Durch das Ergründen der Christlichen Wissenschaft lernt man sich Ruhe zu eigen machen. Der Christliche Wissenschafter wird sich dieser Eigenschaft in dem Maße bewußt, wie er sich von dem göttlichen Prinzip zu seinem Handeln anspornen und sein Denken von Güte, Ehrlichkeit, Rechtschaffenheit, Aufrichtigkeit und Liebe regiert sein läßt.
Ruhe ist immer gegenwärtig, weil Gott immer gegenwärtig ist. Ruhe ist eine Eigenschaft Gottes, des Prinzips, daher eine Eigenschaft des Menschen, Seines Ausdrucks. Der Mensch kann nicht anders als ruhig sein; Ruhe ist ihm angeboren. Sehr eng mit Ruhe verknüpft ist Stille. Betreffs dieser höchst nötigen Eigenschaft des Denkens erklärt Jesaja: „Durch Stillesein und Hoffen würdet ihr stark sein”.
Als die Verfasserin eines Tages nach einem Regen die Straße entlang ging, sah sie, wie die hohen Pappeln der Allee in ihrer ganzen Höhe in einer höchstens einen halben Zentimeter tiefen Pfütze auf dem Gehweg widergespiegelt waren. Bei reiflichem Nachdenken sah sie, daß diese Widerspiegelung nur möglich war, weil die Oberfläche der Pfütze ruhig war. Sie erkannte ferner, daß der ruhige Gedanke Wirklichkeit von unbegrenzter Tiefe widerspiegeln kann.
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