identität dieser Person an oder werde ich zu der Überzeugung verleitet, dass sie jemand ist, den Gott nicht erkennen würde?

Vor einigen Jahren machte ich eine Erfahrung, bei der mir dieser Gedanke, uns und andere korrekt als den Ausdruck des göttlich Guten und als fähig zu identifizieren, Wahrheit, Gesundheit und Glück zu vermitteln, viel deutlicher geworden ist.

Mein Mann und ich wollten mit Freunden erst in der Stadt zu Abend essen und dann in ein Konzert gehen. Auf dem Weg zum Konzert nach dem Essen fing ich an, mich krank zu fühlen, und als wir am Parkhaus angekommen waren, krümmte ich mich vor Schmerzen. Mein Mann schlug liebevoll vor, unseren Freunden mitzuteilen, dass wir heimfuhren, doch es fühlte sich richtig an, ins Konzert zu gehen, da wir uns schon seit einiger Zeit darauf gefreut hatten und dort mit Sicherheit etwas Schönes erleben würden.

Es dauerte ein paar Minuten, einen Parkplatz zu finden, und als ich ausstieg, war ich immer noch zusammengekrümmt. Ich lehnte mich gegen eine Wand und bat Gott aus tiefstem Herzen um eine Botschaft der Hoffnung und Inspiration. Nach einem Moment der Stille hörte ich diese sanfte Botschaft: „Sei das, was du bist.“ Ich wusste augenblicklich, dass das Bild einer kranken Sterblichen, die sich im Parkhaus vor Schmerzen krümmte, nicht mir entsprach. Ich war eine geistige Idee von Gott – aufrecht, vollständig und gesund.

Mit dieser klaren Botschaft richtete ich mich langsam auf, und wir gingen zum Fahrstuhl, der uns direkt bis zum Konzertsaal bringen sollte. Der Fahrstuhl war voll, und als wir das erste Mal anhielten, missverstanden mein Mann und ich einander irgendwie. Er stieg aus, während ich drinblieb. Ich stieg am nächsten Halt aus und wartete darauf, dass er hoch zu mir kam, da ich mich im richtigen Stockwerk befand. Während ich wartete, hörte ich immer wieder Gottes Botschaft: „Sei das, was du bist“ und fühlte mich beruhigt. Die Schmerzen und das Unwohlsein hatten in der Zeit, in der ich still in Gedanken betete, etwas nachgelassen. Mein Standort war laut und voll, doch ich hielt an dieser ruhigen Botschaft der Liebe fest.

Nach wenigen Augenblicken fand mich mein Mann, und wir gingen in den Konzertsaal. Als wir einem Ordner unsere Karten zeigten, erfuhren wir, dass der Fahrstuhl hoch zur Galerie, wo unsere Plätze waren, defekt war und wir die Treppe nehmen mussten. Ich hatte die von Geist übermittelte Überzeugung, dass Gott bei mir war, und bei jedem Schritt hielt ich an dem Gedanken von Gott fest, dass ich Sein Bild und Gleichnis bin. Ich wusste, dass ich Liebe und Leben – zwei Synonyme für Gott in der Christlichen Wissenschaft – von Natur aus widerspiegele. Ich vertraute mit ganzem Herzen, ganzer Seele und ganzem Gemüt auf Gottes Güte und wusste, dass ich auf liebevolle und sanfte Weise versorgt war.

Und was geschah? Als wir bei unseren Plätzen angekommen waren, ging es mir vollständig gut. Unsere Freunde begrüßten uns und wir alle genossen ein sehr lebhaftes und fröhliches Konzert. Am Ende klatschte ich stehend im Takt der Musik mit und fühlte mich vollständig frei und stark.

Die geistige Tatsache, dass unser wahres Selbst „nur in dem erkennbar [ist], was gut und wahr ist“, hat mir außerdem mehrmals geholfen, als ich in Versuchung war, eine andere Person als nicht sehr oder gar nicht gut zu sehen. Wenn ich mich dabei ertappe – und das kann ganz einfach im Alltag sein –, dann erkenne ich, dass ich von der falschen Suggestion getäuscht werde, es gebe einen Mann oder eine Frau, den bzw. die Gott nicht erschaffen hat und nicht erschaffen würde. Wenn das passiert, ist es meine Pflicht aufzuhören, diese Person als nicht göttlich zu identifizieren, und stattdessen zu bekräftigen, dass Gott den Menschen als die zusammengesetzte Idee Seiner selbst, einschließlich aller richtigen Ideen, erschaffen hat.

Es geht nicht darum, jemanden zu ändern, sondern, eine falsche Sicht auf ihn zu berichtigen – den Menschen, einschließlich der Person, die vor uns steht, als geistig zu erkennen, als jemand, der göttliche Eigenschaften wie Demut, Freundlichkeit und Rücksicht widerspiegelt. Das befreit uns von einer voreingenommenen oder kritischen Sicht, die sich uns so aufdrängt, als sei sie unser eigenes Denken. Ich habe selbst die guten Auswirkungen erlebt, von dem ausgehend zu handeln, was man als wahr über den Menschen Gottes weiß – und nicht auf die Person zu reagieren, die vor einem zu stehen scheint.

Wenn wir ein „aktiver Teil eines unermesslichen Ganzen“ sind, bedeutet das dann nicht, dass wir einander wie Schwestern und Brüder – als eine Familie – behandeln sollen? Die Botschaft, die ich an jenem Abend erhielt, das zu sein, was ich bin, sagt mir, dass ich aufrecht, fröhlich und voller Erwartung des Guten in mir und allen anderen sein soll.

Da wir mit unserem Schöpfer, Gott, koexistieren, sind und leben wir in der Allheit Gottes, des unendlichen Guten, und selbstverständlich vermitteln wir uns selbst und unseren Mitmenschen Gutes.

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