Die Christliche Wissenschaft erklärt der Welt mit einer Beharrlichkeit, die nicht aufzuhalten ist, daß es nur eine wirkliche Kraft, die Kraft Gottes, des Guten, gibt. Die materiellen Sinne mögen uns wohl beharrlich einflüstern, es gebe noch eine Kraft, das Gegenteil des Guten, und viele Menschen glauben vielleicht die Einflüsterung und werden die Opfer des Bösen; doch die Christliche Wissenschaft, fest in der Erkenntnis, daß Gott das unendlich Gute ist, hält an der Wahrheit fest, daß nur das Gute wirklich ist und nur das Gute Kraft hat, und in dieser Weise beweist sie, daß das Böse eine Lüge ist.
Was für eine Wirkung übt doch die Erkenntnis, daß das Gute die einzige Kraft ist, auf die Menschen aus! Sie beeinflußt ihr Leben in jeder Einzelheit, und nicht nur ihr eigenes Leben sondern auch dasjenige jedes andern Menschen, mit dem sie in geistige Berührung kommt. In dem Maße, wie die Menschen die Wahrheit, daß nur das Gute wirklich ist, anerkennen und sich vergegenwärtigen, wird für sie die Furcht vor dem Bösen zerstört; und wie sie aufhören, das Böse zu fürchten, können sie anderen Menschen helfen, sich auch von dem gefürchteten Feind des Friedens, des Glücks und der Gesundheit freizumachen. Mrs. Eddy schreibt in „Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift” (S. 192): „In der Wissenschaft kannst du keine Gott entgegengesetzte Kraft haben, und die physischen Sinne müssen ihr falsches Zeugnis aufgeben. Dein Einfluß zum Guten hängt davon ab, welches Gewicht du in die rechte Wagschale wirfst. Das Gute, das du tust und verkörperst, verleiht dir die einzig erreichbare Macht”.
Die Christlichen Wissenschafter hören nie auf, die Erhabenheit der Entdeckung der Mrs. Eddy zu bewundern; sie hören nie auf, dafür dankbar zu sein. Man denke doch nur, was es heißt, daß sie in einer Welt, die durch den Glauben an das überall sich zeigende Böse — Krankheit, Sünde und Tod — anscheinend so sehr gepeinigt wird, die Wahrheit entdeckte, daß das Gute die einzig wirkliche Kraft und das Böse eine Lüge — nichts — ist! Kein Wunder, daß die Menschen überrascht waren, als sie ihre Entdeckung ankündigte! Doch die Entdeckung war gemacht, und Mrs. Eddy hatte sie schon erprobt. Denn hatte sie durch ihr Verständnis von der Allheit Gottes, des Guten, nicht viele Fälle von Krankheit und Sünde geheilt? Und konnte sie sich nicht ebenso vor den Anstürmen des Bösen schützen? Erst nachdem Mrs. Eddy durch Zerstören der Scheinwirkungen des Bösen zu ihrer vollen Zufriedenheit bewiesen hatte, daß das Gute die einzig wirkliche Kraft ist, machte sie ihre Entdeckung der Welt, d. h. denen in der Welt, die sie anhören wollten, bekannt.
Und was ist seit der Entdeckung der Christlichen Wissenschaft geschehen? Unzählige Tausende sind durch Anwendung der Wahrheit von der Allmacht des Guten auf ihren Fall, was dieser auch gewesen sein mochte, von ihren Krankheiten und ihren Sünden geheilt worden; denn kein falscher Glaube kann der Vergegenwärtigung dieser Wahrheit widerstehen,— der Vergegenwärtigung der Wahrheit von der Allmacht des Guten! Diese Vergegenwärtigung war erforderlich. Es war vielleicht notwendig, die Wahrheit vor ihrer Vergegenwärtigung wiederholt zu behaupten; doch in dem Augenblick der Vergegenwärtigung kam auch die Heilung. Was für ein freudiger Augenblick dies war! Ein Strom der Dankbarkeit geht noch bei der Erinnerung daran von dem Herzen aus,— unaussprechlicher Dankbarkeit gegen Gott für Seine unermeßliche Güte und für die Erkenntnis, daß nur das Gute wirklich ist.
