Der junge Christliche Wissenschafter tut gut daran, sehr sorgfältig über sein Denken zu wachen, um das Annehmen unerwünschter Einflüsterung zu vermeiden.
Betrachten wir einen Sonnenstrahl! Wenn er mit Schlamm in Berührung kommt, bleibt er trotzdem ein Sonnenstrahl. Gleichviel, wie lange die Berührung dauert, der Sonnenstrahl, immer das Erzeugnis der strahlenden Sonne, bleibt von dem Schlamm unbefleckt.
Ebenso verhält es sich mit dem Menschen, der immer der Ausdruck Gottes ist. Er kann nie sündig, krank oder tot werden. Seine Wesenseinheit ist die Widerspiegelung Gottes, und er nimmt nie die Art der Materie oder des sterblichen Gemüts an. Er ist von Gott; er ist eins mit Gott. Seine Kennzeichen sind von Gott, nicht von dem falschen materiellen Sinn.
In „Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift” schreibt Mary Baker Eddy (S. 392): „Steh Wache au der Tür des Gedankens. Wenn du nur solche Schlüsse zugibst, wie du sie in körperlichen Resultaten verwirklicht zu sehen wünschst, dann wirst du dich harmonisch regieren”. Diese Erklärung beseitigt jeden Zweifel an unserer Fähigkeit zu bestimmen, was in unser Denken eingelassen werden darf, oder wie wir uns schützen können. Wir können von unserem Bewußtsein alles fernhalten, was wir von ihm fernhalten wollen.
In manchen Schulen scheint z.B. so sehr der Geist des Wetteiferns zu herrschen, daß der junge Wissenschafter, der nicht vorsichtig ist, finden wird, daß auch er glaubt, sein Hauptziel sollte sein, jemand im Sport oder in der Schule zu übertreffen. Solches Denken ist kein wahres Denken; denn die Christliche Wissenschaft hat ihn gelehrt, daß der Mensch nur das Gute widerspiegelt. Er erkennt, daß er die höchste Tüchtigkeit, deren er fähig ist, ausdrücken und bei jedem Spiel die größte Anstrengung machen muß, aber keinen persönlichen Sinn der Feindseligkeit oder des Neids hegen darf.
Wie kann es ein Wetteifern um das Gute geben, wenn alle Ideen Gottes die Güte Gottes widerspiegeln? Wenn jedoch der Schüler nicht erkennt, daß der Wunsch, jemand zu besiegen, nicht zu ihm als Gottes Kind gehört, könnte er sich entweder selber ungerecht verdammen, daß er solche Gedanken hegt, oder während seiner Schuljahre noch weiter einen unerfreulichen Sinn des Kampfes erfahren. Dagegen verwirft er durch Erkennen der Unwirklichkeit der Einflüsterung den störenden Gedanken und hat Frieden.
Der Schüler lernt verstehen, daß es in Zeiten sogenannter Seuchen besonders notwendig ist, sein Denken zu schützen. In solchen Zeiten muß er wachsam sein zu erkennen, daß jede sich ihm darbietende Ansteckungsannahme weder zu ihm noch zu jemand anders gehört, da sie unwirklich ist. So muß er in Prüfungszeiten überaus sorgfältig wachen, daß er sich nicht durch ein allgemeines Furchtgefühl beeinflussen läßt. Furcht ist nicht von Gott und gehört daher nicht zum Menschen. Sie darf daher nicht für unser eigenes Denken gehalten werden. Sie sollte als Gemütlosigkeit und als zu niemand gehörig verworfen werden. Wenn er sich die Unendlichkeit des göttlichen Gemüts, Gottes, vergegenwärtigt, weiß er, daß das Gemüt in der universalen Intelligenz zum Ausdruck kommt.
Sollte er auch finden, daß er glaubt, es würde ihm Vergnügen bereiten, materiellen Gelüsten zu frönen, so muß er, um in Frieden gelassen zu werden, als ein Kind Gottes seine unveräußerliche Reinheit anerkennen und solche Einflüsterungen als irrige Vorwände des sterblichen Gemüts zurückweisen. Gottes Kind ist nie wesenseins mit dem Bösen. Als Gottes Offenbarwerdung kann es der Vollkommenheit, die ihm durch Widerspiegelung gehört, nicht beraubt werden.
Jesus sagte: „Wenn ein Hausvater wüßte, welche Stunde der Dieb kommen wollte, so würde er ja wachen und nicht in sein Haus brechen lassen”. Und wenn so der junge Christliche Wissenschafter wachsam ist und Gedanken untersucht, um sich zu vergewissern, ob sie so sind, daß er sie beherbergen kann, lernt er die Lügeneinflüsterungen des sterblichen Gemüts zurückweisen. Er sieht, daß er nicht etwas Wirkliches bekämpft, da das sterbliche Gemüt keine Wirklichkeit ist. Dies führt den Schüler zur Erkenntnis der Vollkommenheit seines wahren Selbst als eines Kindes Gottes; und so erlangt er die Herrschaft über irrige Gedankenzustände.
Nachdem er Schutz vor dem Irrtum erlangt hat, der außerhalb seines Denkens zu entstehen scheint, sollte er seine Aufmerksamkeit der Zerstörung des Glaubens an Irrtum im allgemeinen zuwenden. Noch nie ist ein Fußballspiel von einer Mannschaft gewonnen worden, die nur ihr eigenes Tor verteidigen konnte. In einem gewissen Stadium des Spiels muß das Tor der gegnerischen Seite erreicht werden. Dies erfordert sowohl Angriffs- als auch Verteidigungsspiel.
Hier zeigt sich der Wert des Wissens, daß das Gute das Böse zerstört. Das Gute ist der wahre Augenschein von Gott selber, und es zerstört den scheinbaren Augenschein des Bösen. Der Schüler muß die guten Eigenschaften des Gemüts beanspruchen und von ihnen Gebrauch machen; denn so wird er über jeden Irrtum, der sich ihm darbieten mag, siegen.
Wie ein kleines Zimmer behaglicher und freudvoller sein kann als ein Palast, so ist der, der in der Verborgenheit für Wahrheit und Liebe lebt, gesegneter als ein innerlich Unfreier und Finsterer, der von Tausenden bejubelt wird.
