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Die heilende Macht des einen Gemüts

Aus der Februar 1976-Ausgabe des Herolds der Christlichen Wissenschaft


Die Christliche Wissenschaft lehrt, daß Gott das einzige Gemüt des Menschen ist. Er ist die einzige wirkliche Ursache und Macht und regiert jede Wirkung. Er ist göttliche Liebe und gibt Seinen Kindern all die Gesundheit, Intelligenz, all das Leben und all die Freiheit, die sie jemals brauchen können. Der Mensch ist das Ebenbild und Gleichnis Gottes, wie die Bibel enthüllt.

Anstatt anzunehmen, daß der Mensch ein körperliches Wesen sei, das Gesetzen der Materie unterworfen und vom Gehirn und einem sogenannten Nervensystem regiert wird, müssen wir mit Hilfe der göttlichen Wissenschaft zu einer tieferen Erkenntnis seines wahren Wesens als das Kind Gottes, des Geistes, gelangen. Gott regiert jede Funktion des wirklichen Menschen. Es gibt nur eine Macht, die Macht des Guten, die durch die Gesetze Gottes wirkt und immerdar von Gottes Widerspiegelung, dem Menschen, ausgedrückt wird. Diese Wahrheiten führen uns zu der Erkenntnis, daß der Mensch in Wirklichkeit geistig und unzerstörbar ist, die unsterbliche Idee des göttlichen Gemüts, und daß er daher nicht von tierischen Instinkten, von Furcht, Eigennutz und Krankheit versklavt ist. Die Bibel erklärt: „Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Zucht.“ 2. Tim. 1:7;

Der Mensch ist die bewußte, unkörperliche Idee Gottes, allein dem Gemüt Untertan. Es gibt keine gefälschte Intelligenz, keine irreführende hypnotische Macht, keine Auflehnung gegen Gottes Gesetz. Gott ist das einzige Gemüt, und es gibt kein geringeres Gemüt, das Seinen Willen umkehren könnte. Eine sterbliche, endliche Auffassung von Gemüt ist unfähig, den Menschen zu regieren, denn sein Ursprung, seine Grundlage und Entwicklung bestehen allein im unsterblichen Gemüt. Als Gottes geistige Idee weilt der Mensch auf immer im Reich des Gemüts. Der Mensch kann sich nicht vom Gemüt entfernen, sondern er lebt und bewegt sich in Gehorsam gegen das Gemüt, von dessen allumfassenden Kräften geistiger Anziehung gehalten, seiner unfehlbaren Herrschaft und Führung Untertan.

Das sterbliche Gemüt ist das Gegenteil des göttlichen Gemüts. Es scheint die Kennzeichen eines Gemüts zu haben — Bewußtsein, Intelligenz, Empfindungsvermögen —, aber in Wirklichkeit besitzt es keines davon. Es ist materiell und begrenzt, eine mutmaßliche Mentalität in der Materie. Es ist der Glaube an eine persönliche Intelligenz, getrennt von Gott, dem Guten. Der Sitz des sterblichen Gemüts ist angeblich das Gehirn, und man glaubt, daß dieses seine Nachrichten durch ein Nervensystem übermittele. Das fleischliche oder sterbliche Gemüt gibt seinen eigenen Begriffen Namen, schaut auf sie, fürchtet sie und unterwirft sich ihnen. Mary Baker Eddy sagt in ihrem Buch Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift: „Das sterbliche Gemüt sieht, was es glaubt, ebensogewiß, wie es glaubt, was es sieht. Es fühlt, hört und sieht seine eigenen Gedanken.“ Wissenschaft und Gesundheit, S. 86;

Christus Jesus definierte den Teufel oder die böse Mentalität, die beansprucht, sich Gott entgegenzustellen, als Lügner (s. Joh. 8:44), womit er auf das unwirkliche, trügerische Wesen des sterblichen Gemüts hindeutete, und er bewies durch seine heilenden Werke, daß es durch den Christus, die geistige Idee des Lebens, zerstört werden kann und muß. Sein Verständnis von Gott als dem Gemüt des Menschen befähigte ihn, die verschiedensten Arten von Krankheit, sowohl mentaler als auch körperlicher Natur, zu heilen. Dem biblischen Bericht gemäß heilte er auch das, was als Geisteskrankheit oder mentale Störung bekannt ist.

Ein Beispiel dafür ist die Heilung des Geraseners. s. Mark 5:1 1–5; Jesus wandte sich an den bösen Geist mit den Worten: „Fahre aus, du unsauberer Geist, von dem Menschen! “ Auf diese Weise trennte er die falsche, ungestüme Mentalität von dem wahren Gemüt des Menschen, das Unwirkliche von dem Wirklichen, das sterbliche Gemüt von dem unsterblichen Gemüt. Es schien, als ob das fleischliche oder sterbliche Gemüt, das Geisteskrankheit bekundete, den Gerasener in der Gewalt hätte; daher ist es bedeutsam, daß der Meister seine Behandlung damit begann, das sterbliche Gemüt von dem Menschen zu trennen. Der Glaube an ein gespaltenes Gemüt oder an den Dualismus des Gemüts muß durch metaphysische Behandlung zerstört werden. Es gibt nicht zwei Gemüter, von denen das eine böse und das andere gut ist und die nebeneinander in demselben Bewußtsein existieren. Ungestüme Gedankenzustände brechen das erste Gebot. Sie möchten das gottlose, materielle Gemüt als den Beherrscher des Menschen auf den Thron erheben.

