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Die offene Tür

Aus der Mai 1940-Ausgabe des Herolds der Christlichen Wissenschaft


In unserem menschlichen Bemühen, geistig fortzuschreiten, kann es Zeiten geben, wo alle Wege zu dem ersehnten Ziel verschlossen scheinen. Wir mögen uns lange abgemüht haben; wir mögen rechte menschliche Schritte getan haben; wir mögen unser Verständnis der Christlichen Wissenschaft angewandt haben, und dennoch kann es uns scheinen, daß wir nur wenig vorwärtsgekommen sind. Wir mögen uns in stillen Stunden fragen: Woran liegt es, daß ich dieses oder jenes menschliche Problem nicht löse? Was habe ich aus dieser Erfahrung zu lernen?

Unter solchen Umständen ist es immer hilfreich, die Bibel aufzuschlagen und über ihre Botschaft im Lichte der Wahrheit nachzudenken. Gott läßt uns nie ohne Antwort, wenn wir Seine Führung aufrichtig suchen. In jeder Lebenslage können wir durch Sein Wort die Antwort erhalten, die wir brauchen. Seine Verheißungen sind zahlreich und herrlicher, als wir uns vorstellen können. Wir machen den Fehler, daß wir diese Verheißungen nicht immer genügend beachten, weil wir damit beschäftigt sind, vermeintliche Hindernisse zu beseitigen. Und doch sind die Verheißungen der Bibel zu allen Zeiten eine reiche Quelle der Kraft, der Ruhe und der Gewißheit.

Gottes Gebote sind unsere Wegweiser und unser Schutz; und gleichzeitig werden wir das Ziel der Vollkommenheit in den göttlichen Verheißungen gewahr. Wenn wir unser Ziel erreichen wollen, müssen wir sowohl das Gebot als auch die Verheißung kennen, damit wir das Gebot befolgen und die Erfüllung der Verheißung freudig und zuversichtlich erwarten können.

Als Christliche Wissenschafter müssen wir diese zuversichtliche Erwartung pflegen. Unterlassen wir es, so gleichen wir einem, der sich nach Zurücklegung einer guten Strecke des Wegs seinem Ziele entgegen ermüdet hinsetzt und so sehr über die gemachte Anstrengung nachdenkt, daß er weder die Schönheiten der Landschaft sieht noch etwas von der Freude ahnt, die ihn am Ziele erwartet. Wir sollten wachsam sein, daß wir uns nicht der Freude des Fortschritts und des Lohnes unserer Bemühungen berauben, indem wir auf halbem Wege ermüden oder stehen bleiben.

Im 3. Kapitel der Offenbarung des Johannes lesen wir die ermutigende Erklärung: „Siehe, ich habe vor dir gegeben eine offene Tür, und niemand kann sie zuschließen”. Für den Christlichen Wissenschafter haben diese Worte eine überaus praktische Bedeutung. Er weiß, daß man Gottes reine und vollkommene Ideen durch die offene Tür des Bewußtseins wahrnimmt, und daß man Gottes Herrlichkeit sehen und sich zu eigen machen kann, indem man Gott, das Gute, widerspiegelt. Beim Überwinden scheinbar hartnäckiger Irrtümer sollten wir daran denken, daß die Liebe uns allen die Tür zum Guten geöffnet hat. Gott kennt keinen andern Menschen als den, der sich des allumfassenden, allgegenwärtigen und allwirkenden Guten bewußt ist. Nur der hartnäckige Glaube, daß der unvollkommene materielle Anschein wirklich sei, läßt uns unsere Schwierigkeiten hartnäckig erscheinen. Sich von dem falschen Anschein abwenden und die Liebe als allgegenwärtig sehen, ist daher das Heilmittel. Laßt uns also in wahrem Denken die Ausdauer beweisen, die wir früher in der falschen Richtung verschwendeten! Und laßt uns nie die göttlichen Verheißungen vergessen!

Von der „offenen Tür” heißt es: „Und niemand kann sie zuschließen”. Diese trostreiche Versicherung enthüllt Gottes Allmacht und macht uns still und stark. Was Gott aufschließt, kann keine sogenannte Macht der Welt zuschließen. Weder Furcht, Zweifel, Unglaube, Neid noch Haß können Gottes Wege verschließen. Unsere Aufgabe ist es, dies zu wissen und diesen Gesichtspunkt zu behaupten. Gerade wenn der Anschein zeitweilig das Gegenteil zu sein scheint, sollten wir den göttlichen Gesichtspunkt umso fester und gewisser behaupten, bis wir die Erfüllung der Verheißungen Gottes erleben.

Wenn wir durch die offene Tür geistigen Verständnisses göttliche Segnungen empfangen, ist es unser heiliges Vorrecht zu sehen, daß diese offene Tür auch für das Geben offen ist. Das Empfangen und das Weitergeben des Guten haben dasselbe Prinzip und sind unzertrennlich. „Geben im Dienst unseres Schöpfers macht uns nicht arm, ebensowenig bereichert uns Zurückhalten” (Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift, S. 79). Mrs. Eddy stellt hiermit klar fest, daß einem, dessen Denken mit dem göttlichen Gesetz des Empfangens und des Gebens übereinstimmt, kein Verlust erwachsen kann. Da sich anderseits im Zurückhalten Begrenzung ausdrückt, kann diese Gesinnung keine guten Ergebnisse hervorbringen. Dankbares und liebevolles Geben ist nichts anderes als eine Vervielfachung des Guten, das Gott, der göttlichen Quelle, ununterbrochen entströmt.

Mrs. Eddys Gebrauch der Stelle aus der Offenbarung (K. 3, 7. 8) auf Seite 498 in Wissenschaft und Gesundheit zeigt uns, mit welcher Gesinnung wir uns in die Heilige Schrift und ihre Werke vertiefen sollten, um die reichen Schätze, die diese Bücher enthalten, zu gewinnen. „Denn es ist nichts verborgen, das nicht offenbar werde, und ist nichts Heimliches, das nicht hervorkomme”. Die Anwendung der göttlichen Erleuchtung, die wir durch die Christliche Wissenschaft schon empfangen haben, befähigt uns, schrittweise zu höheren, Verständnis vorwärtszugehen, bis ein Schleier materiellen Denkens nach dem andern verschwindet und uns die Wissenschaft des Seins immer klarer und vollkommener erscheint. Durch die offene Tür geistiger Empfänglichkeit, erleuchteten Denkens, erfassen wir Gottes Herrlichkeit, und sie nimmt von unserem Bewußtsein Besitz.

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