Die Vergegenwärtigung der Allmacht des Guten befähigt den Christlichen Wissenschafter bei der Betätigung der Christlichen Wissenschaft, Krankheit und Sünde zu heilen. Indem er in gewissem Maße versteht, daß Gott das Gute, das unendlich Gute, ist, und er die Wahrheit in der eigenen Erfahrung wiederholt beweist, findet er seinen Glauben an das Gute durch jeden neuen Beweis gestärkt; und in dieser Weise wächst seine Liebe zu Gott. Sehr gut weiß er, daß er in dem Maße seiner Liebe zu Gott die Kraft hat, zu heilen, oder wie Mrs. Eddy so treffend sagte: „Damit du einen Gott haben und dir die Kraft des Geistes zu nutze machen kannst, mußt du Gott über alles lieben” (Wissenschaft und Gesundheit, S. 167). So wird er gewahr, daß er bestrebt sein muß, Gott, das Gute, so zu lieben, daß er beim Zerstören alles dessen, was dem Guten unähnlich zu sein scheint, unbegrenzte geistige Kraft anwenden kann.
Das soeben erwähnte Heilverfahren war auch das Verfahren, das Christus Jesus anwandte. Der große Nazarener war sich vollständig seiner Einheit mit Gott, dem Vater, bewußt. Für ihn gab es keine andere wirkliche Kraft. Wiederholt bewies er diese Tatsache, wenn er die zur Heilung zu ihm gebrachten Kranken heilte, was auch immer die scheinbare Ursache der Krankheit war. Als einst Jesus am Sabbattage am Teiche Bethesda einen kranken Mann geheilt hatte, suchten die Juden ihn zu verfolgen, „daß er solches getan hatte am Sabbat”. In seiner Antwort sagte er zu ihnen: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Der Sohn kann nichts von sich selber tun, sondern was er siehet den Vater tun; denn was dieser tut, das tut gleicherweise auch der Sohn”. Erkannte der Meister nicht die Allheit des Vaters, verwirklichte er nicht die Allmacht und Allgegenwart des Guten, und verstand er nicht, daß seine Vergegenwärtigung die Versicherung bedeutete, daß ihm das Gute bei der Zerstörung alles dessen, was ihm ungleich ist, zur Seite stand? Wie vollkommen bewies er doch in seinem Leben die Wahrheit der schon angeführten Worte der Mrs. Eddy: „Das Gute, das du tust und verkörperst, verleiht dir die einzig erreichbare Macht”!
Was überall in der Welt heute sehr not tut, ist ein stärkerer Glaube an das Gute. Nicht ein größerer Aufwand von Prunk bei religiösen Feierlichkeiten sondern ein stärkerer Glaube an die Kraft des Guten innerhalb und außerhalb der Kirchen ist erforderlich. Und dieser stärkere Glaube an das Gute kann nur in der durch die Christliche Wissenschaft gezeigten wissenschaftlichen Weise erworben werden. Niemand wird sich je im Glauben zu der beständigen Höhe des wissenschaftlichen Beweises durch das Heilen der Kranken und Sünder erheben, wenn nicht die Offenbarung Gottes als der einzig wirklichen Kraft so zu ihm kommt, wie sie zu Christus Jesus und Mrs. Eddy kam, und ihm die Augen öffnet, daß er das Böse als Lüge, als unwirklich und daher als machtlos, sieht. Der Glaube an Gott wird so lang nicht die glorreiche Wirklichkeit sein, die er für die christliche Welt sein sollte, bis die Christen durch die Christliche Wissenschaft das Gute als die einzig wirkliche Kraft anerkennen und in dieser Weise Gott über alles lieben lernen.
Die Welt im allgemeinen erkennt die Wahrheit der Christlichen Wissenschaft vielleicht erst dann, wenn sie durch ihre falschen Annahmen noch mehr gelitten hat. Doch was für eine Ursache zur Dankbarkeit, zur Danksagung, haben wir, daß die Offenbarung, daß das Gute die einzig wirkliche Kraft ist, schon jetzt bei den Menschen ist, und daß sie, wenn sie nur nach einem Verständnis des Guten und seiner Gesetze trachteten, die Kraft haben würden, jeden falschen Zustand, der die Menschen der Annahme nach betrübt, zu berichtigen! Gott ist gut; und Gott ist die Liebe. Und „die Macht Gottes bringt”, wie unsere Führerin sagt (Wissenschaft und Gesundheit, S. 224), „den Gefangenen Befreiung. Keine Macht kann der göttlichen Liebe widerstehen”.
