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Unsere Gethsemane-Momente

Aus dem Herold der Christlichen Wissenschaft. Online veröffentlicht am 23. März 2026


Wir alle erleben Augenblicke, in denen wir äußerst niedergeschlagen und verzweifelt sind, da sich die Dinge nicht so entfalten, wie wir es uns erhofft hatten. Ich habe mich schon öfter missverstanden oder einsam, vom Guten abgeschnitten oder nicht angemessen gewürdigt gefühlt. Wichtig ist nicht, dass wir in welcher Weise auch immer mit diesen Gefühlen konfrontiert worden sind, sondern ausschlaggebend ist, was wir in solchen Augenblicken tun.

Christus Jesus gab uns das höchste Vorbild, als er uns zeigte, wie er mit seinem mentalen Kampf im Garten Gethsemane fertig wurde (siehe Matthäus 26:36–45). Er fand fast am Ende seiner Missionstätigkeit statt, nach Jesu letztem Mahl mit den Jüngern am Abend vor seiner Kreuzigung. Er spürte die Belastung durch diejenigen, die entweder die Motive hinter seiner Heiltätigkeit missverstanden oder sich durch ihn bedroht fühlten, oder vielleicht auch beides.

In der Bibel wird berichtet, dass er einigen seiner Jünger sagte, er fühle sich durch Trauer überwältigt und müsse beten. Er bat sie, mit ihm zu beten, während er sich ein wenig entfernte. Inmitten der Olivenbäume des Gartens bat er Gott, ob es eine Möglichkeit gab, die Tortur zu umgehen, die vor ihm lag. Doch er bekräftigte gleichzeitig seinen Wunsch, Gottes Willen für das größere Gute zu tun. Nach wie vor belastet, ging er zu seinen Jüngern zurück.

Mary Baker Eddy beschreibt in Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift sehr deutlich, was dann passierte (S. 48): „Seine Schüler schliefen. Er sagte zu ihnen: ‚Konntet ihr denn nicht eine Stunde mit mir wachen?‘ Konnten sie nicht wachen mit ihm, der in stummer Qual harrte und rang und klaglos Wache hielt über einer Welt? Dieses menschliche Sehnen fand keine Erwiderung und so wandte sich Jesus für immer von der Erde dem Himmel zu, vom Sinn zur Seele.“

Was für eine bewegende Beschreibung! Ist es nicht hilfreich zu wissen, dass sogar der Meister aller Christen mit menschlichem Sehnen zu kämpfen hatte? Dass Jesus nicht aufgab, sich an Gott zu wenden, ist inspirierend und sollte uns eine Lehre sein. Er ließ nicht ab, bis er wirklich die Versicherung des unkörperlichen Christus fühlte, der zu jedem menschlichen Bewusstsein spricht. Er betete, bis er die Macht der göttlichen Liebe, Gottes, fühlte und die Kraft und den Trost empfand, die von Liebe ausströmen. Sein beständiges Gebet und demütiger Gehorsam, in Verbindung mit einem unerschütterlichen Gottvertrauen, befähigten ihn, den Sieg davonzutragen – nicht nur die Kreuzigung auf sich zu nehmen, sondern auch von den Toten aufzuerstehen und seine Krone durch die Himmelfahrt uneingeschränkt zu verdienen.

Die Größe dessen, was Jesus durch seine Erfahrung in Gethsemane bewerkstelligte, kann auch in weniger weltverändernden, aber ebenfalls wichtigen Ereignissen in unserem eigenen Leben von großer Hilfe sein. Es ist ein erheblicher Segen, in der Christlichen Wissenschaft zu lernen, dass der zeitlose Christus heute zu uns spricht. Auch wir können uns auf diesen heiligen Einfluss verlassen. Gebet offenbart ihn. 

Mrs. Eddy definiert Gethsemane im Glossar von Wissenschaft und Gesundheit (S. 586) als „geduldiges Leiden; das Menschliche, das dem Göttlichen weicht; Liebe, die keine Erwiderung findet, aber doch Liebe bleibt“. Diese Definition ist eine wundervolle Anleitung für uns. So schwer es uns manchmal erscheinen mag, so müssen wir wie Jesus angesichts von Kummer Geduld haben und langmütig sein. Statt seinen Jüngern den Rücken zuzukehren, gab er ihnen die Gelegenheit, in ihrem geistigen Verständnis und ihrer Demonstration der Hingabe an Gott zu wachsen. Und die Jünger, die an jenem Abend bei ihm waren, haben am Ende genau das getan.

Die Definition offenbart außerdem, dass wir die menschliche Sichtweise vom Leben aufgeben und uns für das göttliche Leben, Gott, öffnen müssen. Menschliches Denken kommt nie über eine materielle Vorstellung vom Leben und Sein hinaus. Aber das göttliche Leben ist allmächtiger Geist, Gott, und befindet sich vollständig außerhalb des materiellen Lebens. Die Göttlichkeit des Christus führt uns aus der Versuchung heraus, auf gänzlich falsche menschliche Sicht- und Denkweisen zu vertrauen und stattdessen der Allmacht Gottes, des einen Gemüts, unser Vertrauen zu schenken. 

Und wir müssen lieben! Was auch immer alle anderen tun, wir müssen lieben. Jede und jeder von uns als das geistige Bild und Gleichnis Gottes – des göttlichen Gemüts, des göttlichen Geistes und der göttlichen Liebe – kann die Christus-Eigenschaften der Geduld, Spiritualität und Liebe ganz natürlich zum Ausdruck bringen.

Jeder Mensch, der innig gebetet hat, um zu erfahren, wie er über eine Enttäuschung hinwegkommt, oder der eine schwere Aufgabe lösen muss, hat metaphysisch denselben Garten betreten, in dem der Meister vor ihm war. Dieses Ringen kann einige der schwersten Augenblicke unseres Lebens repräsentieren, doch es kann auch zu den Momenten gehören, die uns am meisten Segen gebracht haben. Jesu Beispiel zeigt, dass sich der Einsatz lohnt.

Im Garten Gethsemane war keine besondere Macht vorhanden. Die Spiritualität, die Jesus dorthin mitgebracht hat, und sein klares Verständnis seiner Einheit mit Gott haben ihn befähigt, den Frieden und die Kraft zu finden, um die nächsten Schritte zu tun. Die Bibel verheißt uns, dass wir alle eins mit dem Geist Christi sind, und so haben wir trotz aller Angst alles, was wir brauchen, um unsere eigenen Gethsemane-Momente erfolgreich zu bewältigen.

Paulus schreibt in einem seiner Briefe an die Christen in Korinth (2. Korinther 10:5): „Wir zerstören ... kluge Anschläge und jede Höhe, die sich gegen die Erkenntnis Gottes erhebt, und nehmen alles Denken gefangen unter den Gehorsam Christi.“ Die Christliche Wissenschaft zeigt uns, wie wir diese lebensverändernde Demut finden und zum Ausdruck bringen. Wenn wir ehrlich bestrebt sind, unser Denken von der göttlichen Botschaft des Christus leiten zu lassen – wenn wir darum beten, die Führung des Christus so zu hören und zu befolgen, wie Jesus dies getan hat –, dann werden wir ebenso siegreich sein.

Mary Alice Rose
Mitglied des Vorstands der Christlichen Wissenschaft

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