Jesus sagte zu dem Besessenen: „Wie heißest du?“ Der Mann antwortete: „Legion heiße ich; denn wir sind viele.“ Eine „Legion“ in der Armee des altens Roms bestand gewöhnlich aus sechstausend Mann, und da sie als siegreich bekannt waren, erschienen die römischen Legionen den Menschen jener Zeit oft unbesiegbar. Aber Jesus ließ sich durch diese prahlerische Aufführung der Irrtümer des sterblichen Gemüts nicht täuschen. Vielleicht schlössen diese Irrtümer Sünde, ein ungestümes Temperament, Vererbung, Furcht, Haß und andere Formen des Bösen in sich. Unter dem sanften, jedoch unwiderstehlichen Einfluß des Christus, der Wahrheit, wurde ihre Nichtsheit augenscheinlich, und der Mann war geheilt. Schließlich fand man ihn zu Jesu Füßen sitzend, „bekleidet und vernünftig“.

In Wissenschaft und Gesundheit nimmt Mrs. Eddy auf diese Heilung mit folgenden Worten Bezug: „Es wird berichtet, daß Jesus einst nach dem Namen einer Krankheit fragte — einer Krankheit, die die Jetztzeit Geistesgestörtheit nennen würde. Der Dämon oder das Übel erwiderte, sein Name sei Legion. Darauf trieb Jesus das Übel aus, und der Geisteskranke wurde umgewandelt und auf der Stelle gesund. Diese Bibelstelle scheint zu besagen, daß Jesus das Übel veranlaßte, sich selbst zu erkennen und sich so zu zerstören.“ Wissenschaft und Gesundheit, S. 411; Jesus beanspruchte keine besondere Gnadengabe der göttlichen Macht für sich. Seine Heilarbeit gründete sich auf unfehlbares Gesetz, das er verstand und sich zunutze machte. Er sagte: „Wer an mich glaubt, der wird die Werke auch tun, die ich tue.“ Joh. 14:12; Seine Nachfolger werden seinen Werken in dem Maße nacheifern, wie sie „Christi Sinn“ 1. Kor. 2:16; demonstrieren, indem sie die unendliche Macht des allwissenden Gemüts über seine Ideen widerspiegeln.

Die Wahrheit über das eine Gemüt, wie sie in der Christlichen Wissenschaft gelehrt wird, steht allen zur Verfügung, die sie heute suchen. Wenn sie verstanden wird, wird sie das menschliche Leben segnen und die Werke Christi Jesu wiederholen, indem sie die geistige und körperliche Gesundheit, Harmonie und Frieden wiederherstellt. Diese Ausgabe des Herolds enthält ein Zeugnis über eine Heilung von Geistesgestörtheit, das zeigt, daß der materielle Körper und seine sich aufs Gehirn gründende Mentalität mit ihren Übeln nicht der Mensch, sondern eine Illusion ist, die vor der Offenbarung des zu Gottes Ebenbild geschaffenen, geistigen und vollkommenen Menschen verschwindet.

Das wahre Verständnis von Gott als dem Gemüt des Menschen, das unsterblich und allgegenwärtig ist, befähigt uns, den falschen Glauben an ein persönliches, materielles Selbst und Gemüt durch das Anerkennen Gottes, des unendlichen Geistes, und Seines vollkommenen, geistigen Kindes aufzugeben. Wir machen uns frei von der Annahme, daß der Mensch von Gott getrennt werden könne, wenn wir zu verstehen beginnen, daß unser Wesen in Wirklichkeit nicht von dem teuflischen, Disharmonie erzeugenden sterblichen Gemüt, sondern von dem göttlichen Gemüt, der Intelligenz, die immer liebevoll und gut ist, regiert wird. Dieses Gemüt veranlaßt den Menschen, seine fortdauernde Idee zu sein, die seiner absoluten und ständigen Herrschaft untersteht und die Gedanken und Eigenschaften zum Ausdruck bringt, die die allgegenwärtige, allwirkende Liebe bezeugen.

Selbst wenn eine Heilung nicht augenblicklich in Erscheinung tritt, haben wir reichlich Gelegenheit, unser Denken durch die heilende Tätigkeit des Christus, der Wahrheit, erleuchten, reinigen und umwandeln zu lassen. Christus Jesus versicherte seinen Jüngern, daß rechtes Bemühen vom Vater gesegnet wird und seinen eigenen Lohn in sich trägt: „Trachtet am ersten nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch solches alles zufallen.“ Matth. 6:33; Wenn wir unser Denken beharrlich auf die geistigen Tatsachen des Seins gerichtet halten — vollkommener Gott und vollkommener Mensch —, wird unser Leben über das Schicksal der Sterblichkeit erhoben.

Die Christliche Wissenschaft entfaltet unserem harrenden Bewußtsein die positiven, mächtigen Kräfte der göttlichen Intelligenz, die uns befähigen, in unserem Denken die ursprüngliche Ordnung des Seins aufzurichten, die durch unwandelbare Harmonie gekennzeichnet ist. Diese Kräfte sind die gesundheitspendenden Kräfte des einen unendlichen Gemüts, Gottes, dessen immerwährende Tätigkeit niemals zum Stillstand gebracht, beeinträchtigt oder durch den Augenschein der materiellen Sinne begrenzt werden kann. Mrs. Eddy schreibt: „Die ruhigen, starken Ströme wahrer Geistigkeit, die sich in Gesundheit, Reinheit und Selbstaufopferung offenbaren, müssen die menschliche Erfahrung vertiefen, bis die Annahmen des materiellen Daseins als eine armselige Täuschung erkannt werden und Sünde, Krankheit und Tod der wissenschaftlichen Demonstration des göttlichen Geistes und dem geistigen, vollkommenen Menschen Gottes auf ewig Raum geben.“ Wissenschaft und Gesundheit, S. 99.

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