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Ununterbrochene geistige Inspiration

Aus der Februar 1965-Ausgabe des Herolds der Christlichen Wissenschaft


Wie oft haben wir doch den Wunsch, jene Augenblicke großer geistiger Inspiration, wie Christliche Wissenschafter sie häufig haben, festhalten zu können! Ein Lichtblick von der wahren Bedeutung einer Stelle aus der Bibel oder einer Erklärung aus den Schriften von Mary Baker Eddy, der geliebten Entdeckerin und Gründerin der Christlichen Wissenschaft [Christian ScienceSprich: kr’istjәn s’aiәns.], erscheint mit einer so deutlichen Klarheit, daß alles um uns herum in geistiges Licht getaucht zu sein scheint. Doch später mag das Licht in etwas zu verblassen scheinen. Und wir fragen uns, warum. Wir erkennen, daß unsere Arbeit als Christliche Wissenschafter hätte wirkungsvoller sein können, wenn wir solche Augenblicke hätten festhalten können. Jesus konnte solche Augenblicke großer geistiger Inspiration festhalten und aufrechterhalten; ebenso Mrs. Eddy; auch wir können es.

Welches sind einige der Lektionen, die Jesus erteilte, damit wir solche Zeiten gegenwärtig und strahlend erhalten können? Eine, die uns sogleich einfällt, ist ein Vers aus dem Johannesevangelium, in dem geschrieben steht, daß Jesus sagte: „... denn ich tue allezeit, was ihm gefällt“ (8:29). Wir haben solche Augenblicke tiefer Inspiration, wie der Meister sie hatte, wenn wir wahrlich lauschen, wenn wir nicht zulassen, daß der starke Lärm der sterblichen Annahme für uns vernehmbarer wird als die Wahrheit selbst.

Mrs. Eddy läßt uns an einer hervorragenden Richtschnur teilhaben, die uns sagt, wie wir das tun können, was Gott wohlgefällt; sie schreibt in ihrem Buch „The First Church of Christ, Scientist, and Miscellany“ (Die Erste Kirche Christi, Wissenschafter, und Verschiedenes, S. 160): „So zu leben, daß das menschliche Bewußtsein ständig in Verbindung mit dem Göttlichen, dem Geistigen und dem Ewigen bleibt, heißt die unendliche Macht zu individualisieren; und das ist Christliche Wissenschaft [Christian Science].“

In diesen wunderschönen Zeilen ist so viel enthalten, worüber man nachdenken kann. Eine unentbehrliche Voraussetzung für die Individualisierung unendlicher Macht ist gänzlicher und rückhaltloser Gehorsam dem göttlichen Prinzip gegenüber, und nichts Geringeres als Gehorsam stimmt mit dieser Wissenschaft überein. Allezeit das zu tun, was wahr und in Gottes Augen wohlgefällig ist, ist Gehorsam.

Zeitweilig aussetzender oder gelegentlicher Gehorsam reicht nicht aus. Beständigkeit muß das Ziel sein. In der menschlichen Erfahrung ist es erforderlich, daß wir den Bewußtseinszustand aufrechterhalten, der den Irrtum, wenn er an unsere Tür klopft, nicht aufnimmt und ihm keine Antwort gibt. Wenn diese geistige Wachsamkeit geübt wird, kann nicht eine Versuchung des Irrtums eindringen; folglich ist die Annahme ohne einen Annehmenden. Und was geschieht mit einer Annahme ohne einen Annehmenden? Sie hört auf, eine Annahme zu sein. Ist dies nicht alles, was der Irrtum überhaupt sein kann, eine Annahme?

Es hat nichts zu sagen, was für ein Name der Annahme gegeben wird; wenn sie nicht von Gott stammt, ist sie kein Teil des wahren Bewußtseins. Sie ist nur eine Annahme — eine Illusion, und nichts weiter. All diese Überlegungen machen es klar, daß die Irrtümer — Krankheit, Sünde und Disharmonie aller Art — ins Bewußtsein eingelassen werden müssen, bevor sie irgendwelche Wirkung haben können. Man mag zu seiner Verteidigung sagen: „Aber ich habe nicht einmal an diesen Irrtum gedacht, der mich betroffen hat. Wie kann da gesagt werden, ich hätte ihn in mein Denken eingelassen?“ Unbewußt hat man allgemeine sterbliche Annahmen eingelassen.

Der Irrtum wird versuchen, in unbewachte mentale Wohnungen einzudringen, wie Diebe in unbewachte materielle Besitzungen eindringen. So viele schmerzhafte Probleme fangen damit an, daß wir es unterlassen, den Irrtum dadurch zurückzuweisen, daß wir unsere freie sittliche Selbstbestimmung geltend machen. Wir haben versagt, wenn das menschliche Bewußtsein nicht in beständiger Berührung mit dem göttlichen Prinzip gehalten wurde. Mrs. Eddy sagt in ihrer Botschaft an Die Mutterkirche für das Jahr 1901 (S. 14): „Das Unrechte wird zuerst gedacht, bevor es ausgedrückt wird; du mußt es im ersten Fall beherrschen, oder es wird dich im zweiten Fall beherrschen.“

Wie kann ein unrechter Gedanke beherrscht werden? Wird er bekämpft, als ob er etwas Wirkliches, als ob er ein sterblicher Feind wäre, oder wird er durch die Anerkennung des immergegenwärtigen Christus, der Wahrheit, auf die Nichtsheit zurückgeführt? Wir finden den ewigen Christus, die wahre göttliche Natur von allem, was existiert, wenn wir uns von dem Irrtum abwenden und uns nicht mehr als Sterbliche sehen. Dann sehen wir den wirklichen Menschen als das geliebte und vollkommene Kind Gottes. Es ist in dieser wahren Auffassung von der Wirklichkeit und im Aufrechterhalten dieser Wirklichkeit, daß das empfängliche Denken ununterbrochene geistige Inspiration findet.

Welche Freude und Freiheit erlebt man, wenn man seine wahre Selbstheit immer klarer erkennt! Furcht schwindet dahin; Begrenzungen werden aufgelöst; wir erleben ununterbrochen unbeschreiblichen Frieden und unaussprechliche Harmonie, das ewige Geburtsrecht des Menschen, der gegenwärtig und ewig beschützte Wille Gottes für Seine geliebten Kinder.

Erforderlich ist schlichter Gehorsam: das heißt, von der sterblichen Selbstheit, der verzerrten sterblichen Annahme, die den Menschen falsch oder als Karikatur darstellen möchte, hinwegsehen und den Gottesmenschen in Christus erkennen. Gott und Seine geistige Idee umfassen die wahre Gegenwart. Durch Christus, Wahrheit, werden die direkte Quelle und Substanz Ihres und meines wirklichen Seins offenbart.

Solche wunderbaren Segnungen warten auf uns. Die Voraussetzungen sind einfach, aber sie können nicht umgangen werden. Sie verlangen wahre Selbstdisziplin. Treue zum göttlichen Prinzip muß stündlich und von Minute zu Minute in unserem Denken wachgehalten werden. Der Lohn ist ununterbrochene geistige Inspiration. Paulus gab eine so einfache und doch so vollständige Richtschnur in der Botschaft an seine thessalonischen Brüder in folgenden Worten (1. Thess. 5:21): „Prüfet aber alles, und das Gute behaltet.“


Stehet fest in dem Herrn, ihr Lieben... Der Herr ist nahe! Sorget nichts, sondern in allen Dingen lasset eure Bitten im Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kund werden! Und der Friede Gottes, welcher höher ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus! — Philipper 4:1–7.

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