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Ruhe finden

Aus der Februar 1976-Ausgabe des Herolds der Christlichen Wissenschaft


... Niemals
wird das Gemüt
in seinem vogelartigen Flattern auch nur einen
Augenblick ruhen Herbert Read, „Beata l'Alma“;

— eines Dichters ausdrucksvolle Beschreibung der Unruhe und Erregung, die viele Menschen empfinden. Ruhen, stille sein. Wie? Und wo? „Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken“, verhieß uns Christus Jesus. „Nehmet auf euch mein Joch und lernet von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen.“ Matth. 11:28, 29;

Niemand ist von dieser Aufforderung ausgeschlossen. Wenn wir ein Verständnis von dem Christus gewinnen, finden wir nach und nach innere Ruhe. Was ist dieser Christus, der uns Ruhe gibt? Die gütige, richtungweisende, heilende Gegenwart Gottes, die uns zeigt, daß das Böse — alles, was der Unruhe in unserem Denken Fortdauer verleihen möchte — im Grunde genommen unwirklich ist und als nicht vorhanden bewiesen werden kann. Das Licht des Christus stellt das Böse als eine Annahme in all seinen mannigfaltigen Erscheinungsformen bloß: Unwissenheit, Leichtgläubigkeit, Krankheit, Verzweiflung oder was sonst immer. Wenn wir den Christus einlassen, finden wir Ruhe, weil wir erkennen, wie unwahr alles ist, was uns in Aufregung halten möchte, und so leben wir mit mehr Zuversicht. Die Ängste um das, was wir nicht richtig getan haben, lassen in dem Maße nach, wie der Christus uns hilft, nichts Unrechtes mehr zu tun.

Die Menschheit scheint durch eine Phase erheblicher Unzufriedenheit und Verwirrung zu gehen. Diejenigen, die in den reichsten Ländern leben, werden vielleicht ebensosehr von Sorge geplagt wie die materiell weniger Wohlhabenden. Man stellt fest, daß eine konsumorientierte Gesellschaftsordnung keine Garantie für Zufriedenheit ist. Aber der Christus gibt uns Ruhe und Frieden, indem er unsere Wertmaßstäbe und unsere Lebensweise vergeistigt. Wir können uns dieser Ruhe in dem Maße erfreuen, wie wir bereitwillig die Voraussetzungen für unsere Schlußfolgerungen über das Leben und seinen Zweck vom materiell Erklärlichen — was von den physischen Sinnen betont wird — zum wissenschaftlich Tatsächlichen erheben.

Wir ruhen in dem Bewußtsein, daß Gott unendliches Leben ist. Das göttliche Leben erschafft den Menschen, indem es sich selbst offenbart. Gott ist das Leben des Menschen. Das göttliche Leben ist der einzige Ursprung und Bestandteil unseres wirklichen Seins. Der Christus leitet das Erkennen dieser Wahrheit ein, und unser Denken, das zuvor beunruhigt war, wird zuversichtlich. Obwohl wir von uns glauben mögen, daß wir mühselig und beladen seien, gibt der Christus uns zu verstehen, daß wir immerdar der strahlende Ausdruck des göttlichen Lebens sind, des einzigen Ursprungs des Seins.

Wenn unser Denken christusähnlicher wird, d. h., wenn wir den Standpunkt aufgeben, daß der Mensch sterblich ist, und uns statt dessen die geistige Tatsache zu eigen machen, daß der Mensch die Idee des Lebens ist, treten an die Stelle mentaler Belastung ein Auftrieb und eine auf Gott, Leben, basierende Vitalität. Durch den Christus können wir ein offensichtlich materielles Gemüt mit seinem „vogelartigen Flattern“, seinem ruhelosen Unbehagen und seiner Furcht aufgeben und das vollkommene Bewußtsein, das das göttliche Gemüt selbst ist, als unser eigen akzeptieren.

„Ihr [werdet] Ruhe finden für eure Seelen“; die Gültigkeit dieser Verheißung kann jeder unter Beweis stellen, der bereitwillig zugibt, daß nicht die Materie, sondern das göttliche Leben der Ursprung des Lebens ist. Wir haben Ruhe gefunden, könnten wir sagen, wenn unsere Gedanken auf dem Leben ruhen statt auf der Materie und deren Spannungen. Dieser Punkt wird in der folgenden Erklärung Mary Baker Eddys präzise dargelegt: „Das Zeugnis der materiellen Sinne hinsichtlich des Daseins ist falsch, denn die Materie kann weder sehen, hören noch fühlen, und das sterbliche Gemüt muß all seine Anschauungen von Leben, Substanz und Intelligenz ändern, ehe es die Unsterblichkeit des Gemüts und seiner Ideen erreichen kann. Es ist irrig, den Augenschein der materiellen Sinne anzunehmen, um von da aus Gott erforschen zu wollen, da man zugibt, daß die fünf persönlichen Sinne vom Geist und seinen Erscheinungsformen keine Kenntnis nehmen können.“ Vermischte Schriften, S. 218;

Der Mensch ist kein gequälter, Ruhe suchender Sterblicher, sondern die Idee des Lebens, die freudig die Unsterblichkeit ihres göttlichen Ursprungs kundtut. Wenn wir schließlich den letzten Rest von Materialität loslassen und ohne Einschränkung dem Bewußtsein unendlichen Lebens Raum geben, werden wir nicht mehr das Gefühl haben, Sterbliche zu sein, die Ruhe finden oder sie gefunden haben. Die Idee des Lebens war niemals außerhalb des Lebens, war niemals in Bedrängnis oder der Welt überdrüssig. Die Christliche WissenschaftChristian Science; sprich: kr'istjən s'aiəns. zeigt, daß alles, was je wirklich bestanden hat, das göttliche Leben ist und daß der einzige Mensch, den es je gegeben hat, der nimmermüde Selbstausdruck des göttlichen Lebens ist.

Sollten Sie das Gefühl haben, Ihre Schwierigkeiten seien zu groß, als daß Sie sie bewältigen könnten, oder sollten Sie fühlen, die Sorgen der Welt ertränkten Sie, verzweifeln Sie nicht. Fangen Sie an, die unveränderliche Vollkommenheit des Lebens und seiner Schöpfung anzuerkennen. Zumindest ist dies genauso „leicht“ wie zu verzweifeln, doch unendlich lohnender. Wissenschaftlich gesehen, sind weder Besorgnis, Bestürzung, Belastung noch Beängstigung in irgendeiner Weise begründet, und Sie können beweisen, daß sie absolut unwirklich sind. Wie sehr wir uns auch wegen unserer Unterlassungssünden und unseres Versagens verzehren oder quälen mögen, wir können sie in dem Maße ungültig machen, wie wir erkennen, daß das makellose Leben immer unser Leben gewesen ist, und dann unseren Kurs entsprechend ändern. Auf Geistigkeit gegründete Gewissenhaftigkeit, die sich trotz des Anspruchs von Leben in der Materie fest an die metaphysische Wissenschaft hält, erneuert nach und nach unser Denken. Und Mrs. Eddy verheißt zuversichtlich: „Die letzte Stufe der Wiedergeburt führt empor zur Ruhe eines unaufhörlichen, geistigen, individuellen Daseins.“ ebd., S. 85.

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